Gesellschaft: Krise des Argumentierens
Stuttgart () – Der frühere baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hält die Demokratie in Deutschland für enorm gefährdet. Immer mehr Menschen wählten aus dem Bauch heraus extreme Politiker und Parteien, sagte Kretschmann dem „Spiegel“.
„Wenn man ein bisschen nachdenkt, könnte man dahinterkommen und sich fragen: Wann haben jemals Extremisten in der Geschichte Gutes bewirkt und Probleme gelöst?“, so der Grünen-Politiker weiter. Man wisse doch, dass dies nicht der Fall sei.
Angesichts des Erfolgs der AfD bei den jüngsten Landtagswahlen sagte Kretschmann: „Zu meinen, man regiert wieder ordentlich und dann halbiert man die Zustimmung zur AfD, wie es Merz gesagt hat, das ging nicht auf.“
In Deutschland habe man sich „zehn Jahre lang empört über die AfD, über die Tabubrüche und ihre Geschichtslosigkeit, über ihre hemmungslose Polemik und ihre finsteren Vorhaben“. Man habe die AfD zu Recht ausgegrenzt und nicht mit ihr zusammengearbeitet.
„Aber haben wir mit ihnen diskutiert, haben wir sie kollektiv herausgefordert?“, so der frühere baden-württembergische Ministerpräsident.
Das habe man nicht. „Wir sind in einer Krise des Argumentierens“, sagte Kretschmann.
Das sei deswegen so dramatisch, „weil man in der Demokratie zum Schluss nur Argumente hat“, so der Grünen-Politiker weiter. Die Sorge sei begründet, „dass wir die AfD nicht einfach gestoppt bekommen und die Demokratie unter die Räder gerät, wenigstens temporär“.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Winfried Kretschmann, Friedrich Merz
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Winfried Kretschmann, Grünen, AfD, Merz, dts Nachrichtenagentur, Spiegel
Wann ist das Ereignis passiert?
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Wo spielt die Handlung des Artikels?
Stuttgart
Worum geht es in einem Satz?
Winfried Kretschmann (Grüne) warnt in einem Interview, dass die Demokratie in Deutschland durch die zunehmende Bauchentscheidung für extreme Parteien wie die AfD enorm gefährdet sei, weil es in der Politik eine „Krise des Argumentierens“ gebe und diese Entwicklung nicht allein durch Ausgrenzung oder Empörung gestoppt werde.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- AfD-Erfolg bei den jüngsten Landtagswahlen
- Zehn Jahre Empörung in Deutschland über die AfD
- Keine Diskussion oder kollektive Herausforderung der AfD
- Krise des Argumentierens in der Demokratie
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- In dem Artikel wird keine konkrete Reaktion von Politik, Öffentlichkeit oder Medien auf die Aussagen beschrieben
- Nur Kretschmanns Einschätzung zur Lage und zur AfD-Erfolgslage nach den jüngsten Landtagswahlen wird wiedergegeben
Welche Konsequenzen werden genannt?
- zunehmende Gefährdung der Demokratie in Deutschland
- Verbreitung von Entscheidungen aus dem Bauch heraus bei der Wahl extremer Politiker und Parteien
- fehlende Problemlösung durch Extremisten in der Geschichte
- Krise des Argumentierens in der Demokratie
- Gefahr, dass die AfD nicht gestoppt wird
- Risiko, dass die Demokratie zumindest zeitweise unter die Räder gerät
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja. Winfried Kretschmann wird mit mehreren direkten Zitaten bzw. einer Reaktion zitiert.
- Hubig kündigt Gesetzentwurf gegen extremistische Schöffen an - 10. Oktober 2026
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- Hubig bezeichnet Wahl von AfD-Landtagspräsident als "Zäsur" - 10. Oktober 2026

