Arbeitgeberchef fordert IG Metall zur Mäßigung auf

Arbeitgeberchef fordert IG Metall zur Mäßigung auf

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Wirtschaft in Bayern

München () – Der Chef der bayerischen Metall- fordert die IG Metall angesichts der beginnenden Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie zur Mäßigung auf. „Die Gewerkschaft sollte es nicht übertreiben“, sagte Bertram Brossardt der „Süddeutschen Zeitung“. Streiks passten überhaupt nicht zur momentanen Lage.

Hintergrund ist die stockende Tarifrunde für 3,7 Millionen Arbeitnehmer im wichtigsten Industriezweig in Deutschland, die während einer tiefen Krise von Autobauern und zahlreichen anderen Firmen stattfindet. Die Arbeitgeber hatten kürzlich 2,3 Prozent mehr (1,3 Prozent Lohnerhöhung, 1,0 Prozent Sonderzahlung) bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von 26 Monaten angeboten, die IG Metall hatte das zurückgewiesen und zu Warnstreiks für die kommende Woche aufgerufen.

Brossardt erläuterte jetzt öffentlich, wie sich die Arbeitgeber die von ihnen geforderten Kostenentlastungen für Unternehmen vorstellen. Demnach sollen kriselnde Betriebe ihren Beschäftigten nicht mehr Geld müssen. Bei einer Umsatzrendite unter 2,3 Prozent sollen die Firmen auch die Lohnerhöhung nicht zahlen müssen, die jetzt verhandelt werde, und auch nicht die Sonderzahlung, die angeboten werde, so Brossardt.

Für die Beschäftigten, die im Vergleich zu anderen Branchen gut verdienen, sei das zumutbar, so Brossardt. Sie seien am Ende ja auch froh, wenn sie ihren Arbeitsplatz behalten. Ein weiterer Hebel, um für die Firmen Kosten zu reduzieren, liege in längeren Arbeitszeiten, etwa einer 38- statt der laut Tarifvertrag geltenden 35-Stunden-Woche. Das wäre eine Möglichkeit.

Brossardt kritisierte auch die nach seinen Angaben hohen Krankenstände in vielen Betrieben, dazu hatten die Arbeitgeber bei der Gewerkschaft einen „Gesprächswunsch“ angemeldet. Wenn man Unternehmen betrachte, die verschiedene Standorte in haben, dann sehe es so aus, als ob die in Deutschland kränker sei als anderswo. Er wolle das gar nicht bewerten. Ihnen gehe es darum, gemeinsam mit der Gewerkschaft etwas hinzubekommen, um den im internationalen Vergleich deutlich zu hohen Krankenstand dauerhaft zu reduzieren, so Brossardt.

Der Forderung der IG Metall, dass Beschäftigte in Betrieben, denen es gut geht, künftig automatisch an diesen Gewinnen beteiligt werden sollen, erteilte der Hauptgeschäftsführer der bayerischen Metall-Arbeitgeber hingegen eine Absage. Es seien nur 20 Prozent der Betriebe, denen es wirklich gut gehe. Das betreffe Branchen, die schon in der Vergangenheit die zu starken Lohnerhöhungen der Autoindustrie mitmachen mussten. Die könnten jetzt nicht extra zahlen, so Brossardt. Wenn man sie dazu zwinge, würden viele von ihnen den Tarifvertrag verlassen.

In der kommenden Woche sollen die Verhandlungen zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern fortgesetzt werden. Die IG Metall fordert unter anderem fünf Prozent mehr Gehalt bei einer angestrebten Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten.

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Text-/Bildquelle:
Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
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Stahlproduktion (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Bertram Brossardt

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

dts Nachrichtenagentur, bayerische Metall-Arbeitgeber, IG Metall, Süddeutsche Zeitung

Wann ist das Ereignis passiert?

In der kommenden Woche.

Wo spielt die Handlung des Artikels?

München

Worum geht es in einem Satz?

Bayerns Metall-Arbeitgeberchef Bertram Brossardt fordert die IG Metall angesichts der Branchenkrise zur Zurückhaltung bei Warnstreiks auf und plädiert für Ausnahmen von Lohnerhöhungen für kriselnde Betriebe sowie längere Arbeitszeiten, während er automatische Gewinnbeteiligungen ablehnt.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Stockende Tarifverhandlungen für rund 3,7 Millionen Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie
  • Tiefe wirtschaftliche Krise bei Autobauern und zahlreichen weiteren Unternehmen
  • Ablehnung des Arbeitgeberangebots von 1,3 Prozent Lohnerhöhung und 1,0 Prozent Sonderzahlung bei einer Laufzeit von 26 Monaten durch die IG Metall
  • Forderung der IG Metall nach fünf Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten
  • Aufruf der IG Metall zu Warnstreiks angesichts der festgefahrenen Verhandlungen
  • Forderung der Arbeitgeber nach Kostenentlastungen für wirtschaftlich angeschlagene Betriebe

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

Im Artikel werden keine Reaktionen aus Politik, Öffentlichkeit oder Medien beschrieben.

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Bei Umsetzung der Arbeitgebervorschläge würden in Betrieben mit einer Umsatzrendite unter 2,3 Prozent Lohnerhöhung und Sonderzahlung entfallen
  • Eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit von 35 auf 38 Stunden könnte die Kosten der Unternehmen senken
  • Die Kostenentlastungen könnten zum Erhalt von Arbeitsplätzen beitragen
  • Bei einer erzwungenen Gewinnbeteiligung würden laut Brossardt viele der betroffenen Unternehmen den Tarifvertrag verlassen

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja, Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der bayerischen Metall-Arbeitgeber, fordert die IG Metall angesichts der Warnstreiks zur Mäßigung auf und erklärt: „Die Gewerkschaft sollte es nicht übertreiben.“

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