IHK-Wahldialog in Halle: Wirtschaft & Bildungspolitik
Halle (Saale) () – Die Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt haben am Dienstag beim Wahldialog der Industrie- und Handelskammer (IHK) Halle-Dessau ihre Positionen zu den Themen Arbeitsmarkt, Bildung und Bürokratieabbau vorgestellt.
Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) verwies auf die laufende Verwaltungsreform. Die Bürokratieentlastung werde größer sein als jemals zuvor, sagte er.
Wer in der neuen Legislaturperiode Berichtspflichten behalten wolle, müsse deren Notwendigkeit nachweisen. Zudem setzt er auf mehr Praxisbezug im Unterricht.
Frank Scharfenort (AfD) vertrat den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund und warb dafür, die Verwaltung zu verkleinern.
Bei der Fachkräfteeinwanderung will er strikt trennen zwischen Asyl und Arbeitsmigration und eine „Abschiebehaftanstalt“ gründen. Weniger Bürokratie will er mit einer Befristung von Gesetzen erreichen.
Eva von Angern (Linke) sprach sich für mehr frühkindliche Bildung und längeres gemeinsames Lernen aus.
„Mein wichtigstes wirtschaftspolitisches Versprechen ist, das Thema Wirtschaftspolitik ganzheitlich anzugehen“, sagte sie. Gute Arbeit und öffentliche Förderungen dürften sich nicht widersprechen.
Bei Nachweis- und Dokumentationspflichten sowie Förderprogrammen will sie die Bearbeitungszeiten der Behörden durch ausreichend Personal verkürzen.
Armin Willingmann (SPD) setzt auf mehr Praxisbezug im Unterricht und ein zweigliedriges Schulsystem. Er will eine engere Verknüpfung von Wissenschaft und Wirtschaft.
Die Tarifbindung soll erhöht werden. Vorgaben von EU und Bundesebene will der SPD-Politiker nicht mehr mit zusätzlichen Vorschriften des Landes verschärfen.
Zudem warnte Willingmann vor einer Abschottung, denn man brauche Fachkräfte im Land.
Susan Sziborra-Seidlitz (Grüne) will die Schulabbrecherquote deutlich senken und gezielt ausländische Fachkräfte anwerben. „Wir müssen auch gemeinsam dafür sorgen, dass Zuwanderung in den Arbeitsmarkt nach Sachsen-Anhalt gelingt“, sagte sie.
Bei gemeinsamen Vorgaben und Standards will die Grünen-Politikerin mehr auf Vertrauen und weniger Pflichten setzen.
Lydia Hüskens (FDP) warb für einen Abbau von Vergaberegeln und eine Erfassung aller Bürokratieaufwände. „Mein Ziel ist runter mit Regeln, weil ich fest überzeugt bin: Wir können auch mehr Vertrauen zeigen“, sagte sie.
Hüskens forderte mehr frühkindliche Bildung und eine Sprachstandsfeststellung vor der Einschulung.
Claudia Wittig (BSW) sprach sich für attraktive Lohnbedingungen aus. Man könne den Fachkräftemangel nicht beheben, „wenn bei uns im Land keine guten Löhne gezahlt werden“.
Unterrichtsausfall will sie bekämpfen und Lehrkräfte von fachfremden Aufgaben entlasten. Mit einem digitalen Landesportal will das BSW Verfahren beschleunigen und es ermöglichen, dass Unterlagen nur noch ein einziges Mal eingereicht werden müssen.
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IHK-Wahldialog am 18.08.2026
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Sven Schulze, Frank Scharfenort, Ulrich Siegmund, Eva von Angern, Armin Willingmann, Susan Sziborra-Seidlitz, Lydia Hüskens, Claudia Wittig
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Industrie- und Handelskammer (IHK) Halle-Dessau, CDU, AfD, Linke, SPD, Grüne, FDP, BSW, Land Sachsen-Anhalt
Wann ist das Ereignis passiert?
Das Ereignis fand am 18.08.2026 (Dienstag) statt.
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Halle (Saale)
Worum geht es in einem Satz?
