Strompreise: Politischer Streit in Berlin
Berlin () – Nachdem Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) mit ihrer Aussage, dass die Strompreise in Deutschland erst in den 2030er-Jahren deutlich sinken werden, auf scharfe Kritik gestoßen ist, hat sie nun ihr Vorgehen verteidigt.
„Frühere Bundesregierungen haben einen grundlegenden Fehler gemacht: Sie haben den Ausbau der Erneuerbaren vorangetrieben, ohne Netze, Speicher, Verbrauch und gesicherte Kraftwerksleistung konsequent als ein System zu planen“, teilte Reiche am Donnerstag mit. Die CDU-Politikerin war bereits von 2009 bis 2013 Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, das damals mit einer Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes die Vergütung für Photovoltaik-Strom absenkte, um den rasanten Zubau zu dampfen.
Reiche erinnerte daran, dass Strom oft dort entstehe, wo das Netz ihn nicht aufnehmen könne. Er müsse abgeregelt und an anderer Stelle durch Kraftwerke ersetzt werden. „Die Folge sind hohe Kosten für Redispatch, Netzausbau und langfristige Förderzusagen“, erklärte sie. „Allein 2025 flossen mehrere zehn Milliarden Euro staatlicher Mittel in das Stromsystem – und trotzdem liegen unsere Stromkosten weiter über denen wichtiger Wettbewerber.“
„Die Antwort darauf lautet weder weniger Erneuerbare noch immer mehr Subventionen. Sondern ein System, in dem alle Teile effizient zusammenwirken“, so Reiche. „Genau hier setzen wir an: Wir synchronisieren den Ausbau der Erneuerbaren mit dem Netzausbau, bringen mehr Wettbewerb in die Förderung und nutzen Speicher und flexible Verbraucher gezielter.“
Gleichzeitig schaffe man die gesicherte Kraftwerksleistung, die einspringt, wenn Wind und Sonne nicht ausreichen. „Langfristige und diversifizierte Gasliefervertrage schützen uns dabei besser vor Preissprüngen und starken Schwankungen“, so Reiche. „Dieser Paradigmenwechsel braucht Zeit.“
Man achte den Bestandsschutz. Investitions- und Abschreibungszyklen umfassten Jahre und Jahrzehnte. „Deshalb ist es höchste Zeit, die Grundlagen für ein wetthewerhsfahiges. markthasiertes. effizientes Stromsystem zu legen“.
Im Koalitionsvertrag hatten CDU/CSU und SPD als Ziel dauerhaft niedrige und planbare, international wettbewerbsfähige Energiekosten vereinbart. „Wir werden bei Bedarf nachsteuern“, hieß es. „Wir wollen Unternehmen und Verbraucher in Deutschland dauerhaft um mindestens fünf Cent pro kWh mit einem Maßnahmenpaket entlasten. Dafür werden wir als Sofortmaßnahme die Stromsteuer für alle auf das europäische Mindestmaß senken und Umlagen und Netzentgelte reduzieren.“ Zudem sollten die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung „durch eine spürbare Entlastung beim Strompreis“ an Verbraucher und die Wirtschaft zurückgegeben werden.
Zuletzt hatte eine Studie, die der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bei Montel Analytics in Auftrag gegeben hat, gezeigt, dass ein hoher Anteil an Wind- und Solarkraft im Netz den Strompreis in Energiekrisen stabil hält und extreme Spitzen glättet. Im Mittelpunkt der Analyse stand der Vergleich von drei Szenarien mit den Preisbedingungen der Energiekrise des Jahres 2022: ein stark fossil geprägtes Stromsystem aus dem Jahr 2011, das Referenzszenario des Jahres 2022 sowie ein Zukunftsszenario mit einem Anteil von 80 Prozent erneuerbaren Energien, wie es die Bundesregierung für 2030 vorsieht. Laut der Studie sinkt der durchschnittliche Preis im 2030er-Szenario gegenüber 2011 um 64 Prozent.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Katherina Reiche, Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, Katherina Reiche (CDU), Katherina Reiche (CDU)
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Bundeswirtschaftsministerium, Bundesumweltministerium, CDU, SPD, CDU/CSU, BUND, Montel Analytics, Bundesregierung
Wann ist das Ereignis passiert?
Datum/Zeitraum:Donnerstag (genaueres Datum nicht genannt).
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin
Worum geht es in einem Satz?
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche verteidigt gegenüber der Kritik ihre Einschätzung, dass die Strompreise in Deutschland erst in den 2030er-Jahren deutlich sinken werden, und begründet das damit, dass frühere Regierungen Erneuerbare ohne ausreichende Planung für Netze, Speicher und gesicherte Leistung förderten, während sie jetzt auf ein effizient zusammenspielendes System aus Netzausbau, Wettbewerb, Speichern und flexibler Gasversorgung setzt.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Ausbau der Erneuerbaren ohne konsequente Systemplanung mit Netzen, Speichern, Verbrauch und gesicherter Kraftwerksleistung als grundlegender Fehler früherer Bundesregierungen
- Stromentstehung dort, wo das Netz ihn nicht aufnehmen kann, wodurch Abregelung nötig wird und Kraftwerke an anderer Stelle einspringen müssen
- Hohe Kosten für Redispatch, Netzausbau und langfristige Förderzusagen
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Der Artikel beschreibt, dass Reiche nach ihrer Aussage über sinkende Strompreise erst in den 2030er-Jahren scharfe Kritik erhalten hat
- Es wird keine konkrete Reaktion von Politik, Öffentlichkeit oder Medien auf ihre Verteidigung im weiteren Verlauf detailliert beschrieben
Welche Konsequenzen werden genannt?
Hohe Kosten für Redispatch durch kurzfristige Netzeinsätze
Hohe Kosten für den Netzausbau
Langfristige Förderzusagen mit finanzieller Belastung
Stromkosten bleiben trotz staatlicher Mittel über denen wichtiger Wettbewerber
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche äußert eine Verteidigung ihres Vorgehens mit mehreren wörtlichen Aussagen im Artikel.
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