Zahl der Eheschließungen sinkt auf niedrigsten Stand seit 1950

Gesellschaft: Heirats- und Scheidungsstatistik in Deutschland

() – Noch nie seit 1950 haben sich in einem Jahr so wenige Menschen das Ja-Wort gegeben. Im Jahr 2024 lag die Zahl der Eheschließungen auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Zeitreihe, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag mitteilte.

Insgesamt wurden 2024 in 349.200 Ehen geschlossen. Mehr als drei Viertel (79 Prozent) der 698.400 Eheleute heirateten zum ersten Mal, waren also zuvor weder geschieden noch verwitwet. Gut 97 Prozent der Ehen schlossen Paare unterschiedlichen Geschlechts und knapp drei Prozent Paare gleichen Geschlechts. Nach der Einführung der Ehe für alle im Oktober 2017 gehen seit dem Berichtsjahr 2018 auch gleichgeschlechtliche Eheschließungen in die Statistik ein.

Jede zweite erwachsene Person in Deutschland ist verheiratet. Das entsprach 34,6 Millionen Menschen, die Ende 2024 in einer Ehe lebten – knapp 50 Prozent der Bevölkerung ab 18 Jahren hierzulande. Zahl und Anteil der Verheirateten sinken jedoch seit Jahren nahezu kontinuierlich: 30 Jahre zuvor hatten noch rund 39,2 Millionen volljährige Menschen in einer Ehe gelebt, das waren 60 Prozent aller Erwachsenen. Am höchsten war 2024 der Anteil der Verheirateten an der jeweiligen Bevölkerung bei den 65- bis 69-Jährigen: Gut 3,5 Millionen der 5,3 Millionen Menschen in diesem Alter und somit zwei Drittel (66 Prozent) waren zum Jahresende 2024 verheiratet oder in einer Lebenspartnerschaft.

Im selben Zeitraum sind die Zahl der volljährigen ledigen Personen und ihr Anteil an der Bevölkerung ab 18 Jahren deutlich gestiegen. Ende 2024 waren 23,1 Millionen Menschen ab 18 Jahren ledig, also nicht verheiratet, verwitwet oder geschieden. 1994 waren es gut 16,0 Millionen Volljährige. Der Anteil der Ledigen an der Bevölkerung ab 18 Jahren stieg binnen 30 Jahren von 24 Prozent auf gut 33 Prozent.

Dass der Anteil der Verheirateten seit Jahren schrumpft, geht auch damit einher, dass bei ihrer ersten Heirat immer älter sind – sofern sie überhaupt heiraten. Das Durchschnittsalter bei der ersten Eheschließung ist binnen 30 Jahren um rund sechs Altersjahre gestiegen: Im Jahr 2024 waren Frauen bei ihrer ersten Heirat im Schnitt 32,9 Jahre alt, 35,3 Jahre. 1994 hatte das Durchschnittsalter bei der ersten Eheschließung für Frauen bei 27,1 Jahren und für Männer bei 29,4 Jahren gelegen.

Auch bei den Scheidungen sind Frauen und Männer älter als früher. Im Jahr 2024 lag es bei 44,6 Jahren bei Frauen und bei 47,6 Jahren bei Männern. Binnen 30 Jahren ist es um 8,1 Jahre bei Frauen (1994: 36,5 Jahre) und um 8,3 Jahre bei Männern (1994: 39,3 Jahre) gestiegen. Zugleich halten Ehen länger als früher: 2024 lag die Durchschnittsdauer einer Ehe bis zur Scheidung bei 14,7 Jahren. Im Jahr 1994 waren Ehepaare bis zur Scheidung im Schnitt noch 12,0 Jahre verheiratet.

2024 wurden gut 129.300 Ehen geschieden und somit etwas mehr (+0,3 Prozent) als im Vorjahr, als der niedrigste Stand seit der deutschen Vereinigung erreicht wurde.

Gemessen an der Bevölkerung wird in Deutschland etwas häufiger geheiratet als im Durchschnitt der Staaten der Europäischen (EU): Im Jahr 2023 gab es hierzulande 4,3 Eheschließungen je 1.000 Einwohner, dies waren etwas mehr als im EU-Schnitt (4,0), so das Bundesamt. Die meisten Ehen je 1.000 Einwohner wurden laut EU-Statistikbehörde Eurostat 2023 in Rumänien (5,8), Lettland (5,6) und Ungarn (5,2) geschlossen. Die wenigsten Eheschließungen gab es in Bulgarien (3,4), Italien (3,1) und Slowenien (3,0) – jeweils an ihrer Bevölkerung gemessen.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Standesamt (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

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Der Artikel enthält keine vollständigen Namen von Personen.

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Die genannten Organisationen, Parteien oder Institutionen sind:

Statistisches Bundesamt (Destatis), dts Nachrichtenagentur, EU, Eurostat.

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Deutschland

Worum geht es in einem Satz?

Im Jahr 2024 wurden in Deutschland mit 349.200 Eheschließungen die niedrigsten Zahlen seit 1950 verzeichnet, während gleichzeitig der Anteil der Verheirateten an der erwachsenen Bevölkerung kontinuierlich sinkt und das Heiratsalter steigt.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Sinkende Anzahl der Eheschließungen seit 1950
  • Anstieg des Durchschnittsalters bei der ersten Eheschließung
  • Steigende Zahl und Anteil lediger Personen
  • Gesellschaftliche Veränderungen im Umgang mit Beziehungen
  • Zunahme von gleichgeschlechtlichen Ehen seit 2017
  • Längere Ehen vor Scheidung
  • Höhere Scheidungsalter bei Männern und Frauen
  • Demografische Entwicklung der Bevölkerung

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

Im Artikel wird nicht beschrieben, wie Politik, Öffentlichkeit oder Medien reagiert haben.

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Niedrigste Zahl an Eheschließungen seit Beginn der Zeitreihe
  • Anstieg der Zahl volljähriger lediger Personen
  • Rückgang des Anteils Verheirateter in der Bevölkerung
  • Höheres Durchschnittsalter bei erster Eheschließung
  • Höheres Durchschnittsalter bei Scheidungen
  • Längere Dauer der Ehen bis zur Scheidung
  • Mehr Scheidungen als im Vorjahr
  • Deutschland liegt über EU-Durchschnitt bei Eheschließungen pro 1.000 Einwohner

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Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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