TK-Chef Baas vermisst Mut in der Politik

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Gesundheitssystem-Reformen in Deutschland gefordert

Berlin () – Der Chef der Techniker Krankenkasse, Jens Baas, fordert grundlegende Reformen des deutschen Gesundheitssystems. „Wir haben mehr als genug Geld im System, kein anderes Land in Europa gibt gemessen am Bruttoinlandsprodukt so viel für Gesundheit aus“, sagte Baas dem „Spiegel“. „Wenn es in der politischen Diskussion heißt, wir müssten noch mehr Geld ins System pumpen, dann ist das totaler Unsinn.“

Mit Blick auf die Vorschläge der Regierungskommission zur Finanzierung des Gesundheitssystems zeigte sich Baas grundsätzlich zustimmend, mahnte aber zur Vorsicht: „Das sind erst mal Vorschläge – entscheidend ist, was am Ende im Gesetz steht.“ Den Widerstand gegen die 66 Reformvorschläge mit einem Entlastungsvolumen von 42 Milliarden Euro bezeichnete er als erwartbar: Alle erklärten, nur das Wohl der Patienten im Blick zu haben. Es werde nicht mit Fakten argumentiert, sondern mit Emotionen.

Ohne grundlegende Reformen sieht Baas das System auf eine dramatische Zuspitzung zulaufen: Man laufe auf einen Beitragssatz von 20 Prozent zu. „Wie viel denn noch?“ Bundesgesundheitsministerin Nina Warken forderte er auf, trotz des zu erwartenden Drucks standhaft zu bleiben: „Entscheidend ist, ob sie es schafft, genügend Vorschläge umzusetzen und damit allen wehzutun. Dafür braucht sie Mut.“

Besonders hart ins Gericht geht Baas mit der Pharmaindustrie. Deren Drohung, bei sinkenden Preisen aus dem deutschen Markt abzuwandern, nannte er „eine Scheindrohung“ und „totalen Unsinn“: „Wir sind einer der größten Märkte der Welt und haben mit die höchsten Preise – das vermeintliche Erpressungspotenzial ist nicht vorhanden.“

Es fehle ein „Gegengewicht“ zur Pharmaindustrie, kritisierte Baas. „Die Krankenkassen haben in den Diskussionen mit der Industrie keinen gleich langen Hebel, um vernünftige Preise festzusetzen. Und der Politik fehlt oft der Mut.“ Die Pharmaindustrie trete „mit einer Mischung aus Forschheit und Drohung“ auf. Das führe dazu, dass das Standortargument in Deutschland mehr ziehe als in anderen Ländern, „bis hin zum Kanzleramt“, so Baas.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Jens Baas (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Jens Baas, Nina Warken

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Techniker Krankenkasse, Jens Baas, Spiegel, Bundesregierung, Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, Pharmaindustrie, Kanzleramt

Wann ist das Ereignis passiert?

Nicht erwähnt

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Berlin

Worum geht es in einem Satz?

Jens Baas, der Chef der Techniker Krankenkasse, fordert grundlegende Reformen im deutschen Gesundheitssystem und kritisiert sowohl die Pharmaindustrie als auch die politische Debatte um mehr Gelder, da das bestehende System bereits ausreichend finanziert sei.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Hohe Ausgaben für das Gesundheitssystem in Deutschland
  • Politische Diskussion über zusätzliche finanzielle Mittel
  • Vorschläge der Regierungskommission zur Systemfinanzierung
  • Widerstand gegen Reformvorschläge mit Entlastungsvolumen
  • Emotionale statt faktische Argumentation in der Diskussion
  • Befürchtung einer dramatischen Zuspitzung des Systems
  • Thema der Preisgestaltung in der Pharmaindustrie
  • Fehlendes Gegengewicht der Krankenkassen gegenüber der Pharmaindustrie
  • Mangelnder Mut der Politik in Preisverhandlungen

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • Jens Baas fordert grundlegende Reformen im Gesundheitssystem
  • Kritik an der politischen Diskussion über zusätzliche Gelder
  • Zustimmung zu Regierungskommission-Vorschlägen, aber Warnung vor Umsetzung
  • Widerstand gegen Reformvorschläge als emotional statt faktisch
  • Warnung vor dramatischer Zuspitzung des Systems ohne Reformen
  • Aufruf an Gesundheitsministerin, mutig Vorschläge umzusetzen
  • Scharfe Kritik an Pharmaindustrie und deren Drohungen
  • Forderung nach mehr Gleichgewicht zwischen Krankenkassen und Pharmaindustrie
  • Politik fehlt oft der Mut in der Preisgestaltung

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Forderung nach grundlegenden Reformen im Gesundheitssystem
  • Warnung vor dramatischer Zuspitzung des Systems
  • Möglicher Anstieg des Beitragssatzes auf 20 Prozent
  • Notwendigkeit, Vorschläge der Regierungskommission umzusetzen
  • Kritik an der Pharmaindustrie und deren Einfluss
  • Fehlendes Gegengewicht zur Pharmaindustrie
  • Mangel an Mut in der Politik zur Preisgestaltung
  • Emotionale Argumentation anstelle von Fakten in der Diskussion

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Jens Baas, dem Chef der Techniker Krankenkasse, zitiert.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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