Gesellschaft: Schwimmfähigkeiten von Kindern in Deutschland
Berlin () – Angesichts der schlechten Schwimmfähigkeiten von Kindern und Jugendlichen fordert der Bundesverband Deutscher Schwimmmeister (BDS) eine bundesweite Bronze-Pflicht für Unter-16-Jährige.
„Die Regelung sollte bundesweit von den kommunalen und privaten Freibad-Betreibern übernommen werden“, sagte Präsident Peter Harzheim dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Hintergrund ist die Debatte um eine entsprechende Umsetzung in mehreren Bädern in Nordrhein-Westfalen, in der Kinder und Jugendliche ohne Bronze-Abzeichen nur in Begleitung eines Elternteils Zutritt erhalten. „Das ist eine gute und saubere Idee. Das Bronzeabzeichen gewährleistet, dass die Kinder wirklich sicher im Schwimmen sind“, so Harzheim.
Harzheim sieht in der Zugangsbeschränkung keine Schikane, sondern eine Chance, das sichere Schwimmen wieder stärker in den gesellschaftlichen Fokus zu rücken. Sie sei zudem ein „Weckruf an die Eltern“, ihrer Pflicht nachzukommen und Kinder frühzeitig an das Wasser zu gewöhnen.
Die Präsidentin der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Ute Vogt, zeigte Verständnis für eine solche Überlegung. „Die Verantwortung für Kinder und Jugendliche liegt bei den Erziehungsberechtigten. Diese Verantwortung lässt sich nicht auf das Personal im Schwimmbad übertragen“, sagte sie dem RND. Auch der Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen (DGfdB), Christian Mankel, findet entsprechende Regeldiskussionen vor allem im Hinblick auf die Sommermonate mit sehr vollen Freibädern „nachvollziehbar“.
Die Grünen-Politikerin und Mitglied im Bundestags-Innenausschuss, Schahina Gambir, sieht in einer potenziellen Bronze-Pflicht dagegen ein Ausschlusskonzept, das vor allem sozial schwächere Familien träfe. Zwar sei der Sicherheitsgedanke nachvollziehbar, die Regelung löse aber das eigentliche Problem nicht. „Wer flächendeckend eine Bronze-Pflicht einführen will, muss gleichzeitig dafür sorgen, dass alle Kinder überhaupt die Chance haben, schwimmen zu lernen“, so Gambir. Sie warnte, eine solche Regelung könne „mittelbar diskriminierend“ wirken.
DGfdB-Geschäftsführer Mankel warnt zudem vor potenziellen Ausweichbewegungen. Zwar sei die abnehmende Schwimmfähigkeit der Jugend ebenso alarmierend wie die sinkende Aufmerksamkeit vieler Eltern am Beckenrand. Dennoch berge ein strenges Einlassverbot Risiken: „Je höher die Eintrittsbarrieren, desto wahrscheinlicher weichen Nichtschwimmer und nicht sichere Schwimmer auf unüberwachte Badestellen aus, die eine hohe Gefährdung für diese Personengruppe aufweisen können.“
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Schwimmbad (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Peter Harzheim, Ute Vogt, Christian Mankel, Schahina Gambir
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Bundesverband Deutscher Schwimmmeister (BDS), Deutscher Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Deutsche Gesellschaft für das Badewesen (DGfdB), Schahina Gambir, Die Grünen
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Der Ort, an dem das beschriebene Ereignis stattfindet oder stattfand, ist Berlin. Zudem wird auf mehrere Bäder in Nordrhein-Westfalen verwiesen.
Worum geht es in einem Satz?
Der Bundesverband Deutscher Schwimmmeister fordert eine bundesweite Bronze-Pflicht für unter 16-Jährige, um die Schwimmfähigkeiten von Kindern zu verbessern, während Kritiker warnen, dass dies sozial benachteiligte Familien benachteiligen und zu gefährlichen Ausweichbewegungen führen könnte.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Schlechte Schwimmfähigkeiten von Kindern und Jugendlichen
- Debatte um Zugangsbeschränkungen in Nordrhein-Westfalen
- Kinder ohne Bronze-Abzeichen nur in Begleitung eines Elternteils zugelassen
- Sicherheitsbedenken bezüglich des Schwimmens bei Kindern
- Verantwortung der Erziehungsberechtigten für Schwimmfähigkeiten
- Voller Freibäder in den Sommermonaten
- Soziale Ungleichheiten im Zugang zu Schwimmausbildung
- Risiko von Nichtschwimmern an unüberwachten Badestellen
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- BDS fordert bundesweite Bronze-Pflicht für Unter-16-Jährige
- Präsident Peter Harzheim betont Sicherheit durch Bronzeabzeichen
- Zugangsbeschränkung wird als Chance für gesellschaftliches Bewusstsein gesehen
- DLRG-Präsidentin Ute Vogt sieht Verantwortung bei Erziehungsberechtigten
- DGfdB-Geschäftsführer Christian Mankel findet Regelung nachvollziehbar
- Grünen-Politikerin Schahina Gambir kritisiert potenzielle Diskriminierung sozial schwächerer Familien
- Mankel warnt vor Risiken strenger Einlassbedingungen und Ausweichbewegungen zu unüberwachten Badestellen
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Einführung einer bundesweiten Bronze-Pflicht für Unter-16-Jährige
- Zugangsbeschränkungen zu Schwimmbädern ohne Bronze-Abzeichen
- Stärkung des Bewusstseins für sicheres Schwimmen
- Aufforderung an Eltern, ihre Verantwortung ernst zu nehmen
- Diskussion über soziale Ungleichheiten durch Zugangsbeschränkungen
- Risiko von Diskriminierung sozial schwächerer Familien
- Möglichkeit von Ausweichbewegungen zu unüberwachten Badestellen
- Erhöhte Gefährdung für Nichtschwimmer und unsichere Schwimmer
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel werden mehrere Stellungnahmen zitiert. Der Präsident des Bundesverbands Deutscher Schwimmmeister, Peter Harzheim, fordert eine bundesweite Bronze-Pflicht für Unter-16-Jährige und sieht in der Zugangsbeschränkung eine Chance, das sichere Schwimmen in den gesellschaftlichen Fokus zu rücken.
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