Politik in Berlin: Merz unter Druck
Berlin () – In der Debatte um die schlechten Umfragewerte für Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und die schwarz-rote Koalition sieht der Meinungsforscher Manfred Güllner die Chancen auf eine Besserung mit Skepsis. Der Gründer und bis vor Kurzem Geschäftsführer des Forsa-Instituts sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: „Ich fürchte, dass sich die große Unzufriedenheit mit Kanzler Merz bei den Bundesbürgern verfestigt hat.“
Nach dem Ende der zuletzt wenig beliebten Ampel-Koalition seien viele froh über einen Neuanfang gewesen. „Nun aber sind viele enttäuscht und der Eindruck, Merz könne nicht regieren, verstärkt sich von Woche zu Woche.“ Es sei schwer vorstellbar, dass Merz dieses Urteil in absehbarer Zeit ändern könne.
Merz habe es nicht geschafft, den Aufstieg der AfD zu stoppen. Merz habe es nicht geschafft, den Aufstieg der AfD zu stoppen. Ihm fehle die Bindekraft, um die unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen einzubinden und Interessen auszugleichen. „Dazu klaffen die Ankündigungen und die erlebte Realität weit auseinander“, so Güllner. „Natürlich wissen die Menschen, dass die Wirtschaft nicht mit einem kurzen Knopfdruck wieder anspringt. Doch so wie Merz regiert und auftritt, wird das Urteil über ihn immer negativer.“
Der Kommunikationsexperte Raphael Brinkert sieht unterdessen noch Chancen für den Regierungschef. „Die Regierung ist für vier Jahre gewählt, sie hat mit vielen unverschuldeten Krisen und mit Reformstau zu kämpfen“, sagte Brinkert den Funke-Zeitungen. „Im Basketball-Spiel wären wir jedoch erst in der ersten Viertelpause, jetzt muss die Mannschaft zeigen, dass sie Comeback kann“.
Brinkert, der 2019 einen erfolgreichen Europawahlkampf für Angela Merkel und die CDU verantwortete und auch der Kopf hinter den zwei unterschiedlich erfolgreichen Kanzler-Wahlkampagnen für Olaf Scholz (SPD) war, analysiert: „Die aktuelle Unzufriedenheit mit dem Kanzler ist auch deshalb so groß, weil das Wirtschafts-Comeback noch ausbleibt und zentrale Wahlkampfversprechen wie die Schuldenbremse bereits vor dem ersten Amtstag einkassiert wurden.“
Generell sei es bei der Bundestagswahl 2025 sehr auffällig gewesen, dass alle demokratischen Parteien mit Kandidaten ins Rennen gegangen seien, die zu dem Zeitpunkt weder überparteilich beliebt noch gewollt gewesen seien. So seien die Ränder erstarkt. „Merz wurde als Mann des Kurswechsels gewählt“, sagte Brinkert. „Jetzt muss er beweisen, dass Kompromiss nicht Kursverlust, sondern Führung sein kann. Es muss klar werden: Wofür kämpft diese Regierung, wo will sie das Land hinführen? Was der Regierung noch fehlt, ist eine Fortschrittserzählung, dabei kann sie zu einem Antreiber und Wegbereiter für ein Deutschland-Comeback werden.“
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Friedrich Merz, Manfred Güllner, Raphael Brinkert, Angela Merkel, Olaf Scholz
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Friedrich Merz, CDU, schwarz-rote Koalition, Ampel-Koalition, AfD, Manfred Güllner, Forsa-Institut, Funke-Mediengruppe, Zeitungen der Funke-Mediengruppe, Raphael Brinkert, Angela Merkel, CDU, Olaf Scholz, SPD, Bundestagswahl 2025, demokratische Parteien
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin
Worum geht es in einem Satz?
Meinungsforscher Manfred Güllner äußert in der Debatte um Friedrich Merz’ schwache Umfragewerte Skepsis, dass sich die Unzufriedenheit bald bessern wird, während der Kommunikationsexperte Raphael Brinkert trotz der Kritik noch Comeback-Chancen sieht – vor allem wenn die Regierung eine überzeugende Fortschrittserzählung liefert und zentrale Versprechen einlöst.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- schlechte Umfragewerte für Bundeskanzler Friedrich Merz und die schwarz-rote Koalition
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Güllner befürchtet, dass sich die große Unzufriedenheit mit Kanzler Merz verfestigt hat
- Viele seien nach dem Ende der Ampel-Koalition zunächst froh über einen Neuanfang gewesen, jetzt aber enttäuscht
- Der Eindruck, Merz könne nicht regieren, verstärke sich laut Güllner von Woche zu Woche
- Es habe sich nach Einschätzung Güllners das Urteil über Merz zunehmend negativ entwickelt
- Brinkert sieht dennoch Chancen, weil die Regierung gewählt sei und mit Krisen und Reformstau zu kämpfen habe
- Als Grund für die Unzufriedenheit nennt Brinkert das ausbleibende Wirtschafts-Comeback und dass zentrale Wahlkampfversprechen bereits vor dem Amtsantritt einkassiert wurden
- Alle demokratischen Parteien hätten bei der Bundestagswahl 2025 laut Brinkert Kandidaten ins Rennen gebracht, die damals nicht überparteilich beliebt bzw. gewollt gewesen seien, wodurch die Ränder erstarkt seien
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Verfestigung einer großen Unzufriedenheit mit dem Kanzler
- Weiter wachsender Eindruck, der Kanzler könne nicht regieren
- Schwierigkeit, das negative Urteil kurzfristig zu ändern
- Fehlende Bindekraft zur Einbindung gesellschaftlicher Gruppen
- Verstärkung des Gefühls, Ankündigungen und erlebte Realität lägen weit auseinander
- Urteil über den Kanzler wird zunehmend negativer, weil das Auftreten und Regieren als nicht überzeugend wahrgenommen werden
- Zentrale Wahlkampfversprechen verlieren an Glaubwürdigkeit, wenn sie bereits vor dem ersten Amtstag umgesetzt oder verworfen werden
- Wirtschafts-Comeback bleibt aus, wodurch Unzufriedenheit besonders groß wird
- Stärkung der Ränder, weil andere demokratische Kräfte als weniger beliebt oder weniger gewollt wahrgenommen werden
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja. Es werden Stellungnahmen von Meinungsforscher Manfred Güllner und Kommunikationsexperte Raphael Brinkert zitiert.
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