Wirtschaft: Verdi ruft zu Warnstreiks auf
Berlin () – Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ruft in der Tarifrunde für den Handel erneut zu bundesweiten Warnstreiks auf. Am Freitag sollen Tausende Beschäftigte die Arbeit niederlegen, kündigte die Gewerkschaft an. Zentrale Kundgebungen sind in Dortmund, Berlin und Wiesbaden geplant.
„Die Arbeitgeber spielen in dieser Tarifrunde erneut auf Zeit – daher werden wir jetzt den Druck noch einmal erhöhen“, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer, zuständig für den Handel. Sie kritisierte, dass die Arbeitgeberverbände nach inzwischen mehr als fünfundzwanzig Verhandlungsterminen in allen sechzehn Tarifgebieten des Einzelhandels nur ein minimal verbessertes Angebot vorgelegt hätten, das nach wie vor Reallohnverluste und Nullmonate – also Wartemonate bis zur ersten Entgelterhöhung – beinhalte.
Die Arbeitgeber im Einzelhandel boten nach Darstellung der Gewerkschaft zuletzt in Nordrhein-Westfalen nach sechs Nullmonaten zum 1. November 2026 eine Entgeltsteigerung von 2,4 Prozent an – und nach weiteren drei Nullmonaten zum 1. August 2027 zusätzliche 2,0 Prozent. „Wer so etwas vorlegt, will keine Verhandlungen auf Augenhöhe führen, sondern beharrt auf Maximalpositionen“, sagte Zimmer. „Das akzeptieren wir nicht.“
Im Groß- und Außenhandel sehe es nicht anders aus, sagte die Gewerkschafterin: Auch hier hätten die Arbeitgeber an insgesamt fünfunddreißig Verhandlungsterminen in den zwanzig Tarifgebieten seit dem 18. Mai 2026 kein verbessertes Angebot vorgelegt. Diese Blockadehaltung treibe die Kollegen, die sich kaum den eigenen Einkauf leisten könnten, auf die Straße, kündigte Zimmer an. „Wer so unverantwortlich mit seinen Beschäftigten umgeht, verspielt die Zukunft der größten privatwirtschaftlichen Branche hierzulande.“
Die nächsten Verhandlungstermine sind für den Einzelhandel am Montag in Hessen sowie im Verdi-Landesbezirk Niedersachsen-Bremen angesetzt. Für den Großhandel soll am 10. Juli in Baden-Württemberg verhandelt werden. „Die Arbeitgeber haben nun die Chance, in den Verhandlungsrunden der nächsten 14 Tage ihren Irrweg zu beenden und endlich ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen, damit wir zu einem fairen Tarifabschluss kommen“, so Zimmer.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Verdi (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Silke Zimmer
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Verdi, Arbeitgeberverbände, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Niedersachsen-Bremen, Baden-Württemberg
Wann ist das Ereignis passiert?
Datum oder Zeitraum: Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Die Orte, an denen das beschriebene Ereignis stattfindet oder stattfand, sind: Dortmund, Berlin, Wiesbaden.
Worum geht es in einem Satz?
Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ruft zu bundesweiten Warnstreiks im Handel auf, um den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen, die nach zahlreichen Verhandlungen nur unzureichende Gehaltsangebote gemacht haben.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Anhaltende Reallohnverluste
- Unzureichende Tarifangebote der Arbeitgeber
- Mehr als 25 Verhandlungstermine ohne Fortschritt
- Nullmonate bis zur ersten Entgelterhöhung
- Blockadehaltung der Arbeitgeber im Groß- und Außenhandel
- Unbezahlbare Lebenshaltungskosten für Beschäftigte
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Verdi ruft zu bundesweiten Warnstreiks im Handel auf
- Zentrale Kundgebungen in Dortmund, Berlin und Wiesbaden geplant
- Silke Zimmer kritisiert die Arbeitgeber für zögerliche Verhandlungen
- Minimal verbessertes Angebot von Arbeitgebern führt zu Reallohnverlusten und Nullmonaten
- Arbeitgeber bieten nur 2,4% und 2,0% Entgeltsteigerung nach vielen Nullmonaten an
- Zimmer betont, das akzeptieren sie nicht
- Ähnliche Blockadehaltung im Groß- und Außenhandel
- Beschäftigte können sich kaum den eigenen Einkauf leisten
- Nächste Verhandlungstermine im Einzelhandel und Großhandel in Kürze
- Arbeitgeber sollen verhandlungsfähiges Angebot vorlegen
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Erhöhung des Drucks auf Arbeitgeber
- Abstimmung über bundesweite Warnstreiks
- Zunehmende Unzufriedenheit der Beschäftigten
- Möglichkeit von weiteren Protesten
- Auswirkungen auf Verhandlungen und zukünftige Tarifabschlüsse
- Möglicher Verlust von Vertrauen zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern
- Negativer Einfluss auf die Beschäftigten im Einzelhandel
- Risiko eines anhaltenden Arbeitskampfes
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Silke Zimmer, dem Verdi-Bundesvorstandsmitglied, zitiert. Sie kritisiert die Arbeitgeber für ihre Minimalangebote und betont, dass diese keine Verhandlungen auf Augenhöhe führen wollen.
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