Gesellschaftliche Diskussion um Social Media Regulierung
Hamburg () – Die Kinder- und Jugendpsychologin Kerstin Paschke fordert eine dringende Regulierung von Social-Media-Plattformen wie Tiktok, Instagram, WhatsApp und Snapchat in Deutschland.
Die Politik prüfe zu spät, ob sie den Zugang für Kinder und Jugendliche zu diesen Angeboten einschränken wolle, sagte sie dem „Spiegel“. „Dass wir über die gesundheitlichen Gefahren von Social Media für Kinder und Jugendliche debattieren, ist überfällig. Ich frage mich, warum wir das nicht schon vor zehn Jahren getan haben. Man hätte absehen können, was passieren wird, zumindest in weiten Teilen.“
Paschke leitet das Deutsche Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und ist Expertin für Fragen problematischer Mediennutzung. Sie behandelt unter anderem Kinder, die an einer Social-Media-Abhängigkeit leiden. Kinder bis 13 Jahre sollten kommerzielle soziale Plattformen nicht eigenständig nutzen dürfen, sagte sie. Von 14 bis 15 Jahren sollten die Inhalte altersgerecht sein.
Laut den neuesten Ergebnissen der Mediensuchtstudie der DAK-Gesundheit nutzen Kinder und Jugendliche soziale Medien wochentags im Schnitt 2 Stunden und 26 Minuten lang, am Wochenende sind es pro Tag 3 Stunden und 21 Minuten. Der Anteil der 10- bis 17-Jährigen, die ein krankhaftes Nutzungsverhalten zeigen, hat sich seit 2019 mehr als verdoppelt: von 3,2 auf 6,6 Prozent. Mehr als ein Fünftel der Kinder und Jugendlichen zeigt ein riskantes Verhalten.
Paschke zufolge kopieren Kinder mit problematischer Mediennutzung häufig ihre Eltern. „Wenn Eltern ins Handy gucken, sobald sie sich langweilen, aufregen oder sich ablenken wollen, ist es wahrscheinlicher, dass auch die Kinder mithilfe von Medienkonsum ihre Gefühle steuern, statt mit den Eltern zu besprechen, was sie bewegt.“ Studien würden zeigen, dass Kinder in vielen Haushalten Medien so lange nutzen können, wie sie wollen. „Das ist beunruhigend.“ Zudem würden Eltern von Kindern mit problematischer Mediennutzung oft zu lange denken, ihr Kind verhalte sich normal. „Viele Eltern berichten, sie hätten den Zustand dann irgendwann hingenommen.“
Paschke empfiehlt, Kindern Grenzen zu setzen und Orientierung zu bieten. Ob sich eine Sucht entwickele, sei auch davon abhängig, ob sich die Eltern selbst hinterfragten und in der Lage seien, ihrem Kind gegenüber eine klare Position zu vertreten.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Kerstin Paschke
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Deutsches Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, DAK-Gesundheit, Spiegel
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Die Orte, an denen das beschriebene Ereignis stattfindet oder stattfand, sind:
Hamburg, Deutschland.
Worum geht es in einem Satz?
Die Kinder- und Jugendpsychologin Kerstin Paschke fordert striktere Regelungen für Social-Media-Plattformen in Deutschland, um die gesundheitlichen Gefahren für Kinder und Jugendliche zu mindern, da problematische Mediennutzung alarmierende Ausmaße annimmt und oft elterliche Verhaltensmuster widerspiegelt.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Dringende Forderung nach Regulierung von Social-Media-Plattformen
- Späte politische Prüfungen bezüglich Zugangseinschränkungen für Kinder
- Debatte über gesundheitliche Gefahren von Social Media überfällig
- Verdopplung krankhaften Nutzungsverhalten bei 10- bis 17-Jährigen seit 2019
- Hoher Anteil riskanten Verhaltens bei Kindern und Jugendlichen
- Mediennutzung der Kinder oft unreguliert und übermäßig
- Einfluss der Eltern auf das Mediennutzungsverhalten der Kinder
- Viele Eltern erkennen problematische Verhaltensweisen nicht rechtzeitig
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Kerstin Paschke fordert Regulierung von Social-Media-Plattformen in Deutschland
- Politik prüft Zugangseinschränkungen zu spät
- Debatte über gesundheitliche Gefahren von Social Media für Kinder und Jugendliche überfällig
- Kinder bis 13 Jahre sollten keine sozialen Plattformen eigenständig nutzen
- Inhalte für 14- bis 15-Jährige sollten altersgerecht sein
- Nutzung sozialer Medien durch Kinder und Jugendliche hat zugenommen
- Krankhaftes Nutzungsverhalten hat sich seit 2019 verdoppelt
- Kinder imitieren problematische Mediennutzung ihrer Eltern
- Eltern sollten klare Grenzen setzen und ihre eigene Nutzung hinterfragen
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Dringende Regulierung von Social-Media-Plattformen gefordert
- Politische Prüfung erfolgt zu spät
- Diskussion über gesundheitliche Gefahren ist überfällig
- Kinder bis 13 Jahre sollten Plattformen nicht nutzen dürfen
- Altergerechte Inhalte für 14- bis 15-Jährige gefordert
- Anstieg des krankhaften Nutzungsverhaltens unter Kindern und Jugendlichen
- Über ein Fünftel zeigt riskantes Verhalten
- Kinder kopieren problematische Mediennutzung von Eltern
- Mediennutzung zur Regulierung von Gefühlen statt Kommunikation
- Mediennutzung in vielen Haushalten unkontrolliert
- Eltern nehmen problematisches Verhalten oft hin
- Empfehlung, Grenzen zu setzen und Orientierung zu bieten
- Entwicklung einer Sucht abhängig von elterlichem Verhalten und Selbstreflexion
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme der Kinder- und Jugendpsychologin Kerstin Paschke zitiert, in der sie eine dringende Regulierung von Social-Media-Plattformen fordert.
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