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Reiche will bei Wasserstoff zunächst auf Gas setzen
Berlin () – Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) erwägt, bei der Umstellung von Industrieprozessen von klimaschädlichen Energieträgern wie Erdöl, Erdgas und Kohle auf Wasserstoff zunächst Erdgas für die Produktion von „nachhaltigem“ Wasserstoff zuzulassen.
Man müsse mit der EU-Kommission darüber sprechen, „dass sie uns Luft verschafft für den Einsatz von vielleicht erstmal blauem Wasserstoff oder anderweitig gewonnenem, damit wir überhaupt erstmal eine Pipeline befüllen und sie dann über Zeit begrünen“, sagte Reiche am Dienstag bei einer Paneldiskussion auf der Industriepolitischen Jahreskonferenz der Stiftung Arbeit und Umwelt der Industriegewerkschaft IGBCE.
Reiche argumentierte, derzeit fehlten Abnehmer. Produzenten müssten mit einer konstanten Abnahme von Wasserstoff rechnen können. „Da steht zum einen die Frage: Was ist nachhaltiger Wasserstoff? Das ist deshalb wichtig, weil der Abnehmer macht das ja nur, weil er sich von dem grünen Premium ein Vorteil verspricht: den Verkauf seines Produktes, das Erfüllen von Nachhaltigkeitsanforderungen“, so die CDU-Politikerin. „Sind die aber zu hoch, wird er das nicht kaufen.“
Als „grün“ gilt Wasserstoff, wenn er durch die Aufspaltung von Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff gewonnen wird und der dafür benötigte Strom aus erneuerbaren Energien stammt. „Blauer“ und „grauer“ Wasserstoff entsteht, wenn Methan oder Erdgas per Dampfreduzierung in Wasserstoff und CO2 aufgespalten wird. Bei grauem Wasserstoff gelangt dieses CO2 in die Atmosphäre, bei „blauem“ Wasserstoff wird es über CCS abgeschieden und unterirdisch in Endlager verpresst. Dabei bleibt ein Rest an Emissionen, weil CCS nur einen Teil der Emissionen auffängt und bereits bei der Förderung der Energieträger klimaschädliches Methan in die Atmosphäre gelangt.
Der Weltklimarat (IPCC) bewertet CCS als wichtiges Instrument, um mit schwer vermeidbaren Emissionen, wie beispielsweise in der Zement-, Stahl- oder Chemieindustrie, umzugehen. Zugleich warnt der IPCC, dass Pläne zur Entnahme von CO2 aus der Atmosphäre die Anreize zur nötigen sofortigen Emissionsminderung verwässern könnten. Da CCS-Projekte sich bislang als teuer und schlecht skalierbar erweisen, bleibt die Technologie zudem weit hinter den geplanten Kapazitäten zurück. Eine besondere Herausforderung ist, dass die gespeicherten Emissionen in den Endlagerstätten dauerhaft daran gehindert werden müssen, wieder in die Atmosphäre auszutreten, da sie sonst mit etwas Verzögerung dennoch zur Erderhitzung beitragen.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Katherina Reiche am 02.09.2025 |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Katherina Reiche
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Bundeswirtschaftsministerium, Katherina Reiche, CDU, EU-Kommission, Stiftung Arbeit und Umwelt, IGBCE, Weltklimarat, IPCC, CCS.
Wann ist das Ereignis passiert?
Das Datum des beschriebenen Ereignisses ist der 02.09.2025.
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin
Worum geht es in einem Satz?
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche erwägt, Erdgas zunächst für die Produktion von „nachhaltigem“ Wasserstoff zuzulassen, um die Umstellung von klimaschädlichen Energieträgern voranzutreiben, während sie auf konstante Abnahme und klare Definitionen für nachhaltigen Wasserstoff hinweist.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
Der Hintergrund für Katherina Reiches Überlegungen zur Verwendung von Erdgas für die Produktion von Wasserstoff liegt in der Notwendigkeit, die Industrieprozesse von klimaschädlichen Energieträgern umzustellen. Dabei werden bestehende Herausforderungen, wie fehlende Abnehmer für "grünen" Wasserstoff und die Notwendigkeit, eine Pipeline anfänglich zu befüllen, adressiert. Gleichzeitig wird der strategische Dialog mit der EU-Kommission betont, um bestehende Energiequellen sinnvoll einzubinden, während die langfristigen Ziele der Nachhaltigkeit im Blick bleiben.
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
Im Artikel wird beschrieben, dass Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche beim Wechsel zu klimafreundlichen Energieträgern über die vorübergehende Zulassung von Erdgas zur Wasserstoffproduktion nachdenkt, um die Industrie zu unterstützen. Es wird betont, dass die EU-Kommission in die Gespräche eingebunden werden soll und dass die Akzeptanz von Abnehmern für „grünen“ Wasserstoff von den Nachhaltigkeitsanforderungen abhängt.
Welche Konsequenzen werden genannt?
Die im Artikel erwähnten Folgen oder Konsequenzen sind:
- fehlende Abnehmer für Wasserstoff,
- Produzenten benötigen eine konstante Abnahme von Wasserstoff,
- hohe Nachhaltigkeitsanforderungen könnten den Kauf von Wasserstoff verhindern,
- CCS wird als wichtiges Instrument zur Reduzierung schwer vermeidbarer Emissionen bewertet,
- Anreize zur sofortigen Emissionsminderung könnten verwässert werden,
- CCS-Projekte sind teuer und schlecht skalierbar,
- gespeicherte Emissionen müssen dauerhaft daran gehindert werden, wieder in die Atmosphäre auszutreten.
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche zitiert. Sie schlägt vor, dass beim Übergang von klimaschädlichen Energieträgern auf Wasserstoff zunächst auch Erdgas für die Produktion von "nachhaltigem" Wasserstoff erlaubt werden soll, um die Pipeline zunächst füllen zu können. Reiche betont zudem, dass es wichtig ist, Konsistenz in der Abnahme von Wasserstoff zu gewährleisten, um Anbieter zu überzeugen.
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