Gesundheitspolitik: Ärztemangel im Wahlkampf
Berlin () – Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, wirft der AfD eine politische Instrumentalisierung des Ärztemangels und der Zuwanderung ausländischer Ärzte vor. Zwar sei es in manchen Regionen tatsächlich schwieriger geworden, einen Arzt zu finden, sagte Reinhardt den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagausgaben). „Verunsicherung und politische Instrumentalisierung machen es nicht besser, sondern schlimmer, egal aus welcher politischen Richtung sie kommen.“
Die AfD macht den Ärztemangel insbesondere auf dem Land zum Wahlkampfthema. Im September wird sowohl in Sachsen-Anhalt als auch in Mecklenburg-Vorpommern ein neuer Landtag gewählt. Reinhardt sagte, Ärzte und Patienten in den betroffenen Regionen hätten „sinnvolle und realistische Lösungsansätze verdient“. Zugleich gebe es dort häufig Ärzte, die „weit über ihre Belastungsgrenze hinaus arbeiten und bei den Menschen sehr beliebt sind“.
Auch die Forderung des AfD-Landesverbands in Sachsen-Anhalt, „Medizinstudenten statt Importärzte“, kritisierte Reinhardt. „Von solchen plakativen Zuspitzungen halte ich nichts“, sagte er. Deutschland brauche zwar ausreichend Studienplätze, müsse aber auch Ärzten aus dem Ausland die Möglichkeit geben, in Deutschland zu arbeiten.
Ausländische Ärzte seien bereits heute unverzichtbar. „In bestimmten Strukturen sehr“, sagte Reinhardt auf die Frage, wie abhängig Deutschland von ihnen sei. In Krankenhäusern, Rehabilitationskliniken und auch in der ambulanten Versorgung, insbesondere im ländlichen Raum, arbeiteten viele ausländische Kollegen. „Sie werden dringend gebraucht.“
Zudem gebe es viele hochqualifizierte ausländische Ärzte in Spitzenpositionen. „Als globale Wissenschaft verbindet die Medizin Fachleute auf der ganzen Welt. Es ist gut, wenn wir über Grenzen hinweg voneinander profitieren“, sagte Reinhardt.
Neben mehr Studienplätzen brauche es deshalb vor allem bessere Strukturen. Deutschland müsse in einer älter werdenden Gesellschaft mit begrenzten personellen und finanziellen Ressourcen eine Patientenversorgung auf hohem Niveau sichern. „Dabei werden wir den neuen Gesundheitsminister unterstützen“, sagte Reinhardt.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Klaus Reinhardt
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Bundesärztekammer, AfD, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Zeitungen der Funke-Mediengruppe, dts Nachrichtenagentur
Wann ist das Ereignis passiert?
Der Zeitraum/das Datum, in dem das Ereignis stattfand: Freitagausgaben (kein konkretes Datum genannt).
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern
Worum geht es in einem Satz?
Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, kritisiert die AfD dafür, den Ärztemangel und die Zuwanderung ausländischer Ärzte politisch zu instrumentalisieren, und fordert stattdessen realistische Lösungen wie mehr Studienplätze und vor allem bessere Versorgungsstrukturen, da ausländische Ärzte bereits heute unverzichtbar seien.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
politische Instrumentalisierung des Ärztemangels durch die AfD
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Reinhardt kritisiert Verunsicherung und politische Instrumentalisierung, die die Situation verschlimmern statt verbessern
- Er hält plakativen Zuspitzungen wie „Medizinstudenten statt Importärzte“ entgegenstehenden Positionen für nicht sinnvoll
- Laut Artikel fordert er realistische Lösungsansätze und die Unterstützung des neuen Gesundheitsministers
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Verunsicherung wird durch politische Instrumentalisierung verstärkt
- Die Suche nach Ärzten wird dadurch nicht verbessert, sondern verschlechtert
- Betroffene Regionen verdienen sinnvolle und realistische Lösungsansätze zur Versorgungssicherung
- Belastungssituation von bereits stark arbeitenden Ärzten wird weiter zum relevanten Thema
- Forderungen nach pauschalen Gegenmaßnahmen werden zurückgewiesen, was die politische Diskussion verändern kann
- Erforderlich wird eine stärkere Ausrichtung auf bessere Versorgungsstrukturen statt allein auf die Zahl von Studienplätzen
- In einer alternden Gesellschaft steigt der Bedarf, die Patientenversorgung auch mit begrenzten Ressourcen auf hohem Niveau zu sichern
- Der neue Gesundheitsminister soll bei der Umsetzung von Verbesserungen unterstützt werden
- Ausländische Ärzte bleiben als wichtiger Bestandteil der Versorgung entsprechend zentral für die Versorgung im ländlichen Raum und in Kliniken
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja. Im Artikel wird die Stellungnahme von Klaus Reinhardt (Präsident der Bundesärztekammer) zitiert, u. a. zu einer angeblichen politischen Instrumentalisierung durch die AfD.
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