Gesellschaftliche Debatte über Mitversicherung in Berlin
Berlin () – Gesundheitsökonomen zeigen Verständnis für den Vorstoß zur Streichung der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern.
Es sei „schwer zu begründen, warum Beitragszahler die beitragsfreie Mitversicherung von Ehepartnern finanzieren sollen“, sagte Martin Albrecht vom Iges-Institut dem „Spiegel“. Anders als die Erziehung von Kindern sei der weitgehende Verzicht auf Erwerbsarbeit in einer Ehe keine Voraussetzung zur Sicherung des Umlageverfahrens. Zudem sei „die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit heute ein allgemein anerkanntes gesellschaftspolitisches Ziel“.
Laut Berechnungen des Iges-Instituts auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) liegt der Anteil der betroffenen Haushalte mit Kindern unter 14 Jahren bei gerade einmal 43 Prozent aller Mitversicherten. Bei kleinen Kindern unter sechs Jahren haben sogar lediglich 20 Prozent der Haushalte kostenfrei mitversicherte Partner. Allerdings stellen Ehepartner mit Kindern im betreuungsbedürftigen Alter nur eine Minderheit unter den erwachsenen Mitversicherten.
Der Bremer Gesundheitsökonom Heinz Rothgang äußerte sich ebenfalls kritisch zur Mitversicherung. Es gebe dort „ein Gerechtigkeitsproblem“. Aktuell würden Paare mit identischem Haushaltseinkommen höchst unterschiedlich belastet. „Die Vorteile sind umso größer, je unterschiedlicher das Einkommen der Partner ist“, so Rothgang. Dies widerspreche „dem Prinzip der horizontalen Gleichbehandlung“.
Ordnungspolitisch sei der Vorstoß allerdings schlecht ausgeführt. „Damit wird kein einziges Strukturproblem grundsätzlich gelöst“, erklärte er. Stattdessen gehe es der Koalition „erkennbar nur darum, kurzfristig ein paar Euro einzusammeln“.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Heinz Rothgang (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Heinz Rothgang, Martin Albrecht
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Iges-Institut, Spiegel, Sozio-oekonomisches Panels (SOEP)
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin
Worum geht es in einem Satz?
Gesundheitsökonomen unterstützen den Vorschlag, die kostenlose Mitversicherung von Ehepartnern zu streichen, da dies aus ihrer Sicht ungerecht ist und in der heutigen Gesellschaft nicht mehr als notwendig angesehen wird, während Kritiker bemängeln, dass dies keine grundlegenden Strukturprobleme löst, sondern lediglich kurzfristige Einnahmen generieren soll.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Vorstoß zur Streichung der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern
- Kritik an der Finanzierung durch Beitragszahler
- Geringer Anteil betroffener Haushalte mit Kindern
- Unterschiedliche Belastungen bei Paaren mit gleichem Einkommen
- Widerspruch zum Prinzip der horizontalen Gleichbehandlung
- Fehlen einer langfristigen Lösung für Strukturprobleme
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Gesundheitsökonomen zeigen Verständnis für den Vorstoß zur Streichung der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern
- Martin Albrecht betont, dass der Verzicht auf Erwerbsarbeit in einer Ehe keine Voraussetzung für das Umlageverfahren ist
- Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit als gesellschaftspolitisches Ziel anerkannt
- Laut Iges-Institut sind nur 43 Prozent der betroffenen Haushalte mit Kindern unter 14 Jahren
- Nur 20 Prozent der Haushalte mit kleinen Kindern unter sechs Jahren haben kostenfrei mitversicherte Partner
- Heinz Rothgang spricht von einem Gerechtigkeitsproblem bei der Mitversicherung
- Paare mit identischem Einkommen werden unterschiedlich belastet
- Vorteile variieren je nach Einkommensunterschieden der Partner
- Vorstoß wird als schlecht ausgeführt angesehen, löst keine Strukturprobleme
- Kritik daran, dass es der Koalition nur um kurzfristige Einsparungen geht
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Verständnis für den Vorstoß zur Streichung der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern
- Schwierigkeit, die Finanzierung der beitragsfreien Mitversicherung zu rechtfertigen
- Geringer Anteil der betroffenen Haushalte mit Kindern unter 14 Jahren
- Geringer Anteil der Haushalte mit kleinen Kindern, die kostenfrei mitversicherte Partner haben
- Gerechtigkeitsproblem bei der Mitversicherung
- Unterschiedliche Belastungen bei identischem Haushaltseinkommen
- Widerspruch gegen das Prinzip der horizontalen Gleichbehandlung
- Mangelnde grundsätzliche Lösung von Strukturproblemen
- Kurzfristige finanzielle Ziele der Koalition
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme einer Person zitiert. Martin Albrecht vom Iges-Institut äußert sich, dass es "schwer zu begründen" sei, warum Beitragszahler die beitragsfreie Mitversicherung von Ehepartnern finanzieren sollten.
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