Mineralölbranche stellt sich gegen Kartellrechtsverschärfung

Wirtschaftliche Bedenken zur Kartellrecht-Reform in Berlin

Berlin () – Die Mineralölbranche hat sich gegen eine Verschärfung des Kartellrechts positioniert und vor Engpässen in der Versorgung mit Benzin und Diesel gewarnt. „Für Unternehmen entstehen dadurch erhebliche Rechts- und Planungsunsicherheiten sowie ein hoher Dokumentations- und Begründungsaufwand“, sagte Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbands Fuels und , der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Dienstagausgabe) nach einem „Benzingipfel“ mit den Regierungsfraktionen am Montagmittag.

„Nach unserer Einschätzung sind die Risiken so hoch, dass sie sich auf die Versorgungssicherheit in negativ auswirken könnten“, sagte Küchen nach dem offiziell „Task Force“ genannten Treffen zwischen und Kraftstoffwirtschaft. Sein Verband vertritt unter anderem die Markentankstellen.

Auch die Vertreter der kleineren Tankstellen äußern sich kritisch. „Wenn änderungen regulatorisch eingeschränkt werden, trifft das den Mittelstand häufig stärker als große integrierte Mineralölkonzerne. Diese verfügen über andere Beschaffungsstrukturen, größere Kapitalpolster und oft auch über zentrale Preissteuerungssysteme“, sagte Daniel Kaddik, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Freier Tankstellen und Unabhängiger Deutscher Mineralölhändler. „Für unabhängige Betreiber kann eine solche Regulierung daher zusätzliche wirtschaftliche Risiken bedeuten.“ Die Bundesregierung will noch in diesem Monat ein Gesetz zur Verschärfung des Kartellrechts verabschieden.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat sich ihrerseits gegen weitere Eingriffe in den Markt nach dem Vorbild Österreichs ausgesprochen. Dort dürfen die Tankstellen künftig nur noch dreimal die Woche die anheben. „Wenn wir das dreimal die Woche machen, fürchte ich, dass die Preisaufschläge so hoch sind, dass sie am Ende den Tankkunden stärker belasten“, sagte sie vor einem Treffen der EU-Energieminister in Brüssel. „Das kann nicht im Interesse der Kunden sein, die dringend preiswerten Sprit brauchen“, sagte sie weiter. Reiche forderte Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) auf, sicherzustellen, dass die zusätzlichen Steuereinnahmen, die der Staat wegen der Aufschläge habe, gerecht verteilt würden.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Shell-Tankstelle (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Christian Küchen, Daniel Kaddik, Katherina Reiche, Lars Klingbeil

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Hier sind die genannten Organisationen, Parteien und Institutionen:

Mineralölbranche, Wirtschaftsverband Fuels und Energie, Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Task Force, Bundesverband Freier Tankstellen und Unabhängiger Deutscher Mineralölhändler, Bundesregierung, Katherina Reiche, CDU, EU-Energieminister, Lars Klingbeil, SPD.

Wann ist das Ereignis passiert?

Nicht erwähnt.

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Die Orte, an denen das beschriebene Ereignis stattfindet oder stattfand, sind: Berlin, Brüssel, Österreich.

Worum geht es in einem Satz?

Die Mineralölbranche warnt vor negativen Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit in Deutschland durch eine geplante Verschärfung des Kartellrechts, die insbesondere kleinere Tankstellen bedrohen könnte.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Positionierung der Mineralölbranche gegen Verschärfung des Kartellrechts
  • Warnung vor Engpässen in der Versorgung mit Benzin und Diesel
  • Sorgen um Rechts- und Planungsunsicherheiten für Unternehmen
  • Hoher Dokumentations- und Begründungsaufwand für Unternehmen
  • Treffen ("Benzingipfel") zwischen Politik und Kraftstoffwirtschaft
  • Kritische Äußerungen kleinerer Tankstellenbetreiber
  • Risiken für unabhängige Betreiber durch regulatorische Preisänderungen
  • Bundesregierung plant Gesetz zur Verschärfung des Kartellrechts
  • Ablehnung weiterer Markteingriffe nach Vorbild Österreichs durch Bundeswirtschaftsministerin

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • Mineralölbranche warnt vor Engpässen in der Benzin- und Dieselversorgung
  • Christian Küchen kritisiert Rechts- und Planungsunsicherheiten durch geplante Kartellrechtsverschärfung
  • Risiken könnten negative Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit haben
  • Vertreter kleiner Tankstellen äußern sich kritisch gegenüber Preisregulierungen
  • Katherina Reiche spricht sich gegen Marktinterventionen nach österreichischem Vorbild aus
  • Sorge, dass häufigere Preisänderungen Kunden stärker belasten könnten
  • Bundesregierung plant Gesetz zur Verschärfung des Kartellrechts

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Engpässe in der Versorgung mit Benzin und Diesel
  • Rechts- und Planungsunsicherheiten für Unternehmen
  • Hoher Dokumentations- und Begründungsaufwand
  • Negative Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit in Deutschland
  • Zusätzliche wirtschaftliche Risiken für unabhängige Betreiber
  • Mögliche hohe Preisaufschläge für Tankkunden
  • Gefährdung der Marktinteressen der Kunden

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme zitiert. Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbands Fuels und Energie, warnt vor Engpässen in der Versorgung mit Benzin und Diesel und beschreibt die rechtlichen Unsicherheiten, die durch eine Verschärfung des Kartellrechts entstehen könnten.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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