IW: Bundeshaushalt gerät zunehmend in Schieflage

IW: Bundeshaushalt gerät zunehmend in Schieflage

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Wirtschaftliche Entwicklungen in Deutschland 2014–2024

Berlin () – Die Ausgaben des Bundes sind in den Jahren 2014 bis 2024 sehr viel schneller in die Höhe geschossen als die Einnahmen – und zwar nicht so sehr wegen der teils hohen Inflationsraten, der Corona-Pandemie, des Ukraine-Kriegs oder mehrerer staatlicher Investitionsoffensiven, sondern vor allem aufgrund gestiegener Sozial- und Zinskosten. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), das der Interessensverband „Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft“ (VBW) in Auftrag gegeben hatte und über das die „Süddeutsche Zeitung“ (Mittwochausgaben) berichtet.

Trotz der massiven Mehraufwendungen blieb Deutschland demnach in wichtigen Zukunftsbereichen hinter dem EU-Durchschnitt zurück. Das galt etwa für die Investitionen in die Infrastruktur, die Verteidigung und den Umweltschutz.

Besonders eklatant war die Lücke laut IW im Bildungssektor. Hier hinkten Bund, Länder und Gemeinden mit Ausgaben in einer Größenordnung von 4,5 Prozent der Wirtschaftsleistung vor allem den nordischen Ländern (6,2 Prozent) und den Benelux-Staaten (5,5 Prozent) hinterher. Auch Österreich und die Schweiz (5,3 Prozent) lagen vor der Bundesrepublik.

Bezieht man 2025 noch mit ein, dann stiegen die nominalen Ausgaben des Bundes seit 2014 um fast 70 Prozent auf zuletzt etwa 500 Milliarden Euro im Jahr. Zwar ist eine kontinuierliche Erhöhung im Gleichschritt mit der Inflation notwendig, um auf Dauer gleichbleibende staatliche Leistungen sicherstellen zu können. Die Teuerungsrate betrug im selben Zeitraum jedoch lediglich 37 Prozent. Der Ausgabenanstieg fiel also nominal fast doppelt so hoch aus wie die Preissteigerung.

Die Steuereinnahmen stiegen binnen zehn Jahren um lediglich 40 Prozent und damit langsamer als die Ausgaben. Die Folge ist eine wachsende Lücke, die durch die Lockerung der Schuldenbremse im Frühjahr 2025 noch einmal massiv vergrößert wurde. Um sie zu schließen, nahm die Regierung allein im vergangenen Jahr rund 143 Milliarden Euro mehr an neuen Krediten auf, als sie an alten zurückzahlte.

„Der Bundeshaushalt benötigt dringend wieder ein nachhaltiges Fundament. Unsere Zukunftsausgaben werden nahezu vollständig aus Krediten finanziert und die Zinsen fressen wichtige künftige Handlungsspielräume auf“, sagte VBW-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt der Zeitung. „Ohne Strukturreformen und eine konsequente Priorisierung von Zukunftsinvestitionen droht der Bundeshaushalt an die Wand zu fahren – das muss verhindert werden.“

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Schuldenuhr (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Bertram Brossardt

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW), Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW), Süddeutsche Zeitung, EU, Österreich, Schweiz.

Wann ist das Ereignis passiert?

Nicht erwähnt

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Berlin, Köln, Deutschland

Worum geht es in einem Satz?

Ein Gutachten des IW zeigt, dass die Bundesausgaben von 2014 bis 2024 deutlich schneller steigen als die Einnahmen, vor allem wegen hoher Sozial- und Zinskosten, während Deutschland in wichtigen Zukunftsbereichen hinter dem EU-Durchschnitt zurückbleibt und dringend Strukturreformen benötigt, um die finanzielle Stabilität zu sichern.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Schneller Anstieg der Bundesausgaben von 2014 bis 2024
  • Höhere Sozial- und Zinskosten
  • Geringere Steuereinnahmen im Vergleich zu Ausgaben
  • Inflationsraten nicht als Hauptursache
  • Einfluss der Corona-Pandemie und des Ukraine-Kriegs
  • Mangelnde Investitionen in Infrastruktur, Verteidigung und Umweltschutz
  • Eklatante Lücke im Bildungssektor
  • Anstieg nominaler Ausgaben um fast 70 Prozent
  • Steuereinnahmen nur um 40 Prozent gestiegen
  • Lockerung der Schuldenbremse 2025

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

Der Artikel beschreibt folgende Reaktionen:

- Gutachten des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Auftrag gegeben von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW)
- Bericht in der Süddeutschen Zeitung
- Aussage von VBW-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt zur Notwendigkeit von Strukturreformen und Priorisierung von Zukunftsinvestitionen
- Warnung vor drohender Gefährdung des Bundeshaushalts

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Schnellere Anstieg der Ausgaben als Einnahmen
  • Rückstand in wichtigen Zukunftsbereichen im Vergleich zum EU-Durchschnitt
  • Eklatante Lücke im Bildungssektor
  • Steigende nominale Ausgaben des Bundes
  • wachsende Lücke im Bundeshaushalt
  • Massive Neuverschuldung
  • Dringender Bedarf an nachhaltigem Fundament für den Bundeshaushalt
  • Verlust künftiger Handlungsspielräume durch Zinslasten
  • Gefahr des Scheiterns des Bundeshaushalts ohne Reformen und Priorisierung

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Bertram Brossardt, dem Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW), zitiert.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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