Wirtschaft: Reformen zur Geldwäschebekämpfung in Deutschland
Berlin () – Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) will zur Bekämpfung der Geldwäsche anders als die Vorgängerregierung keine neue Behörde aufbauen, sondern setzt auf rasche Reformen innerhalb des Zolls.
„Ich habe mich dafür entschieden, die etablierten Strukturen des Zolls zu stärken und ihn damit noch schlagkräftiger im Kampf gegen Geldwäsche sowie Terrorismus- und Proliferationsfinanzierung aufzustellen“, schreibt Klingbeil in einem Brief an die Mitarbeitenden des Zolls, über den das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ berichtet. Von der Geldwäsche gehe eine „erhebliche“ Bedrohung für den Wirtschaftsstandort und Finanzplatz Deutschland aus. Sie gefährde die Integrität des Finanzsystems, entziehe dem Staat bedeutende Einnahmen und stärke kriminelle Netzwerke, so der Vizekanzler.
Deutschland war bereits mehrfach von internationalen Organisationen gerügt worden, nur unzureichend gegen Geldwäsche vorzugehen. Die Ampelkoalition hatte unter Finanzminister Christian Lindner (FDP) den Aufbau eines „Bundesamtes für die Bekämpfung der Finanzkriminalität“ geplant, in dem die zersplitterten Zuständigkeiten gebündelt werden sollten. Wegen Streitigkeiten wurde das Gesetz aber nie beschlossen.
Klingbeil legt diese Pläne nun endgültig zu den Akten. Stattdessen soll die zentrale Organisation für die Geldwäschebekämpfung, die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen (FIU), im Zoll verbleiben. Sie solle aber gemäß den internationalen Vorgaben fachlich und organisatorisch unabhängiger werden, erläuterte Klingbeil. Der Zoll selbst bekommt den Plänen zufolge neue Befugnisse: Die strafrechtlichen Ermittlungen bedeutender internationaler Geldwäschefälle sollen bundesweit spezialisierte Einheiten des Zolls übernehmen. Zudem wird den Angaben zufolge in der FIU eine „nationale Expertisestelle“ eingerichtet, um das Personal in Bund und Ländern fit zu machen für die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusbekämpfung. Klingbeil schreibt, alle Maßnahmen dienten auch dazu, Deutschland fit für die nächste Überprüfung durch die internationale Financial Action Task Force (FATF) zu machen. Sie ist für die Jahre 2028/2029 vorgesehen.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Lars Klingbeil am 11.05.2026 |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Lars Klingbeil, Christian Lindner
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
SPD, Zoll, Redaktionsnetzwerk Deutschland, Ampelkoalition, Christian Lindner, FDP, Bundesamt für die Bekämpfung der Finanzkriminalität, Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen (FIU), Financial Action Task Force (FATF)
Wann ist das Ereignis passiert?
Das beschriebene Ereignis fand am 11.05.2026 statt.
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Die beschriebenen Ereignisse finden in Berlin, Deutschland statt.
Worum geht es in einem Satz?
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil plant, zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung die bestehenden Strukturen des Zolls zu stärken und auf Reformen innerhalb dieses Systems zu setzen, anstatt eine neue Behörde zu gründen.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Zunehmende Bedrohung durch Geldwäsche für Wirtschaftsstandort Deutschland
- Internationale Kritik an unzureichenden Maßnahmen gegen Geldwäsche
- Geplante Strukturreform der Vorgängerregierung wurde nicht verabschiedet
- Ziel der Stärkung bestehender Strukturen des Zolls zur effektiveren Bekämpfung von Finanzkriminalität
- Notwendigkeit zur Einhaltung internationaler Vorgaben und Standards
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Stärkung der bestehenden Strukturen des Zolls
- Verbesserung der Effizienz im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung
- Erhebliche Bedrohung für den Wirtschaftsstandort und Finanzplatz Deutschland
- Gefahr der Gefährdung der Integrität des Finanzsystems
- Entzug bedeutender Einnahmen für den Staat
- Stärkung krimineller Netzwerke
- Anpassung an internationale Vorgaben für mehr Unabhängigkeit der FIU
- Zukünftige spezialisierte Einheiten des Zolls für Ermittlungen
- Einrichtung einer nationalen Expertisestelle zur Weiterbildung
- Vorbereitung auf internationale Überprüfung durch die FATF 2028/2029
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil zitiert, in der er die Stärkung der Zollstrukturen zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung erläutert.
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