Politik: Universität Saarland und Sicherheitsforschung
Saarbrücken () – Der Präsident der Universität des Saarlandes, Ludger Santen, hält Einschränkungen der Wissenschaftsfreiheit in sicherheitsrelevanten Forschungsbereichen für unvermeidbar.
„Dort, wo Fragen der nationalen Sicherheit berührt sind, müssen wir mit Einschränkungen der Wissenschaftsfreiheit leben“, sagte Santen dem „Handelsblatt“. Hintergrund ist die Debatte um mögliche Wissensabflüsse nach China im Zusammenhang mit dem Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit Cispa in Saarbrücken. Dort untersucht ein Sonderprüfer von Bund und Saarland Vorwürfe zu Forschungskooperationen mit chinesischen Einrichtungen. Er forderte klare Vorgaben für Forschungseinrichtungen.
Santen sagte, es müssten in erster Linie transparente und klare Rahmenbedingungen für die Forscher geschaffen werden, um ihnen eine angemessene Risikobewertung zu erlauben. In besonders sensiblen Bereichen benötigten Forschungseinrichtungen zudem Unterstützung der Sicherheitsbehörden, etwa wenn einzelne Personen überprüft werden müssten. Zugleich sprach sich Santen für eine differenzierte Haltung gegenüber wissenschaftlichen Kooperationen mit China aus. Zwar sei bei der Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern chinesischer Militäruniversitäten „besondere Vorsicht geboten“. In Bereichen, die die nationale Sicherheit betreffen, halte er eine solche Zusammenarbeit für ausgeschlossen. Gleichzeitig dürfe Deutschland den wissenschaftlichen Austausch mit China nicht grundsätzlich aufgeben. China sei eine sehr starke Wissenschaftsnation, die Zusammenarbeit könne die Leistungsfähigkeit des deutschen Wissenschaftssystems stärken.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Ludger Santen
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Universität des Saarlandes, Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit Cispa, Bund, Saarland, Sicherheitsbehörden, China, Handelsblatt
Wann ist das Ereignis passiert?
Datum/Zeitraum: Nicht erwähnt.
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Saarbrücken (Universität des Saarlandes, Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit Cispa)
Worum geht es in einem Satz?
Der Präsident der Universität des Saarlandes, Ludger Santen, hält in sicherheitsrelevanten Forschungsbereichen Einschränkungen der Wissenschaftsfreiheit für unvermeidbar, fordert dafür transparente Rahmenbedingungen und bei Bedarf Unterstützung durch Sicherheitsbehörden, spricht sich zugleich gegen ein grundsätzliches Ende der wissenschaftlichen Kooperation mit China aus.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Debatte um mögliche Wissensabflüsse nach China im Zusammenhang mit dem Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit Cispa in Saarbrücken
- Sonderprüfung von Bund und Saarland wegen Vorwürfen zu Forschungskooperationen mit chinesischen Einrichtungen
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Der Präsident der Universität des Saarlandes Ludger Santen erklärt, dass es in sicherheitsrelevanten Forschungsbereichen Einschränkungen der Wissenschaftsfreiheit geben müsse
- Er fordert transparente und klare Rahmenbedingungen für Forscher, damit eine angemessene Risikobewertung möglich ist
- In besonders sensiblen Bereichen sollen Forschungseinrichtungen die Unterstützung der Sicherheitsbehörden erhalten, etwa bei Überprüfungen einzelner Personen
- Santen fordert eine differenzierte Haltung zu Kooperationen mit China
- Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern chinesischer Militäruniversitäten sei mit besonderer Vorsicht zu betrachten
- In Bereichen, die die nationale Sicherheit betreffen, hält er solche Zusammenarbeit für ausgeschlossen
- Gleichzeitig spricht er sich dafür aus, den wissenschaftlichen Austausch mit China nicht grundsätzlich aufzugeben
- Er begründet das mit Chinas Bedeutung als Wissenschaftsnation und dem Nutzen möglicher Kooperationen für die Leistungsfähigkeit des deutschen Wissenschaftssystems
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Notwendigkeit klarer und transparenter Rahmenbedingungen für Forscher zur Ermöglichung einer angemessenen Risikobewertung
- Unterstützung durch Sicherheitsbehörden in besonders sensiblen Forschungsbereichen, insbesondere bei Überprüfungen einzelner Personen
- Beschränkung wissenschaftlicher Zusammenarbeit in Bereichen, die nationale Sicherheit betreffen, bis hin zum Ausschluss entsprechender Kooperationen
- Anforderung an eine vorsichtige und differenzierte Bewertung wissenschaftlicher Kooperationen mit chinesischen Einrichtungen, insbesondere mit besonderem Augenmerk auf chinesische Militäruniversitäten
- Fortsetzung des wissenschaftlichen Austauschs mit China ohne grundsätzlichen Verzicht zur Stärkung der Leistungsfähigkeit des deutschen Wissenschaftssystems
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja. Der Präsident der Universität des Saarlandes, Ludger Santen, wird mit Aussagen zitiert.
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