Gesellschaftliche Verantwortung für Kindererziehung in Berlin
Berlin () – Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) will Eltern bei der Begrenzung der Bildschirmzeiten ihrer Kinder stärker in die Pflicht nehmen. Es müsste eigentlich gesellschaftlicher Standard sein, dass Kinder unter drei Jahren überhaupt keinen Kontakt zu digitalen Endgeräten haben, sagte Prien der „Welt am Sonntag“.
Um das zu erreichen, könne man über gesetzliche Regelungen zumindest nachdenken. Man regele ja auch andere Pflichten von Eltern im Bürgerlichen Gesetzbuch, etwa die gewaltfreie Erziehung, sagte die CDU-Politikerin.
Der Staat solle zwar nicht ins Kinderzimmer hineinregieren, so die Ministerin. Aber man müsse Eltern viel deutlicher sagen, welche Folgen ihr Verhalten für die Entwicklung ihrer Kinder habe. „Wir sehen dramatische Folgen – übrigens nicht nur, weil Kinder ständig am Bildschirm hängen, sondern auch, weil Eltern es tun.“
Über das Kita-Qualitätsentwicklungsgesetz will die Familien- und Bildungsministerin zudem regeln, dass rund um den vierten Geburtstag alle Kinder auf ihren Sprach- und Entwicklungsstand untersucht werden. „Wir sehen immer mehr Entwicklungsverzögerungen – nicht nur sprachlich, sondern auch sozial-emotional. Selbstregulation ist ein großes Thema“, so Prien.
Kinder mit besonderem Förderbedarf müssten gezielt gefördert werden, besonders im Jahr vor der Schule. „Ich halte das für einen echten Gamechanger im Bildungssystem.“ Über eine mögliche Kita-Pflicht müssten die Länder aber selbst entscheiden. Manche setzten auf ein verpflichtendes Kita-Jahr, andere auf vorgezogene Schulpflicht. Prien erklärte, sie finde nicht, dass der Bund den Ländern das detailliert vorschreiben sollte.
Mit Blick auf die schlechten Ergebnisse im IQB-Bildungstrend sagte Prien, sie arbeite gemeinsam mit den Ländern derzeit daran, wie die Trendwende gelingen könne. Wichtig sei vor allem die Konzentration auf basale Kompetenzen wie Lesen, Schreiben und Rechnen. „Zudem wollen wir den Leistungsstand regelmäßig mit Daten erheben“, so Prien. „Wir können es uns nicht leisten, dass etwa ein Viertel der Kinder in Deutschland die Grundschule verlässt, ohne richtig lesen zu können. Das ist einfach nicht hinnehmbar.“
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Kinder (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Karin Prien
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Bundesfamilienministerium, Karin Prien, CDU, Welt am Sonntag, Bürgerliches Gesetzbuch, Kita-Qualitätsentwicklungsgesetz, IQB-Bildungstrend, Bund, Länder.
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt.
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin
Worum geht es in einem Satz?
Bundesfamilienministerin Karin Prien plant, Eltern stärker für die Begrenzung der Bildschirmzeiten ihrer Kinder in Verantwortung zu nehmen und fordert gesetzliche Regelungen sowie umfassende Sprach- und Entwicklungsuntersuchungen vor dem vierten Geburtstag, um Entwicklungsverzögerungen entgegenzuwirken und die Bildungsergebnisse zu verbessern.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Zunehmender Bildschirmkonsum bei Kindern
- Fehlende Regelungen zur Bildschirmzeit
- Dramatische Folgen für die Entwicklung der Kinder
- Entwicklung von Sprach- und sozialen Kompetenzen wird beeinträchtigt
- Wachsende Zahl von Entwicklungsverzögerungen bei Kindern
- Ungenügende Vorbereitung auf die Schule
- Missverhältnis zwischen elterlichem Verhalten und kindlicher Entwicklung
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
Im Artikel wird nicht beschrieben, wie Politik, Öffentlichkeit oder Medien reagiert haben.
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Stärkere Verantwortung der Eltern bei Bildschirmzeiten
- Gesetzliche Regelungen zur Begrenzung von Bildschirmzeiten
- Regelungen für Sprach- und Entwicklungsuntersuchungen von Kindern
- Zunahme von Entwicklungsverzögerungen
- Notwendigkeit der gezielten Förderung von Kindern mit besonderem Förderbedarf
- Konzentration auf basale Kompetenzen im Bildungssystem
- Regelmäßige Erhebung des Leistungsstands
- Unzureichende Lesekompetenz bei einem Viertel der Kinder
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme der Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) zitiert, die betont, dass Kinder unter drei Jahren keinen Kontakt zu digitalen Endgeräten haben sollten.
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