Außenpolitik: Kontroverse um UN-Finanzierung in Berlin
Berlin () – SPD-Außenpolitiker Adis Ahmetovic kritisiert Außenminister Johann Wadephul (CDU) scharf für dessen Äußerungen über mögliche Kürzungen deutscher Gelder für die Vereinten Nationen.
„Die Überprüfung einzelner Ausgaben und Projekte ist selbstverständlich legitim, solche Fragen sollten innerhalb der Koalition jedoch abgestimmt werden. So was Grundsätzliches machen wir aber nicht im Fließtext eines Interviews“, sagte er am Donnerstag dem „Spiegel“.
„Die Nichtwahl Deutschlands in den Uno-Sicherheitsrat als nicht-ständiges Mitglied bleibt ein außenpolitischer Weckruf. Umso richtiger war die Entscheidung der Bundesregierung, sich für die nächste freie Kandidatur erneut zu bewerben – das ist ein klares Bekenntnis zu den Vereinten Nationen und zur multilateralen Zusammenarbeit. Deshalb sollten wir jetzt keine Signale aussenden, die international missverstanden werden oder unnötige Irritationen hervorrufen könnten“, so der SPD-Politiker weiter.
Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Jürgen Hardt, verteidigte die Äußerungen von Wadephul. „Das Auswärtige Amt schaut sich nach der Wahlniederlage in der Uno genau an, wo unsere Mittel am effektivsten im Uno-System eingesetzt werden. Alle freiwilligen Leistungen basieren auf einer Abwägung deutschen Interesses“, so der CDU-Politiker.
„Oft dient die deutsche Unterstützung einzelner Uno-Agenturen der Migrationsprävention. Der Minister hat recht, wenn er nun für andere freiwillige Zahlungen die Frage stellt, ob die Abwägung immer noch gültig ist“, so Hardt.
Die außenpolitische Sprecherin der Grünenfraktion im Bundestag, Deborah Düring, sagte dem „Spiegel“: „Dass sich Union und Wadephul nach der verlorenen Wahl immer noch wie beleidigte Leberwürste aufführen, ist unwürdig“, so die Grüne. Statt mit Kürzungen bei den Uno-Beiträgen zu drohen, müsste Deutschland die Vereinten Nationen gerade jetzt auch finanziell stärken. „Denn das multilaterale System, von dem wir seit Jahrzehnten profitieren, steht durch Donald Trump, Wladimir Putin und Autokratien weltweit unter Beschuss. Wir müssen jetzt mehr denn je als verlässlicher Partner auftreten.“
Außenminister Wadephul hatte in der „Rheinischen Post“ mögliche Kürzungen deutscher Mittel für die Uno ins Spiel gebracht. „Es kann nicht sein, dass wir einer der größten Beitragszahler sind und bei manchen Entscheidungen, auch im personellen Bereich, nicht berücksichtigt werden“, sagte Wadephul am Donnerstag der Zeitung. Der Bundestag werde sich nun im Zuge der Haushaltsaufstellung „einzelne Engagements genauer anschauen“. Für humanitäre Hilfe wünsche er sich aber mehr deutsche Mittel.
„Die Vereinten Nationen müssen schon davon ausgehen, dass wir unsere Position in Zukunft etwas deutlicher markieren“, sagte Wadephul. „Wir wollen gehört werden. Deutschland hat Interessen. Und Deutschland möchte auch respektiert werden.“ Das sei „keine Forderung nach einer Dominanz“, fügte er hinzu.
Deutschland war jüngst bei der Wahl für einen der Sitze als nichtständiges Mitglied im Uno-Sicherheitsrat leer ausgegangen.
Bist du ein guter Leser? 👍
Welcher Begriff kam im Artikel vor?
Bist du ein guter Leser? 👍
Welcher Begriff kam im Artikel vor?
Bist du ein guter Leser? 👍
Welcher Begriff kam im Artikel vor?
Bist du gut in Tic Tac Toe? 👍
Spielername und geheimes Wort gehören zusammen. Das Captcha wird nur beim ersten autorisierten Spiel für diese Kombination in diesem Browser abgefragt.
