Bundeswehr fehlen knapp 2.000 Soldaten für Litauen-Brigade

Politik: Bundeswehr in Litauen vor Personalengpass

Berlin () – Für den Aufbau der dauerhaft in Litauen stationierten Bundeswehr-Brigade fehlen nach internen Unterlagen derzeit noch knapp 2.000 Soldaten. Das geht aus internen Papieren hervor, über die die „Welt am Sonntag“ berichtet und die den Stand von Mitte Juni dokumentieren. Das Verteidigungsministerium erklärte dagegen auf Anfrage, die Aufstellung der Brigade verlaufe „planmäßig“ und man setze vorerst weiterhin auf Freiwilligkeit.

Den Unterlagen zufolge liegt die Personalgewinnung in mehreren Verbänden deutlich hinter den Zielen zurück. Teilweise erreichten betroffene Einheiten weniger als 30 Prozent ihres vorgesehenen Personalumfangs, zahlreiche weitere weniger als 50 Prozent. Bei den Fernmeldetruppen lag der Besetzungsstand demnach bei knapp 40 Prozent des angestrebten Solls. Von zehn ausgewerteten Verbänden und Einheiten wurden vier als „ungenügend“ und drei als „grenzwertig“ eingestuft.

In den Akten heißt es, insbesondere die Gewinnung von Mannschaftssoldaten und spezialisierten Unteroffizieren stelle in allen Einheiten und Verbänden eine Herausforderung dar. Zwar zeigten verstärkte Werbemaßnahmen Erfolge, sie deckten den Bedarf an freiwilligen Bewerbern jedoch weiterhin nicht.

Das Verteidigungsministerium erklärte hingegen, dass man optimistisch bleibe. Zuletzt seien unter anderem Informationsflyer erstellt und eine Hotline für Interessierte eingerichtet worden. Dort, wo es erforderlich sei, müssten jedoch im Zweifel verpflichtende Maßnahmen ergriffen werden. Zum möglichen Umfang solcher Verpflichtungen sei derzeit noch keine abschließende belastbare Aussage möglich.

Die Bundeswehr will bis 2027 rund 4.800 Soldaten dauerhaft für die Brigade in Litauen bereitstellen. Nach Angaben von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) dürfte ein Teil der Dienstposten voraussichtlich nicht ausschließlich mit Freiwilligen besetzt werden können. Die Einsatzbereitschaft habe Vorrang. Bis zum geplanten Verlegezeitraum im Jahr 2027 sollen nach Nato-Vorgaben 90 Prozent der Dienstposten besetzt sein.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Bundeswehr-Soldaten (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Bundeswehr fehlen knapp 2.000 Soldaten für Litauen-Brigade

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Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Boris Pistorius

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Bundeswehr, Verteidigungsministerium, „Welt am Sonntag“, NATO, Boris Pistorius, SPD

Wann ist das Ereignis passiert?

Zeitraum/Datum:Stand von Mitte Juni“ (für die internen Unterlagen/Dokumentation)

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Berlin, Litauen

Worum geht es in einem Satz?

Laut internen Unterlagen fehlen für den Aufbau der dauerhaft in Litauen stationierten Bundeswehr-Brigade derzeit noch knapp 2.000 Soldaten, weil die Personalgewinnung vieler Verbände deutlich hinter den Zielen zurückbleibt, während das Verteidigungsministerium die Aufstellung als „planmäßig“ bezeichnet und weiterhin primär auf Freiwilligkeit setzt, aber im Zweifel auch verpflichtende Maßnahmen nicht ausschließt, um die bis 2027 geforderte Besetzung nach NATO-Vorgaben zu erreichen.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Fehlende Personalgewinnung für den Aufbau der dauerhaft in Litauen stationierten Bundeswehr-Brigade
  • Zurückbleibende Besetzung in mehreren Verbänden deutlich hinter den Zielen
  • Rekrutierungslücke bei Mannschaftssoldaten und spezialisierten Unteroffizieren
  • Verdeckte Notwendigkeit ergänzender Maßnahmen, da verstärkte Werbemaßnahmen den Bedarf an freiwilligen Bewerbern weiterhin nicht decken
  • Unterschreitung der Soll-Werte, teils unter 30 Prozent bzw. unter 50 Prozent

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • Es wird berichtet, dass das Verteidigungsministerium auf Anfrage die Aufstellung der Brigade als planmäßig bezeichnet
  • Das Ministerium erklärt, man bleibe optimistisch und verweist auf verstärkte Werbemaßnahmen, Informationsflyer und eine Hotline
  • Es wird gesagt, dass dort, wo es erforderlich sei, im Zweifel verpflichtende Maßnahmen ergriffen werden müssten
  • Die internen Unterlagen und der Bericht durch die "Welt am Sonntag" legen nahe, dass die Personalgewinnung teils deutlich hinter den Zielen zurückliegt und Einheiten als ungenügend oder grenzwertig eingestuft wurden

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Personalmangel von knapp 2.000 Soldaten für die dauerhaft in Litauen stationierte Brigade
  • Personalgewinnung in mehreren Verbänden deutlich hinter den Zielen zurück
  • Einige Einheiten erreichen weniger als 30 Prozent ihres vorgesehenen Personalumfangs
  • Viele weitere Einheiten erreichen weniger als 50 Prozent ihres vorgesehenen Personalumfangs
  • Fernmeldetruppen liegen bei knapp 40 Prozent des angestrebten Solls
  • Vier von zehn ausgewerteten Verbänden und Einheiten gelten als ungenügend
  • Drei von zehn ausgewerteten Verbänden und Einheiten gelten als grenzwertig
  • Herausforderungen bei der Gewinnung von Mannschaftssoldaten und spezialisierten Unteroffizieren
  • Verbesserte Werbemaßnahmen decken den Bedarf an freiwilligen Bewerbern weiterhin nicht
  • Notwendigkeit, im Zweifel verpflichtende Maßnahmen zur Personalbeschaffung zu ergreifen
  • Unklarheit über den möglichen Umfang verpflichtender Maßnahmen
  • Risiko, dass die Zielvorgaben bis zum Verlegezeitraum 2027 nicht allein durch Freiwillige erreichbar sind
  • Vorgabe nach Nato-Fahrplan, bis 2027 mindestens 90 Prozent der Dienstposten zu besetzen

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja. Es werden Stellungnahmen des Verteidigungsministeriums und von Verteidigungsminister Boris Pistorius zitiert.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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