Beim IHK-Wahldialog in Halle-Dessau haben die Spitzenkandidaten zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 18.08.2026 ihre Positionen zu Arbeitsmarkt, Bildung und Bürokratieabbau vorgestellt, wobei sie je nach Partei u. a. für mehr Praxisbezug in Schulen, gezielte Fachkräftegewinnung, weniger bzw. anders gestaltete Bürokratie und unterschiedliche Ansätze bei Löhnen, Förderungen und Verwaltungsreform warben.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Laufende Verwaltungsreform und geplante Bürokratieentlastung
- Diskussion über Beibehaltung oder Abschaffung von Berichtspflichten in der neuen Legislaturperiode
- Bedarf an mehr Praxisbezug im Unterricht und bessere Bildungsinhalte
- Fachkräftemangel und Reformen rund um Arbeitsmarkt und Fachkräfteeinwanderung
- Forderungen nach strukturellem Bürokratieabbau durch weniger Vorschriften und schnellere Behördenbearbeitung
- Pläne zur Änderung von Unterrichts- und Schulsystemen sowie zur Senkung der Schulabbrecherquote
- Anwerbungs- und Integrationskonzepte für ausländische Fachkräfte
- Vorschläge zur Straffung von Vergabeverfahren und zur Erfassung von Bürokratieaufwänden
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) verwies auf die laufende Verwaltungsreform und stellte eine besonders starke Bürokratieentlastung in Aussicht
- Frank Scharfenort (AfD) warb für eine Verkleinerung der Verwaltung
- Eva von Angern (Linke) forderte mehr frühkindliche Bildung und längeres gemeinsames Lernen sowie kürzere Bearbeitungszeiten durch ausreichend Personal
- Armin Willingmann (SPD) setzte auf mehr Praxisbezug im Unterricht, ein zweigliedriges Schulsystem und warnte vor Abschottung wegen benötigter Fachkräfte
- Susan Sziborra-Seidlitz (Grüne) wollte Schulabbrüche deutlich senken und gezielt ausländische Fachkräfte anwerben
- Lydia Hüskens (FDP) verlangte Abbau von Vergaberegeln, Erfassung aller Bürokratieaufwände und betonte mehr Vertrauen statt Regeln
- Claudia Wittig (BSW) forderte attraktivere Lohnbedingungen und Entlastung von Lehrkräften sowie schnellere Verfahren durch ein digitales Landesportal
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Größere Bürokratieentlastung durch eine Verwaltungsreform, bei der Berichtspflichten nur beibehalten werden sollen, wenn sie nachgewiesen werden können
- Mehr Praxisbezug im Unterricht
- Verwaltungsverkleinerung als Ziel
- Trennung zwischen Asyl und Arbeitsmigration sowie Schaffung einer eigenen Struktur für Arbeitsmigration
- Weniger Bürokratie durch Befristung von Gesetzen
- Mehr frühkindliche Bildung und längeres gemeinsames Lernen
- Verkürzung von Bearbeitungszeiten der Behörden durch ausreichend Personal
- Ausbau gezielter Verknüpfungen von Wissenschaft und Wirtschaft
- Höhere Tarifbindung und Verzicht auf zusätzliche Landesverschärfungen gegenüber EU- und Bundesvorgaben
- Anwerbung von Fachkräften sowie keine Abschottung
- Deutliche Senkung der Schulabbrecherquote
- Nachschärfung gemeinsamer Standards hin zu mehr Vertrauen und weniger Pflichten
- Abbau von Vergaberegeln und Erfassung sämtlicher Bürokratieaufwände
- Sprachstandsfeststellung vor der Einschulung
- Attraktivere Lohnbedingungen zur Bekämpfung von Fachkräftemangel
- Bekämpfung von Unterrichtsausfall und Entlastung von Lehrkräften von fachfremden Aufgaben
- Beschleunigung von Verfahren durch ein digitales Landesportal mit Einreichung von Unterlagen nur einmal
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja — der Artikel enthält mehrere Stellungnahmen/Reaktionen von Personen (u. a. Ministerpräsident Sven Schulze, u. a. Zitate von Eva von Angern, Armin Willingmann, Susan Sziborra-Seidlitz, Lydia Hüskens, Claudia Wittig).
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