Gesellschaft: Wahrnehmung von Fake News in Deutschland
Berlin () – Viele Menschen in Deutschland können nicht mehr richtig erkennen, ob eine Information im Netz echt ist oder nicht.
In einer Erhebung des IT-Branchenverbandes Bitkom gaben fast zwei Drittel (63 Prozent) der Befragten an, es grundsätzlich als schwer einschätzbar zu empfinden, ob Nachrichten verlässlich sind. 41 Prozent stoßen zudem häufig auf Inhalte, bei denen sie unsicher sind, ob diese stimmen. Und 91 Prozent sind bereits auf „Fake News“ gestoßen, also auf absichtlich verbreitete, falsche oder irreführende Informationen. Die Hälfte von ihnen (51 Prozent) hat schon Inhalte geteilt, obwohl sie sich nicht sicher war, ob diese stimmen.
Neun Prozent der Befragten begegnen Fake News nach eigenem Dafürhalten sogar „sehr häufig“, 30 Prozent „eher häufig“. 36 Prozent stoßen „eher selten“ auf Fake News und 16 Prozent „sehr selten“. Nur vier Prozent gaben an, dass ihm oder ihr bislang noch keine Fake News begegnet sind. Dabei ist unter den Personen, die das Internet nicht nutzen, der Anteil mit 28 Prozent ohne jegliche Fake-News-Wahrnehmung zwar höher – heißt aber, dass auch außerhalb der Online-Welt ein großer Teil davon ausgeht, mit Fake News in Kontakt gekommen zu sein. Unter den Internutzern gaben nur zwei Prozent an, noch nie Fake News wahrgenommen zu haben. Im Jahr 2023 sagten dies noch 21 Prozent der Internetnutzer.
Deepfakes sind inzwischen vielen Menschen ein Begriff: 75 Prozent haben davon gehört – 2024 waren es noch 56 Prozent. 61 Prozent sind Deepfakes nach eigener Aussage schon direkt begegnet, wobei sich 20 Prozent ganz sicher sind und 41 Prozent es zumindest vermuten. Am häufigsten wurden Deepfakes als Video wahrgenommen (87 Prozent) sowie als Bild (73 Prozent), deutlich seltener als Audio (25 Prozent). Entsprechend klar ist die Einschätzung: 89 Prozent halten Deepfakes für gefährlich. Gleichzeitig trauen sich nur 34 Prozent zu, sie zuverlässig zu erkennen.
Desinformation fällt besonders häufig dort auf, wo Themen die aktuelle Nachrichtenlage und den Alltag prägen: 74 Prozent nennen USA und US-Politik als Themenfeld, in dem ihnen Fake News aufgefallen sind. Dahinter folgen 63 Prozent mit Kriegen und internationalen Konflikten sowie 58 Prozent mit Wirtschaft und Preisen. Falschinformationen bleiben aber nicht auf „harte“ Politik beschränkt: 51 Prozent nennen Prominente und Unterhaltung als Themenfeld, in dem ihnen Desinformation aufgefallen ist. 41 Prozent nennen Migration und Geflüchtete, 40 Prozent Kriminalität und Gewalt.
Auch Gesundheit sowie Umwelt und Klima tauchen häufig auf, bei jeweils 38 Prozent der Menschen, die Fake News wahrnehmen. Und das Thema reicht bis in den unmittelbaren Alltag von Familien: 26 Prozent nennen Kinder, Schule und Sicherheit, etwa Warnungen vor angeblichen Gefahren – und damit Inhalte, die auch in Gruppen- und Elternchats häufig weitergereicht werden.
Viele Menschen erwarten mit Blick auf Desinformation und Deepfakes mehr Konsequenzen: 87 Prozent der Befragten, denen Fake News begegnen, sind der Meinung, ihre wissentliche Verbreitung sollte bestraft werden. 84 Prozent fordern das auch für diejenigen, die Desinformationen gezielt erstellen. Groß ist auch der Wunsch nach Aufklärung, und zwar quer durch die Generationen: 85 Prozent wollen, dass Kinder in der Schule lernen, Desinformation und Fake News zu erkennen, und 71 Prozent sprechen sich dafür aus, ältere Menschen ohne Internet-Sozialisation besonders zu informieren.
