Kohleverstromung fällt auf niedrigsten Wert seit 1956

Kohleverstromung fällt auf niedrigsten Wert seit 1956

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Energiepolitik in Deutschland: Kohleverstromung im Rückgang

Freiburg im Breisgau () – hat 2025 so wenig Kohlestrom erzeugt wie seit 69 Jahren nicht mehr. Laut einer Auswertung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (Fraunhofer ISE), über die der „Spiegel“ berichtet, betrug die Bruttostromerzeugung aus Braun- und Steinkohle im abgelaufenen Jahr nur noch 106 Terawattstunden (TWh). Das war rund eine Terawattstunde (oder eine Milliarde Kilowattstunden) weniger als 2024: der niedrigste Wert seit 1956.

Der Anteil der Kohle am gesamten deutschen Strommix fiel auf 22,4 Prozent. