Heusgen wirft Merz "Relativierung des Völkerrechts" vor

Heusgen wirft Merz "Relativierung des Völkerrechts" vor

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Völkerrechtliche Standards in der deutschen Außenpolitik

Berlin () – Der frühere deutsche Botschafter bei den Vereinten Nationen, Christoph Heusgen, führt die Niederlage Deutschlands bei der Wahl zum Uno-Sicherheitsrat darauf zurück, dass die Bundesregierung nach Wahrnehmung vieler Staaten völkerrechtlich unterschiedliche Maßstäbe anlegt. „Die Relativierung des Völkerrechts hat uns Glaubwürdigkeit und Stimmen gekostet“, sagte Heusgen dem „Spiegel“.

Als Beispiel nannte Heusgen die Nahostpolitik von Kanzler Friedrich Merz (CDU). Wenn man zu Recht sage, die Sicherheit Israels sei Teil der deutschen Staatsräson, könne das nicht heißen, dass man alles hinnehme oder gar unterstütze, was die israelische Regierung tue. Er glaube nicht, dass der Sicherheit Israels gedient sei, wenn Israel das Völkerrecht breche und Deutschland dazu schweige, sagte Heusgen, der außen- und sicherheitspolitischer Berater der Bundeskanzlerin Angela Merkel war.

Heusgen riet der Bundesregierung, viel mehr auf jene Stimmen aus Israel zu hören, die sagten, gerade wegen der großen historischen Verantwortung müsse Deutschland die israelische Regierung sehr viel stärker anhalten, sich nach dem Völkerrecht zu richten. Er denke, es sei höchste Zeit, dass sich die Bundesregierung das noch einmal grundsätzlich überlege.

Um die Aktionen anderer Staaten zu beurteilen, solle die Bundesregierung ins Grundgesetz schauen, egal ob es um die USA gehe oder andere. Heusgen führte aus: Artikel 25 sage: „Die allgemeinen Regeln des Völkerrechts sind Bestandteil des Bundesrechts.“ Deutschland solle das Völkerrecht nicht relativieren, sondern sich immer an seinen Prinzipien orientieren.

Gerade in Bezug auf die Politik von US-Präsident Trump riet Heusgen dazu, immer abgestimmt mit den europäischen Partnern zu reagieren. Beim Streit der USA mit Dänemark wegen Grönland habe sich gezeigt: Wenn die EU geschlossen auftrete, sei sie ein Machtfaktor. Man solle auf nationale Alleingänge verzichten. „Und wir sollten unsere eigenen Positionen stärker hinterfragen, wenn eine gemeinsame Haltung daran scheitert, dass andere auf den Prinzipien des Völkerrechts beharren.“

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Christoph Heusgen (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Christoph Heusgen, Friedrich Merz, Angela Merkel

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Die genannten Organisationen, Parteien oder Institutionen sind:

Vereinte Nationen, Bundesregierung, CDU, Israel, USA, EU, Grundgesetz.

Wann ist das Ereignis passiert?

Nicht erwähnt

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Die Orte, an denen das beschriebene Ereignis stattfindet oder stattfand, sind: Berlin.

Worum geht es in einem Satz?

Christoph Heusgen, ehemaliger deutscher UN-Botschafter, erklärt die Niederlage Deutschlands im UN-Sicherheitsrat mit der Wahrnehmung einer völkerrechtlichen Doppelzüngigkeit der Bundesregierung und betont die Notwendigkeit, das Völkerrecht konsequent zu respektieren und nicht zu relativieren.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Niederlage Deutschlands bei Wahl zum Uno-Sicherheitsrat
  • Wahrnehmung, dass Bundesregierung völkerrechtlich unterschiedliche Maßstäbe anlegt
  • Relativierung des Völkerrechts
  • Nahostpolitik von Kanzler Friedrich Merz
  • Sicherheit Israels als Teil der deutschen Staatsräson
  • Verletzung des Völkerrechts durch Israel
  • Mangelnde öffentliche Diskussion über rechtliche Prinzipien
  • Unzureichende Reaktion auf US-Politik unter Trump

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • Christoph Heusgen analysiert Niederlage Deutschlands im Uno-Sicherheitsrat
  • Kritisiert unterschiedliche Maßstäbe im Völkerrecht durch die Bundesregierung
  • Mangelnde Glaubwürdigkeit auf internationaler Ebene
  • Beispiel: Nahostpolitik unter Kanzler Merz
  • Deutschland soll Israel zur Einhaltung des Völkerrechts auffordern
  • Empfehlungen zur stärkeren Beachtung des Völkerrechts im Grundgesetz
  • Mahnung, nationale Alleingänge zu vermeiden und auf europäische Zusammenarbeit zu setzen
  • Hinweis auf die Bedeutung einer einheitlichen EU-Position

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Verlust von Glaubwürdigkeit für Deutschland
  • Weniger Stimmen bei internationalen Wahlen
  • Gefährdung der Sicherheit Israels
  • Notwendigkeit, sich am Völkerrecht zu orientieren
  • Dringlicher Handlungsbedarf für die Bundesregierung
  • Betonung der Einheit mit europäischen Partnern
  • Risiko nationaler Alleingänge
  • Stärkere kritische Selbstreflexion der eigenen Positionen

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Christoph Heusgen zitiert, der die Niederlage Deutschlands bei der Wahl zum Uno-Sicherheitsrat auf die unterschiedliche Wahrnehmung von völkerrechtlichen Maßstäben durch die Bundesregierung zurückführt.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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