Wirtschaft: Kritik am digitalen Euro in Frankfurt
Frankfurt am Main () – Die Chefin des Bezahldienstes Wero hat die Pläne der Europäischen Zentralbank für einen digitalen Euro scharf kritisiert.
Sie habe zwar nichts gegen den digitalen Euro an sich, sagte Martina Weimert, Chefin der European Payments Initiative (EPI) der „Süddeutschen Zeitung“ (Dienstagausgabe). „Aber die Idee, jetzt noch europäische Standards zu wählen, kommt einfach fünf Jahre zu spät.“
Wero, der Bezahldienst hinter dem rund 50 europäische Banken stehen, musste genau diese Standards festlegen. „Der digitale Euro schafft eine zweite Infrastruktur, die weitgehend noch einmal das Gleiche machen wird und die je nach finalem Design nur teuer für Händler und Banken wird“, sagte Weimert.
Sie plädierte für eine Rollenteilung: Der digitale Euro solle als Zahlungsmittel kommen, sich aber an bestehenden Lösungen wie Wero orientieren oder mit diesen kooperieren. „Wir können den digitalen Euro den Verbrauchern anbieten, dafür brauchen wir keine neue EZB-App in unseren Märkten“, sagte die EPI-Chefin und argumentierte mit der möglicherweise eher geringen Akzeptanz für noch eine App.
Wero ist der Versuch von europäischen Banken, eine Alternative zu Paypal, Mastercard und Visa aufzubauen. Europaweit hat der Dienst mehr als 50 Millionen Kunden, in Deutschland 2,7 Millionen. Bisher ist das Ganze laut „Süddeutscher Zeitung“ aber ein Minusgeschäft. 2024 machte die Firma hinter Wero demnach noch einen Verlust von mehr als 50 Millionen Euro. Bis 2030, so sagte Weimert, bräuchte es wohl eine weitere Finanzspritze. Erst danach könne man Profitabilität bringen.
Bis dahin muss das Projekt aber noch an Fahrt aufnehmen. Im Einzelhandel ist die Lösung noch gar nicht vertreten, der Start im Online-Handel lief zuletzt eher schleppend. Weimert kreidete das auch den Handelsunternehmen an. „Wir haben den Händlern und einigen Dienstleistern bezüglich ihrer Planung vertraut, das war teilweise ein Fehler“, sagte sie.
Der digitale Euro soll eine Alternative zu Bargeld werden und wird zurzeit von der Europäischen Zentralbank (EZB) stark vorangetrieben. Nutzer sollen mit dem digitalen Euro Geld senden und in Geschäften einkaufen können. Im Juni soll das EU-Parlament über einen Gesetzesentwurf zum digitalen Euro abstimmen, der dann ab 2029 Realität werden soll. Dann könnten Händler zu einer Akzeptanz gezwungen werden. Das wäre ein großer Vorteil gegenüber privatwirtschaftlichen Lösungen wie Paypal oder eben auch Wero.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Martina Weimert, Europäische Zentralbank (EZB)
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Europäische Zentralbank, Wero, European Payments Initiative, Paypal, Mastercard, Visa, EU-Parlament, Süddeutsche Zeitung
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Nicht erwähnt
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Die beschriebenen Ereignisse finden oder fanden in folgenden Orten statt: Frankfurt am Main, Europa.
Worum geht es in einem Satz?
Martina Weimert, Chefin des Bezahldienstes Wero, kritisiert die Pläne der Europäischen Zentralbank für einen digitalen Euro als zu spät und fordert eine Zusammenarbeit mit bestehenden Lösungen, um zusätzliche Kosten für Händler und Banken zu vermeiden.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Einführung des digitalen Euro durch die Europäische Zentralbank (EZB)
- Kritik an Verzögerungen bei europäischen Standards
- Notwendigkeit eines einheitlichen Zahlungssystems in Europa
- Wachsende Konkurrenz durch private Zahlungsdienste wie Paypal, Mastercard und Visa
- Effizienz- und Kostendiskussionen im Zahlungsverkehr
- Mangelnde Marktakzeptanz für neue Zahlungslösungen
- Verspätete Etablierung von Wero als europäische Alternative
- Herausforderungen bei der Profitabilität von Wero und ähnlichen Diensten
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Martina Weimert kritisiert EZB-Pläne für digitalen Euro
- Argumentiert, dass europäische Standards fünf Jahre zu spät gewählt werden
- Digitaler Euro könnte teurere Infrastruktur für Händler und Banken schaffen
- Plädiert für Rollenteilung und Kooperation mit bestehenden Lösungen wie Wero
- Wero hat über 50 Millionen Kunden, ist aber ein Minusgeschäft
- Einzelhandelslösung noch nicht vertreten, schleppender Online-Handelsstart
- Weimert macht Händler und Dienstleister für Planung verantwortlich
- EU-Parlament soll im Juni über Gesetzesentwurf zum digitalen Euro abstimmen
- Händler könnten zur Akzeptanz gezwungen werden, was Vorteil gegenüber privatwirtschaftlichen Lösungen wäre
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Kritik an den Plänen der EZB für den digitalen Euro
- Mangelnde Akzeptanz für neue Apps bei Verbrauchern
- Notwendigkeit einer Finanzspritze für Wero bis 2030
- Verluste von über 50 Millionen Euro im Jahr 2024
- Gefahr einer teuren Doppelstruktur für Händler und Banken
- Anforderung an Händler, digitale Zahlungsmittel zu akzeptieren
- Verzögerung im Wachstum und in der Akzeptanz im Einzelhandel
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Martina Weimert, der Chefin des Bezahldienstes Wero, zitiert, in der sie die Pläne der Europäischen Zentralbank für einen digitalen Euro kritisiert.
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