Wirtschaftliche Perspektiven für Deutschland 2023
Wien () – Trotz der jüngsten Entspannung an den Ölmärkten erwartet der Wirtschaftsweise Gabriel Felbermayr, dass die Spritpreise in Deutschland auch in den nächsten Monaten auf hohem Niveau bleiben werden.
„Tankstellenpreise von unter zwei Euro sind illusorisch“, sagte Felbermayr der „Welt“ (Donnerstagausgabe). Auch wenn sich die Lage im Nahen Osten weiter beruhige, müsse sich „das gesamte System erst in ein neues Gleichgewicht bewegen“.
Schiffe seien umdirigiert worden, hinzu kämen Unsicherheiten bei Versicherungsprämien und den Transitgebühren für Fahrten durch die Straße von Hormus. „Selbst im besten Fall werden uns diese Verwerfungen noch Monate beschäftigen“, sagte er. Für das Jahresende hält er einen Rohölpreis von rund 80 Dollar für plausibel. Die 60 Dollar, die es zu Jahresbeginn gab, seien dagegen „auf absehbare Zeit“ nicht realistisch.
Staatliche Entlastungen der Privathaushalte und der Wirtschaft hält Felbermayr derzeit nicht für zwingend. Er rät der Politik aber, Instrumente für einen neuen Preisschub vorzubereiten. Die Politik müsse sich jetzt überlegen, welche Lösungen tragfähig seien. „Eine Möglichkeit wäre, zusätzliche Umsatzsteuereinnahmen, die der Staat durch steigende Energiepreise erzielt, an die Bürger zurückzugeben. Der Staat sollte kein Krisengewinner sein“, sagte er.
Dass die schwarz-rote Koalition nicht wie andere Regierungen in Europa schon in den vergangenen Wochen ein Hilfsprogramm in Milliardenhöhe aufgelegt hat, begrüßte Felbermayr. „Es ist gut, nicht bei den ersten Verwerfungen sofort wieder eine Art wirtschaftspolitische Vollkasko zu versprechen“, sagte er. Dass man den ersten populistischen Reflexen widerstanden habe, sei ein gutes Zeichen.
Felbermayr geht nicht davon aus, dass die deutsche Wirtschaft 2026 schrumpft. „Vor allem nach dem Waffenstillstand sehe ich keine Rezession, wohl aber eine anhaltende Belastung der Wirtschaft“, sagte er. Die Wachstumsprognosen dürften sich um einige Zehntel nach unten verschieben. Das sei unangenehm, aber noch kein Einbruch.
Sorgen bereiten dem Ökonomen die leeren Gasspeicher, die erneut starken Preisdruck auslösen könnten. Wenn nun alle auf sinkende Preise warteten, würden die Speicher immer später gefüllt. „Irgendwann kommt der Punkt, an dem alle kaufen müssen. Solche panikartigen Käufe könnten die Preise im Herbst wieder ordentlich antreiben, auch wenn die akute Krise vor Ort gar nicht mehr da ist“, sagte Felbermayr.
Bist du ein guter Leser? 👍
Welcher Begriff kam im Artikel vor?
Bist du ein guter Leser? 👍
Welcher Begriff kam im Artikel vor?
Bist du ein guter Leser? 👍
Welcher Begriff kam im Artikel vor?
Bist du gut in Tic Tac Toe? 👍
Spielername und geheimes Wort gehören zusammen. Das Captcha wird nur beim ersten autorisierten Spiel für diese Kombination in diesem Browser abgefragt.
Top 3
| Platz | Name | Punkte | Siege |
|---|---|---|---|
| Lade Rangliste ... | |||
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Tankstelle (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Gabriel Felbermayr
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Die genannten Organisationen, Parteien oder Institutionen in dem Text sind:
Welt, schwarz-rote Koalition, Staat
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt.
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Wien, Deutschland
Worum geht es in einem Satz?
Trotz einer Entspannung an den Ölmärkten bleibt Wirtschaftsweise Gabriel Felbermayr skeptisch und erwartet, dass die Spritpreise in Deutschland dauerhaft hoch bleiben und unter zwei Euro unrealistisch sind, während er die Politik zur Vorbereitung auf zukünftige Preisschübe rät.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Aktuelle Entspannung an den Ölmärkten
- Hohe Spritpreise in Deutschland
- Verlangsamte Stabilisierung des Systems
- Umleitung von Schiffen
- Unsicherheiten bei Versicherungsprämien
- Transitgebühren in der Straße von Hormus
- Prognosen für Rohölpreise
- Notwendigkeit von politischen Lösungen
- Leerstände in Gasspeichern
- Risiken von panikartigen Käufen
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Erwartung hoher Spritpreise in Deutschland trotz Entspannung an den Ölmärkten
- Felbermayr sieht Preise unter zwei Euro als illusorisch an
- Verspätete Anpassung des Systems an neue Gegebenheiten
- Unsicherheiten bei Versicherungsprämien und Transitgebühren
- Keine zwingenden staatlichen Entlastungen für Haushalte und Wirtschaft notwendig
- Vorschlag von Felbermayr, zusätzliche Umsatzsteuereinnahmen zurückzugeben
- Positive Bewertung des Verhaltens der schwarz-roten Koalition in Bezug auf Hilfsprogramme
- Ausblick auf Wirtschaft ohne Schrumpfung bis 2026 trotz anhaltender Belastungen
- Sorgen um leere Gasspeicher und mögliche Preisdrucksteigerungen im Herbst
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Spritpreise bleiben auf hohem Niveau
- Kein Erreichen von unter zwei Euro bei Tankstellenpreisen
- Langsame Anpassung des Systems nach Marktentwicklungen
- Unsicherheiten bei Versicherungsprämien und Transitgebühren
- Anhaltende Belastung der Wirtschaft
- Wachstumsprognosen sinken um einige Zehntel
- Potenzieller Preisdruck durch leere Gasspeicher
- Gefahr panikartiger Käufe und möglicher Preissteigerungen im Herbst
- Notwendigkeit, politische Lösungen für zukünftige Preisschübe vorzubereiten
- Möglichkeit der Rückgabe zusätzlicher Umsatzsteuereinnahmen an die Bürger
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Gabriel Felbermayr zitiert, in der er erklärt, dass "Tankstellenpreise von unter zwei Euro illusorisch" seien und die Politik sich Gedanken über tragfähige Lösungen machen müsse.
- Kölns Kaderplaner sieht KI als wichtigen Helfer - 30. Juli 2026
- Baum stürzt am Möhnesee auf Jugendgruppe: Zwei Schwerverletzte - 30. Juli 2026
- CSU-Fraktion fordert nach Gespräch mit Streeck Präventionsoffensive gegen Drogen - 30. Juli 2026

