Wirtschaftliche Entwicklungen in Russland
Moskau () – Russlands Wirtschaftskrise ist nach Ansicht des früheren Kremlberaters Wladislaw Inosemzew weniger die Folge von Krieg und Sanktionen als eines Kursschwenks in Moskau. „Wladimir Putin hat begonnen, sich ökonomisch selbst ins Bein zu schießen“, sagte Inosemzew dem „Spiegel“.
Der russische Ökonom diagnostiziert einen „markanten Bruch in der russischen Wirtschaftspolitik“. Zu Beginn des Kriegs habe die russische Regierung ökonomisch „meisterhafte Politik“ gemacht. Vorschriften und Gesetze seien gelockert worden und in der Folge hätten viele Unternehmen die Sanktionsbelastungen meistern können.
Inzwischen aber „überzieht der Kreml die Privatwirtschaft mit völlig kontraproduktiven Steuern und Regularien“, so Inosemzew. So wurde die Mehrwertsteuerpflicht auf Selbstständige und Kleinstunternehmen ausgeweitet. Weil so viele daraufhin ihr Geschäft aufgeben mussten, seien die so erzielten Steuereinnahmen real jedoch gesunken.
Grund für solche Fehler sei Russlands Präsident. Wladimir Putin habe lange Jahre seinen Wirtschaftsexperten in Zentralbank und Finanzministerium freie Hand gelassen. Inzwischen aber zögen diese immer häufiger gegenüber den Hardlinern und Geheimdiensten den Kürzeren. Beim russischen „Präsidenten kommt jetzt immer stärker der Kern seines alten sowjetischen Weltbildes durch: Er will alles kontrollieren“, glaubt Inosemzew.
Wladislaw Inosemzew, Jahrgang 1968, war von 2009 bis 2011 Präsident der „Kommission zur Modernisierung der Wirtschaft“ unter Russlands damaligem Präsidenten Dmitrij Medwedew. Heute wirkt er als Associate Fellow des britischen Thinktanks Chatham House und lebt in Washington, D.C.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Turm des Kreml in Moskau mit dem Moskauer Bankenviertel im Hintergrund (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Wladislaw Inosemzew, Wladimir Putin, Dmitrij Medwedew
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Wladislaw Inosemzew, Spiegel, Kreml, Wladimir Putin, Zentralbank, Finanzministerium, Kommission zur Modernisierung der Wirtschaft, Dmitrij Medwedew, Chatham House
Wann ist das Ereignis passiert?
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Wo spielt die Handlung des Artikels?
Die Orte, an denen das beschriebene Ereignis stattfindet oder stattfand, sind: Moskau, Washington, D.C.
Worum geht es in einem Satz?
Der frühere Kremlberater Wladislaw Inosemzew sieht die russische Wirtschaftskrise weniger als Folge von Krieg und Sanktionen, sondern als Ergebnis einer schädlichen Wendung in der Wirtschaftspolitik unter Wladimir Putin, die durch übermäßige Regulierung und Steuern die Privatwirtschaft belastet.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Kursschwenk in der russischen Wirtschaftspolitik
- Verschlechterung der Bedingungen für die Privatwirtschaft
- Einführung von kontraproduktiven Steuern und Regularien
- Ausweitung der Mehrwertsteuerpflicht auf Selbstständige und Kleinstunternehmen
- Einfluss der Hardliner und Geheimdienste auf die Wirtschaftspolitik
- Rückkehr zu einem kontrollierenden sowjetischen Weltbild seitens Putins
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
Im Artikel wird nicht beschrieben, wie Politik, Öffentlichkeit oder Medien reagiert haben.
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Wirtschaftskrise in Russland
- Markanter Bruch in der Wirtschaftspolitik
- Negative Auswirkungen auf die Privatwirtschaft
- Zunahme von Steuern und Regularien
- Steuereinnahmen gesunken
- Unternehmen mussten schließen
- Einfluss der Hardliner und Geheimdienste auf Wirtschaftsexperten
- Kontrolle durch das sowjetische Weltbild des Präsidenten
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme einer Person zitiert. Wladislaw Inosemzew sagt: „Wladimir Putin hat begonnen, sich ökonomisch selbst ins Bein zu schießen“.
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