Gesundheitspolitik und Arzneimittelmarkt in Deutschland
Cambridge () – Der britische Hersteller Astra Zeneca hat vor möglichen Folgen der Kürzungen im deutschen Gesundheitssystem gewarnt. Man könne ab dem kommenden Jahr keine neuen Arzneien aus der Forschung mehr auf den deutschen Markt bringen, sagte Pascal Soriot, Chef des fünftgrößten Pharmakonzerns der Welt, dem „Handelsblatt“ (Mittwochausgabe).
„Das ist wirklich keine Drohung. Wir werden dafür attackiert werden, aber wir haben keine andere Wahl“, sagte der Manager zur Entscheidung, den deutschen Markt und den anderer europäischer Länder zu meiden. „Das ist pure Mathematik. Die finanziellen Auswirkungen auf das Geschäft sind einfach zu groß“, sagte er. Grund seien die geplanten Sparmaßnahmen im deutschen Gesundheitssystem und der Preisdruck aus den USA.
Soriot kritisierte das von der Bundesregierung geplante Sparpaket für die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) scharf. Der Manager warnte, dass dessen Implementierung in Deutschland den Zugang zu Innovationen einschränken, Arbeitsplätze gefährden und die Abhängigkeit zu China und USA wachsen werde. „Wenn die deutsche Politik den Sparvorschlag umsetzt, wird die USA mit der Entscheidung nicht glücklich sein – das wird auch Konsequenzen für ein mögliches EU-US-Abkommen für Medikamentenpreise haben.“
Europa drohe langfristig an Bedeutung zu verlieren und stärker von Importen abhängig zu werden. „Wenn nichts passiert, wird Europa diese Industrie verlieren – so wie es bereits die Technologiebranche und die Autoindustrie verloren hat“, sagte Soriot.
Die Bundesregierung habe seiner Ansicht nach mit ihren aktuellen Plänen zum GKV-Sparpaket das Vertrauen der Branche in den hiesigen Standort verspielt. „Zahlreiche Pharmaunternehmen, die in den vergangenen Jahren erhebliche Investitionen in Deutschland getätigt haben, sind enttäuscht, weil sie dachten, Deutschland bewege sich in die richtige Richtung“, sagte er.
In den kommenden Tagen will Soriot gemeinsam mit Thomas Schinecker, Chef des Schweizer Konkurrenten Roche, und weiteren Pharmamanagern erneut Gespräche im Kanzleramt führen.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Vertrag zwischen EU und Astrazeneca (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Pascal Soriot, Thomas Schinecker
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Worum geht es in einem Satz?
Astra Zeneca warnt vor den negativen Folgen der geplanten Kürzungen im deutschen Gesundheitssystem, die dazu führen könnten, dass der Konzern ab nächstem Jahr keine neuen Medikamente mehr in Deutschland einführt, was Innovationen gefährdet und die Abhängigkeit von Ländern wie China und den USA erhöht.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Kürzungen im deutschen Gesundheitssystem
- Geplante Sparmaßnahmen im GKV
- Preisdruck aus den USA
- Vertrauensverlust der Branche in den Standort Deutschland
- Enttäuschung über Richtungswechsel der Bundesregierung
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- Befürchtung um Verlust der pharmazeutischen Industrie in Europa
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- AstraZeneca warnt vor Folgen der Kürzungen im deutschen Gesundheitssystem
- Chef Pascal Soriot kündigt an, keinen neuen Arzneien auf den deutschen Markt zu bringen
- Kritisiert das geplante Sparpaket der Bundesregierung für gesetzliche Krankenkassen
- Warnung vor eingeschränktem Zugang zu Innovationen und gefährdeten Arbeitsplätzen
- Erwähnt steigende Abhängigkeit zu China und USA
- Auswirkungen auf EU-US-Abkommen für Medikamentenpreise befürchtet
- Befürchtet langfristigen Bedeutungsverlust Europas in der Pharmabranche
- Bundesregierung hat Vertrauen der Branche in den Standort Deutschland verspielt
- Gespräche mit weiteren Pharmamanagern im Kanzleramt angekündigt
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Keine neuen Arzneien aus Forschung auf dem deutschen Markt
- Einschränkung des Zugangs zu Innovationen
- Gefährdung von Arbeitsplätzen
- Wachsendes Abhängigkeit von China und USA
- Negative Auswirkungen auf ein mögliches EU-US-Abkommen für Medikamentenpreise
- Verlust der Bedeutung Europas in der Pharmaindustrie
- Zunahme der Abhängigkeit von Importen
- Vertrauensverlust der Branche in den Standort Deutschland
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Pascal Soriot, dem Chef von Astra Zeneca, zitiert. Er warnt vor den möglichen Folgen der Kürzungen im deutschen Gesundheitssystem und äußert, dass diese Entscheidungen den Zugang zu Innovationen einschränken werden.
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