Top 3
| Platz | Name | Punkte | Siege |
|---|---|---|---|
| Lade Rangliste ... | |||
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Vereinte Nationen am 13.06.2026 |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Adis Ahmetovic, Johann Wadephul, Jürgen Hardt, Deborah Düring
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Vereinte Nationen, SPD, Johann Wadephul, CDU, Unionsfraktion, Jürgen Hardt, Deborah Düring, Grüne, Bundestag, Donald Trump, Wladimir Putin.
Wann ist das Ereignis passiert?
Das Ereignis fand am 13.06.2026 statt.
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Die Orte, an denen das beschriebene Ereignis stattfindet oder stattfand, sind:
Berlin, Vereinte Nationen
Worum geht es in einem Satz?
SPD-Außenpolitiker Adis Ahmetovic kritisiert Außenminister Johann Wadephul (CDU) scharf für seine Äußerungen zu möglichen Kürzungen deutscher Gelder an die Vereinten Nationen, und betont die Wichtigkeit der multilateralen Zusammenarbeit, während die Union die Notwendigkeit einer Überprüfung der Mittel verteidigt.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Äußerungen von Außenminister Johann Wadephul über mögliche Kürzungen deutscher Gelder für die UN
- Überprüfung der deutschen Mittelverwendung im Uno-System nach Wahlniederlage
- Deutschland nicht gewählt als nicht-ständiges Mitglied im Uno-Sicherheitsrat
- Diskussion über Effektivität und Abwägung deutscher Interessen bei Uno-Beiträgen
- Forderung nach mehr deutscher Mittel für humanitäre Hilfe
- Aktuelle geopolitische Herausforderungen durch Autokratien und internationale Spannungen
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Adis Ahmetovic (SPD) kritisiert Wadephul (CDU) scharf für Äußerungen zu Kürzungen von UN-Geldern
- Ahmetovic betont Legitimität der Überprüfung von Ausgaben, jedoch Abstimmung innerhalb der Koalition erforderlich
- Aussage über Nichtwahl Deutschlands im Uno-Sicherheitsrat als außenpolitischer Weckruf
- Forderung nach klaren Signalen zur Unterstützung der UN und multilateralen Zusammenarbeit
- Jürgen Hardt (CDU) verteidigt Wadephul, betont Effektivität von Mitteln im Uno-System
- Hardt ruft zur Abwägung deutscher Interessen auf
- Deborah Düring (Grüne) kritisiert Union und Wadephul als unwürdig, fordert Stärkung der UN
- Wadephul bringt mögliche Kürzungen deutscher Mittel zur Sprache, fordert mehr Respekt in Entscheidungen
- Deutschland war kürzlich bei Wahl für nichtständiges Mitglied im Uno-Sicherheitsrat gescheitert
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Kritik an den Äußerungen von Außenminister Wadephul
- Außenpolitischer Weckruf durch die Nichtwahl Deutschlands im Uno-Sicherheitsrat
- Notwendigkeit eines klaren Bekenntnisses zu den Vereinten Nationen
- Gefahr von internationalen Missverständnissen und Irritationen
- Verteidigung der Äußerungen von Wadephul durch die Unionsfraktion
- Frage der Effektivität deutscher Mittel im Uno-System
- Dringlichkeit, die Vereinten Nationen finanziell zu stärken
- Ruf nach mehr deutscher Mittel für humanitäre Hilfe
- Betonung der deutschen Interessen und des Respekts im internationalen Kontext
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von SPD-Außenpolitiker Adis Ahmetovic zitiert, der die Äußerungen von Außenminister Johann Wadephul (CDU) scharf kritisiert.
- CSU-Fraktion fordert nach Gespräch mit Streeck Präventionsoffensive gegen Drogen - 30. Juli 2026
- Niedersachsen warnt vor Waldbrandgefahr und baut Prävention aus - 30. Juli 2026
- Georg Milde wird Stabschef von Warken im Kanzleramt - 30. Juli 2026