Für die Erhebung befragte Bitkom Research zwischen der 12. und der 17. Kalenderwoche 2026 telefonisch 1.006 Personen in Deutschland ab 16 Jahren.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Im Artikel kommen keine vollständigen Namen von Personen vor.
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Bitkom, Bitkom Research
Wann ist das Ereignis passiert?
Das beschriebene Ereignis fand zwischen der 12. und der 17. Kalenderwoche 2026 statt.
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Die Orte, an denen das beschriebene Ereignis stattfindet oder stattfand, sind:
Deutschland
Worum geht es in einem Satz?
Eine Umfrage in Deutschland zeigt, dass 63% der Menschen Schwierigkeiten haben, die Verlässlichkeit von Informationen im Internet einzuschätzen, 91% bereits mit Fake News konfrontiert wurden und ein Großteil von ihnen mehr Aufklärung sowie Konsequenzen für die Verbreiter von Desinformation fordert.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Schwierigkeiten bei der Beurteilung der Verlässlichkeit von Informationen im Internet
- Hohe Verbreitung von "Fake News" und Desinformation
- Zunahme der Bekanntheit von Deepfakes
- Häufige Begegnungen mit Falschinformationen in verschiedenen Themenbereichen
- Mangelnde Fähigkeit zur zuverlässigen Erkennung von Deepfakes
- Erwartungen an Maßnahmen gegen die Verbreitung von Desinformation und Aufklärung
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- 63 Prozent der Befragten haben Schwierigkeiten, die Verlässlichkeit von Nachrichten zu beurteilen
- 41 Prozent stoßen häufig auf unsichere Inhalte
- 91 Prozent haben schon Fake News begegnet
- 51 Prozent haben Inhalte geteilt, ohne sicher zu sein, ob sie stimmen
- 9 Prozent begegnen Fake News sehr häufig
- 30 Prozent eher häufig, 36 Prozent eher selten, 16 Prozent sehr selten
- 28 Prozent der Nicht-Internetnutzer haben nie Fake News wahrgenommen
- 75 Prozent haben von Deepfakes gehört
- 61 Prozent sind Deepfakes bereits direkt begegnet
- 89 Prozent halten Deepfakes für gefährlich
- 34 Prozent trauen sich zu, Deepfakes zuverlässig zu erkennen
- 74 Prozent nennen USA und US-Politik als Themenfeld mit Fake News
- 63 Prozent Kriege und internationale Konflikte
- 58 Prozent Wirtschaft und Preise
- 51 Prozent Prominente und Unterhaltung
- 41 Prozent Migration und Geflüchtete
- 40 Prozent Kriminalität und Gewalt
- 38 Prozent Gesundheit, Umwelt und Klima
- 26 Prozent Kinder, Schule und Sicherheit
- 87 Prozent fordern Bestrafung für die wissentliche Verbreitung von Fake News
- 84 Prozent fordern Bestrafung für gezielte Erstellung von Desinformationen
- 85 Prozent möchten, dass Kinder in Schulen über Desinformation aufgeklärt werden
- 71 Prozent wollen gezielte Informationen für ältere Menschen ohne Internet-Erfahrung
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Schwierigkeiten bei der Einschätzung von Nachrichten
- Unsicherheit über den Wahrheitsgehalt von Inhalten
- Häufige Begegnung mit Fake News
- Teilen von potenziell falschen Informationen
- Hohe Wahrnehmung von Deepfakes
- Geringes Vertrauen in die eigene Fähigkeit, Deepfakes zu erkennen
- Wahrnehmung von Desinformation in aktuellen Themenbereichen
- Forderung nach Bestrafung für die Verbreitung von Fake News
- Wunsch nach Bestrafung für die Erstellung von Desinformation
- Wunsch nach Aufklärung über Desinformation in Schulen
- Bedarf an Informationen für ältere Menschen ohne Internet-Erfahrung
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