Experten beklagen unzureichende Absicherung des Stromnetzes
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Berlin: Mangelnde Resilienz der Infrastruktur
Berlin () – Nach dem großflächigen Stromausfall in Berlin beklagen Experten eine unzureichende Absicherung des Stromnetzes. „Resilienz kostet Geld. Und die Firmen machen nur das, wozu sie gesetzlich gezwungen werden“, sagte Manuel Atug, Sprecher der AG Kritis, dem „Spiegel“.
Atug beklagte, die Probleme mit der Stromversorgung in der Hauptstadt seien kein Einzelfall. An vielen Stellen im Land sei die kritische Infrastruktur verwundbar, weil die Politik die Unternehmen nicht zu einer ordentlichen Vorbereitung auf den Krisenfall zwinge. „Wie es aussieht, muss es erst irgendwo viele Opfer geben, damit wir endlich bessere Gesetze für den Schutz kritischer Infrastrukturen bekommen“. Das sei „armselig“, so Atug.
Die AG Kritis ist eine unabhängige Arbeitsgruppe von Experten für die kritische Infrastruktur. Atug beklagte, vor allem das Bundesinnenministerium habe zu wenig Interesse an stärkeren Regeln wie einem wirksamen Kritis-Dachgesetz: „Mit konkreten Schutzmaßnahmen, etwa fürs Stromnetz, lassen sich politisch keine Punkte machen. Dem Innenminister ist wichtiger, dass etwas gut aussieht. Da eröffnet er lieber ein neues Drohnenabwehrzentrum, auch wenn das keine einzige Drohne abwehren wird.“
Der Energieexperte Kai Strunz von der Technischen Universität Berlin sieht erhebliche Defizite bei der Widerstandsfähigkeit des Netzes in Berlin. „Es gibt offensichtlich keine hinreichende Redundanz für die ausgefallenen Leitungen“, sagte Strunz dem „Spiegel“. „Sonst würde es im Prinzip ausreichen, das Gebiet über eine alternative Leitung zu versorgen.“
Mit Blick auf die langwierigen Arbeiten nach dem vermutlichen Anschlag auf eine Kabelbrücke am Teltowkanal kritisierte Strunz: „Fünf Tage, damit der Strom wieder fließt, das ist in einer Metropolregion nicht akzeptabel. Da kann man nicht von einem robusten Netz sprechen.“
Zwar gebe es keine hundertprozentige Sicherheit, so Strunz. Darum gehe es aber am Ende auch nicht – sondern darum, wie man sich auf Probleme vorbereite. Und da gebe es offenbar noch einiges zu tun. „Wir brauchen Resilienzpläne für Infrastrukturbetreiber, die diesen Namen auch verdienen.“
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Manuel Atug, Kai Strunz
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
AG Kritis, Bundesinnenministerium, Technische Universität Berlin, Spiegel
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin, Teltowkanal
Worum geht es in einem Satz?
Experten kritisieren nach dem Stromausfall in Berlin die unzureichende Absicherung des Stromnetzes und fordern dringend bessere gesetzliche Vorgaben für den Schutz kritischer Infrastrukturen.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
Unzureichende Absicherung des Stromnetzes
Mangelnde gesetzliche Vorgaben für Unternehmen
Verwundbarkeit kritischer Infrastruktur
Fehlendes Interesse am Kritis-Dachgesetz
Mangelnde Redundanz der Leitungen
Langwierige Reparaturarbeiten nach einem Anschlag
Unzureichende Resilienzpläne für Infrastrukturbetreiber
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
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Forderung nach besseren Resilienzplänen für Infrastrukturbetreiber
Welche Konsequenzen werden genannt?
Unzureichende Absicherung des Stromnetzes
Verwundbarkeit der kritischen Infrastruktur
Notwendigkeit besserer Gesetze für den Schutz kritischer Infrastrukturen
Mangelndes Interesse der Politik an stärkeren Regelungen
Erhebliche Defizite bei der Widerstandsfähigkeit des Netzes
Fehlende Redundanz für ausgefallene Leitungen
Unakzeptable Dauer der Wiederherstellung der Stromversorgung
Notwendigkeit von Resilienzplänen für Infrastrukturbetreiber
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Manuel Atug, Sprecher der AG Kritis, zitiert, in der er die unzureichende Absicherung des Stromnetzes und die Notwendigkeit besserer gesetzlicher Regelungen kritisiert.