SPD erwägt Einschränkung von Alkoholverkauf

SPD erwägt Einschränkung von Alkoholverkauf

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Alkoholpolitik in Deutschland: Verfügbarkeit reduzieren

Berlin () – Die SPD im hat den Vorschlag der Vorsitzenden des AOK-Bundesverbands, Carola Reimann, den Alkoholverkauf an Tankstellen einzuschränken, begrüßt.

ist in nahezu rund um die Uhr und häufig zu sehr niedrigen Preisen verfügbar“, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der Fraktion, Christos Pantazis, der „Welt“ (Donnerstagausgabe). Diese „nahezu selbstverständliche Verfügbarkeit“ müsse man hinterfragen. „Gerade Tankstellen ermöglichen vielerorts den Kauf alkoholischer Getränke bis spät in die Nacht.“

Deshalb halte er es für sinnvoll, die Abgabe von Alkohol an Tankstellen stärker zu begrenzen. „Wir müssen nicht akzeptieren, dass Alkohol jederzeit und praktisch überall verfügbar ist“, so Pantazis. Daten aus anderen Ländern zeigten, dass Maßnahmen zur Begrenzung der Verfügbarkeit einen Beitrag dazu leisten könnten, Alkoholkonsum und alkoholbedingte Schäden zu reduzieren.

Der Gesundheitspolitiker der Linken-Fraktion, Ates Gürpinar, sagte, die Debatte dürfe nicht bei den Tankstellen enden. Im Supermarkt müsse der Alkohol mindestens raus aus der sogenannten „Quengelzone“. Insbesondere bei hochprozentigem Alkohol müsse man die Verfügbarkeit insgesamt in den Blick nehmen und den Verkauf viel stärker auf Fachgeschäfte begrenzen.

Alkohol und Tabak seien gesundheitsschädlich und stark suchterregend, daran dürfe niemand verdienen, so Gürpinar. Deshalb brauche es neben einer verantwortungsvollen Regulierung des Verkaufs und einem Werbeverbot vor allem auch eine gute Ausstattung von Suchtberatung, Sozialarbeit und Präventionsangeboten. Wer Gesundheitsschutz ernst nehme, müsse weniger Verfügbarkeit und mehr Unterstützung für Menschen, die Hilfe brauchen, zusammendenken.

Der gesundheitspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Martin Sichert, sagte, es sei nicht Aufgabe des Staates, Menschen von allen Lebensrisiken fernzuhalten. Seine Partei sei für mehr Aufklärung über die Risiken des Alkoholkonsums und für mehr Eigenverantwortung, aber gegen noch mehr staatliche Verbote und auch gegen Strafsteuern. Man brauche mündige, aufgeklärte Bürger, keine Verbotsorgien, so Sichert. „Wir müssen als davon wegkommen, immer alles zu verbieten oder zu verteuern, was bestimmten Gruppen nicht ins Bild passt – seien es fossile Brennstoffe, Urlaubsflüge oder eben auch Alkohol.“

Suchtforscher Heino Stöver bezeichnete die vorhandene unmittelbare Griffnähe zu Alkohol als großes Problem. Überall werde man mit der Normalität des Alkoholkonsums konfrontiert. Dass der Alkoholkonsum alles andere als normal sei, verdeutlichten die Zahlen: Mindestens acht Millionen Deutsche tränken so viel, dass sie ihrer Gesundheit schadeten; etwa zwei Millionen von ihnen erfüllten die Kriterien einer Abhängigkeit.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Christos Pantazis, Carola Reimann, Ates Gürpinar, Martin Sichert, Heino Stöver

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

SPD, AOK-Bundesverband, CDU, Linken-Fraktion, AfD-Bundestagsfraktion, Heino Stöver, Welt

Wann ist das Ereignis passiert?

Nicht erwähnt

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Berlin (Deutschland)

Worum geht es in einem Satz?

Die SPD begrüßt den Vorschlag, den Alkoholverkauf an Tankstellen stärker einzuschränken, während Linke und Suchtforschung allgemein die Verfügbarkeit reduzieren und AfD auf Aufklärung statt Verbote setzt.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Alkoholverkauf an Tankstellen soll eingeschränkt werden, weil Alkohol dort vielerorts bis spät in die Nacht verfügbar ist
  • Die von SPD und weiteren Fraktionen kritisierte „nahezu selbstverständliche“ und häufig sehr preisgünstige Verfügbarkeit von Alkohol rund um die Uhr
  • Forderung, dass die Debatte nicht nur bei Tankstellen endet und auch die allgemeine Verfügbarkeit im Handel (z.B. Supermarkt) hinterfragt wird
  • Problembeschreibung der „unmittelbaren Griffnähe“ zu Alkohol im Alltag und die daraus resultierende Normalisierung des Alkoholkonsums
  • Zahlen zu gesundheitsschädlichem Alkoholkonsum und Abhängigkeit als Hintergrund für die Forderung nach Begrenzung der Verfügbarkeit

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • Die SPD begrüßt den Vorschlag, Alkoholverkauf an Tankstellen stärker einzuschränken
  • Die Linken-Fraktion fordert, die Debatte nicht nur auf Tankstellen zu begrenzen, sondern auch den Verkauf im Supermarkt weiter einzuschränken
  • Die AfD lehnt weitere staatliche Verbote ab und fordert stattdessen mehr Aufklärung und Eigenverantwortung
  • Ein Suchtforscher kritisiert die „Griffnähe“ zu Alkohol als Problem und verweist auf hohe Konsum- und Abhängigkeitszahlen

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Beitrag zur Reduzierung von Alkoholkonsum und alkoholbedingten Schäden durch Begrenzung der Verfügbarkeit
  • Weniger Kaufmöglichkeiten spät in der Nacht durch stärkere Begrenzung der Abgabe an Tankstellen
  • Verlagerung bzw Einschränkung des Alkoholverkaufs in anderen Bereichen wie Supermärkten durch Entfernung aus der sogenannten Quengelzone
  • Insgesamt stärkere Begrenzung insbesondere des Verkaufs hochprozentigen Alkohols durch Verlagerung auf Fachgeschäfte
  • Unterstützung von Suchtberatung Sozialarbeit und Präventionsangeboten als notwendige Ergänzung zu Regulierung und Werbeverbot
  • Reduzierung der unmittelbaren Griffnähe und Normalisierung des Alkoholkonsums als Problemfaktor
  • Verbesserung der öffentlichen Aufklärung und Betonung von Eigenverantwortung anstelle weiterer Verbote

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja. Es werden Stellungnahmen/Reaktionen mehrerer Personen zitiert (u. a. Christos Pantazis von der SPD, Ates Gürpinar von den Linken, Martin Sichert von der AfD und Suchtforscher Heino Stöver).

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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