Verteidigungspolitik in Deutschland und Frankreich
Berlin () – Grünen-Chefin Franziska Brantner wirft Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vor, das Kampfjetprojekt FCAS mit Frankreich zu leichtfertig beendet zu haben, ohne eine klare Alternative zu haben.
„FCAS war nie nur ein Rüstungsprojekt, sondern eines der wichtigsten europäischen Zukunftsprojekte für gemeinsame Handlungsfähigkeit in der Verteidigung“, sagte Brantner der „Süddeutschen Zeitung“. Dass die Interessen auseinandergingen, sei nicht überraschend – Frankreich sei Atommacht und habe mit Dassault einen eigenen Hersteller. Dassault und Airbus Defence aus Deutschland hatten sich nicht über die Führung bei dem Projekt einigen können. Dassault beanspruchte diese für sich, da man viel mehr Erfahrung in dem Geschäft habe.
„Erschreckend ist, dass die Politik nicht die Kraft hatte, eine Lösung zu finden. Dafür trägt Bundeskanzler Merz große Mitverantwortung“, sagte Brantner. Man solle sich auch in Erinnerung rufen, mit wem man es bei Dassault zu tun habe. „Der Firmengründer Marcel Dassault, geboren als Marcel Bloch, stammte aus einer jüdischen Familie, verweigerte den deutschen Besatzern die Mitarbeit und überlebte das Konzentrationslager Buchenwald.“ Diese Geschichte sei Teil der deutsch-französischen Beziehung – ein Grund mehr, eine solche Kooperation mit politischer Sensibilität zu führen, sagte Brantner.
Wer nun nach dem Scheitern wie Merz einen Kauf weiterer US-F-35-Kampfjets ins Spiel bringe, verwechsele Aufrüstung mit Souveränität. „Das Argument, das geistige Eigentum müsse zwingend uns gehören, überzeugt nicht: Bei der F-35 gehört es uns auch nicht. Warum also keine faire Aufteilung mit Frankreich, bei der mal die eine, mal die andere Seite führt?“, merkte Brantner an. Denn ein Prinzip bleibe: Europäische Verteidigung werde ohne Frankreich nicht funktionieren – „und gegen Frankreich erst recht nicht“. Genau das habe Merz aus dem Blick verloren.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Friedrich Merz am 15.06.2026 |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Die vollständigen Namen der Personen im Artikel sind:
Franziska Brantner, Friedrich Merz, Marcel Dassault, Marcel Bloch.
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Die genannten Organisationen, Parteien oder Institutionen sind:
Grünen, Bundeskanzler, Friedrich Merz, CDU, FCAS, Frankreich, Dassault, Airbus Defence, Marcel Dassault, jüdischen Familie, Konzentrationslager Buchenwald, US-F-35-Kampfjets.
Wann ist das Ereignis passiert?
Das Datum, an dem das beschriebene Ereignis stattfand, ist der 15. Juni 2026.
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Die Orte, an denen das beschriebene Ereignis stattfindet oder stattfand, sind: Berlin, Frankreich.
Worum geht es in einem Satz?
Grünen-Chefin Franziska Brantner kritisiert Bundeskanzler Friedrich Merz dafür, das FCAS-Kampfjetprojekt mit Frankreich leichtfertig beendet zu haben, ohne eine klare Alternative zu präsentieren, und betont die Bedeutung einer engen europäischen Verteidigungskooperation mit Frankreich.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Vorwurf von Franziska Brantner an Friedrich Merz bezüglich des FCAS-Projekts
- Leichtfertiges Beenden des Kampfjetprojekts ohne Alternative
- FCAS als wichtiges europäisches Zukunftsprojekt
- Auseinandergehende Interessen zwischen Deutschland und Frankreich
- Frankreichs Status als Atommacht und eigener Hersteller (Dassault)
- Uneinigkeit zwischen Dassault und Airbus Defence über Projektführung
- Mangel an politischer Kraft zur Lösungsfindung
- Historische Bedeutung von Dassault und Buchenwald für deutsch-französische Beziehungen
- Kritik an Merz' Vorschlägen zum Kauf von US-F-35-Kampfjets
- Notwendigkeit der Kooperation mit Frankreich für europäische Verteidigung
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Franziska Brantner kritisiert Friedrich Merz für leichtfertiges Ende des FCAS-Projekts
- Merz habe keine klare Alternative präsentiert
- FCAS gilt als wichtiges europäisches Verteidigungsprojekt
- Schwierigkeiten aufgrund unterschiedlicher Interessen zwischen Deutschland und Frankreich
- Dassault beansprucht aufgrund größerer Erfahrung die Führung im Projekt
- Politische Unfähigkeit zur Lösung des Problems wird angesprochen
- Brantner weist auf die historische Bedeutung von Dassault hin
- Kritik an Merz' Vorschlag, weitere US-F-35-Kampfjets zu kaufen
- Argumentation für faire Aufteilung von Führungsrollen im europäischen Verteidigungsprojekt
- Betonung, dass europäische Verteidigung ohne Frankreich nicht funktioniert
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Verlust eines bedeutenden europäischen Zukunftsprojekts
- Gefahr einer unzureichenden gemeinsamen Handlungsfähigkeit in der Verteidigung
- Fehlende Lösungskompetenz in der Politik
- Verantwortung des Bundeskanzlers für das Scheitern
- Fortdauernde Abhängigkeit von US-Militärausrüstung
- Mangelnde politische Sensibilität in der deutsch-französischen Kooperation
- Potenzielle Erosion der europäischen Verteidigungsstruktur ohne Frankreich
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Grünen-Chefin Franziska Brantner zitiert, die Bundeskanzler Friedrich Merz vorwirft, das Kampfjetprojekt FCAS leichtfertig beendet zu haben und eine klare Alternative zu vermissen.
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