Wirtschaft: Dax startet mit Verlusten in Frankfurt
Frankfurt/Main () – Der Dax ist am Montagmorgen mit Verlusten in den Handelstag gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 22.235 Punkten berechnet, und damit 0,3 Prozent unter dem Schlussniveau vom Freitag. An der Spitze der Kursliste rangierten SAP, RWE und die Deutsche Telekom, am Ende Zalando, Airbus und Continental.
„Vier Wochen lang haben die Börsen einen zeitlich begrenzten Konflikt im Mittleren Osten eingepreist“, sagte Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank. Mit dem Kriegseintritt der Huthi-Milizen am Wochenende und der wachsenden Wahrscheinlichkeit eines Einsatzes von US-Bodentruppen müssten sich die Anleger zunehmend mit dem Risiko eines zeitlich ausgedehnten Kriegs auseinandersetzen. „Die deutlichen Kursverluste am Freitag deuten zunehmend auf eine Kapitulation der optimistischen Anleger hin. Nun hoffen die Märkte auf eine Bestätigung durch den Iran, dass Gespräche mit den USA tatsächlich stattfinden.“
„Die Aktienbörsen haben ein Szenario einer milden Wachstumsabschwächung durch einen Brentölpreis um 100 Dollar bereits eingepreist“, so Stanzl. Was der Markt bislang nicht berücksichtigt habe, sei eine spürbare Abwärtsrevision der Wachstums- und Inflationsschätzungen – so wie zuletzt am „Liberation Day“. Dieses Risiko würde sich öffnen, wenn der Ölpreis nachhaltig über 120 Dollar steige. „In solchen Phasen kam es historisch häufig zu Rücksetzern am Aktienmarkt von 15 bis 20 Prozent.“
„Ein anhaltender Störfall in der Straße von Hormus mit Brent-Notierungen um 120 Dollar würde für sich genommen noch keine Rezession auslösen. Bleibt der Ölpreis jedoch über mehrere Monate in einer Spanne zwischen 100 und 120 Dollar und wird dies zugleich von fiskalischen Entlastungsmaßnahmen für Verbraucher begleitet, verschiebt sich das Risiko in Richtung eines stagflationären Umfelds“, fügte der Analyst hinzu. „Höhere Inflation könnte die Notenbanken am Ende zu Zinserhöhungen zwingen. Dieses Szenario würde an das Jahr 2022 erinnern – mit entsprechendem Gegenwind für die Aktienmärkte.“
Anders stelle sich die Lage bei einem abrupten und starken Preissprung dar. „Steigt der Ölpreis deutlich über 150 Dollar, rückt eine Rezession in den Bereich des Wahrscheinlichen. Zinserhöhungen wären dann kaum noch ein Thema; vielmehr würde eine Nachfrageschwäche den Ölpreis selbst wieder unter Druck bringen“, so Stanzl. „Für die Märkte ist damit nicht nur das Niveau entscheidend, sondern vor allem die Dauer eines solchen Preisschocks.“ Komme es dagegen zu einer raschen Deeskalation und zu einer Wiederaufnahme der Öltransporte durch die Straße von Hormus, dürfte die erste Marktreaktion positiv ausfallen.
Die europäische Gemeinschaftswährung war am Montagmorgen kaum verändert: Ein Euro kostete 1,1502 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8694 Euro zu haben.
Der Ölpreis stieg unterdessen wieder stark: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 9 Uhr deutscher Zeit 115,80 US-Dollar; das waren 2,9 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Frankfurter Börse |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Jochen Stanzl
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Hier sind die genannten Organisationen, Parteien oder Institutionen:
SAP, RWE, Deutsche Telekom, Zalando, Airbus, Continental, Consorsbank, Iran, US-Bodentruppen, Notenbanken
Wann ist das Ereignis passiert?
Das Datum oder der Zeitraum, in dem das beschriebene Ereignis stattfand, ist Montagmorgen. Ein spezifisches Datum wird nicht erwähnt.
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Frankfurt/Main
Worum geht es in einem Satz?
Der Dax begann den Handelstag am Montagmorgen mit einem Rückgang von 0,3 Prozent, während die Anleger aufgrund der sich zuspitzenden Konflikte im Mittleren Osten und steigender Ölpreise wachsende Unsicherheiten über zukünftige Wachstums- und Inflationsschätzungen fürchten.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Konflikt im Mittleren Osten
- Kriegseintritt der Huthi-Milizen
- Wahrscheinlichkeit eines Einsatzes von US-Bodentruppen
- Kapitulation optimistischer Anleger
- Höherer Brentölpreis
- Abwärtsrevision der Wachstums- und Inflationsschätzungen
- Störfälle in der Straße von Hormus
- Potenzial für stagflationäres Umfeld
- Auswirkungen höherer Inflation auf Zinspolitik
- Dauer des Preisschocks für den Ölpreis
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
Im Artikel wird nicht beschrieben, wie Politik, Öffentlichkeit oder Medien reagiert haben.
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Verluste am Dax
- Risikobewusstsein der Anleger steigt
- Kapitulation optimistischer Anleger
- Möglichkeit einer Abwärtsrevision von Wachstums- und Inflationsschätzungen
- Historische Rücksetzer von 15 bis 20 Prozent am Aktienmarkt
- Risiko eines stagflationären Umfelds
- Mögliche Zinserhöhungen durch Notenbanken
- Wahrscheinliche Rezession bei starkem Preissprung über 150 Dollar
- Nachfrageschwäche könnte den Ölpreis drücken
- Marktreaktion positiv bei Deeskalation und Wiederaufnahme von Öltransporten
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme einer Person zitiert. Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, äußert sich über die Auswirkungen eines möglichen verlängerten Konflikts im Mittleren Osten auf die Börsen und die Anleger.
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