Zwei Drittel lehnen Einschränkung des Teilzeit-Anspruchs ab

Gesellschaftliche Einstellungen zur Teilzeitregelung in Deutschland

Berlin () – Der Vorschlag, das auf Teilzeit nur noch Beschäftigten zu gewähren, erziehen, pflegen oder sich weiterbilden, geht für zwei von drei Deutschen (66 Prozent) in die falsche Richtung.

Für 30 Prozent geht er in die richtige Richtung. Das hat eine Umfrage von Infratest unter 1.319 Wahlberechtigten für die ARD von Montag bis Mittwoch dieser Woche ergeben.

Der CDU-Wirtschaftsflügel hatte den Vorschlag in die Debatte eingebracht. Mehrheitlich abgelehnt wird er neben Anhängern der Linken (86 Prozent), Grünen (84 Prozent), SPD (64 Prozent) und AfD (63 Prozent), aber auch von den Anhängern von CDU/CSU (56 Prozent); für vier von zehn Unions-Anhängern (41 Prozent) geht der Vorschlag hingegen in die richtige Richtung.

Momentan werden verschiedene Maßnahmen diskutiert, um die Vollzeitbeschäftigung in Deutschland zu erhöhen bzw. die anzukurbeln. Besonders hohe Zustimmung erntet eine Verbesserung des öffentlichen Angebots für Pflege und Kinderbetreuung: 94 Prozent fänden das richtig, 3 Prozent falsch. 65 Prozent fänden es richtig, die Einwanderung ausländischer Fachkräfte zu erleichtern – das sind 9 Prozentpunkte mehr als im April 2024; 27 Prozent lehnen eine Erleichterung der Fachkräfte-Einwanderung ab. Mehrheitlich auf Zustimmung trifft auch eine Flexibilisierung der Arbeitszeitregeln in Deutschland: Die Bundesregierung plant, statt der täglichen Höchstarbeitszeit eine wöchentliche Höchstarbeitszeit einzuführen, womit an einem Tag auch länger gearbeitet werden könnte als bislang. 57 Prozent finden das richtig, 37 Prozent falsch.

Mehrheitlich abgelehnt wird eine Abschaffung des sogenannten Ehegattensplittings, also bestehender Steuervorteile für verheiratete Paare, bei denen lediglich ein Partner arbeitet bzw. deutlich mehr verdient. 57 Prozent wollen am Ehegattensplitting festhalten, 30 Prozent fänden dessen Abschaffung richtig. Auch eine Abschaffung der abschlagsfreien vorzeitigen für besonders langjährig Versicherte stößt bei den Deutschen auf Kritik: Zwei Drittel (65 Prozent) fänden eine Abschaffung dieser Regelung, die oft als „Rente mit 63“ beschrieben wird, falsch, 27 Prozent fänden sie richtig.

Unter allen Parteien trauen die Deutschen es derzeit vor allem der Union zu, die Wirtschaft in Deutschland voranzubringen. 31 Prozent sehen die Kompetenz auf diesem Feld vor allem bei CDU und CSU – das sind 6 Prozentpunkte weniger als noch im September 2025. Schon im September 2022 waren es für die Union in dieser Frage im ARD-„Deutschlandtrend“ 31 Prozent – ihr bislang niedrigster Wert. 18 Prozent sehen die Wirtschaftskompetenz am ehesten bei der AfD (+1), 9 Prozent bei der SPD (+1), unverändert 6 Prozent bei den Grünen, 5 Prozent bei der FDP (-1), 3 Prozent bei der Linken (+/-0), 1 Prozent beim BSW (-1) und 1 Prozent bei einer anderen Partei. 26 Prozent antworten mit „weiß nicht“ oder trauen es aktuell keiner Partei zu, die Wirtschaft in Deutschland voranzubringen (+5).

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Der Artikel enthält keine vollständigen Namen von Personen.

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

CDU, CSU, Linke, Grüne, SPD, AfD, FDP, BSW, Infratest, ARD

Wann ist das Ereignis passiert?

Nicht erwähnt

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Berlin

Worum geht es in einem Satz?

Eine Umfrage zeigt, dass 66 Prozent der Deutschen den Vorschlag, das Recht auf Teilzeit nur für bestimmte Gruppen einzuschränken, ablehnen, während weitgehende Unterstützung für Maßnahmen wie bessere Pflege- und Kinderbetreuung, Erleichterungen bei der Einwanderung von Fachkräften und Flexibilisierung der Arbeitszeitregeln besteht.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Vorschlag des CDU-Wirtschaftsflügels zur Teilzeitarbeit
  • Umfrageergebnisse zeigen Ablehnung des Vorschlags durch 66 Prozent der Deutschen
  • Unterstützung des Vorschlags durch 30 Prozent der Befragten
  • Hohe Zustimmung zu Verbesserungen in der Pflege- und Kinderbetreuung
  • Diskurs über Fachkräfteeinwanderung und Arbeitszeitflexibilisierung
  • Ablehnung der Abschaffung des Ehegattensplittings
  • Kritische Meinungen zur Regelung der vorzeitigen Rente
  • Vertrauen in die Union als wirtschaftskompetente Partei rückläufig

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

Der Artikel beschreibt, wie Politik und Öffentlichkeit reagiert haben:

- 66 Prozent der Deutschen lehnen den Vorschlag zur Teilzeitarbeit ab
- Unterstützung für den Vorschlag von 30 Prozent
- Ablehnung durch Anhänger der Linken (86 Prozent), Grünen (84 Prozent), SPD (64 Prozent) und AfD (63 Prozent)
- 56 Prozent der CDU/CSU-Anhänger lehnen den Vorschlag ab
- Hohe Zustimmung für Verbesserung der Pflege und Kinderbetreuung (94 Prozent)
- 65 Prozent unterstützen Erleichterung der Fachkräfte-Einwanderung
- Zustimmung zur Flexibilisierung der Arbeitszeitregeln (57 Prozent)
- Ablehnung der Abschaffung des Ehegattensplittings (57 Prozent)
- Kritik an Abschaffung der abschlagsfreien Rente für langjährig Versicherte (65 Prozent)
- 31 Prozent der Befragten trauen der Union zu, die Wirtschaft voranzubringen (Rückgang um 6 Prozentpunkte)

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • 66 Prozent der Deutschen halten den Vorschlag für falsch
  • 30 Prozent der Deutschen unterstützen den Vorschlag
  • Hohe Ablehnung durch verschiedene Parteien
  • Hohe Zustimmung für bessere Pflege- und Kinderbetreuung
  • Zustimmung zur Erleichterung der Fachkräfte-Einwanderung
  • Zustimmung zur Flexibilisierung der Arbeitszeitregelungen
  • Ablehnung der Abschaffung des Ehegattensplittings
  • Ablehnung der Abschaffung der abschlagsfreien vorzeitigen Rente
  • Vertrauen in die Union, die Wirtschaft voranzubringen, sinkt
  • Steigendes "weiß nicht" als Antwortoption hinsichtlich der Wirtschaftskompetenz

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Im Artikel wird keine Stellungnahme oder Reaktion einer Person oder Organisation zitiert.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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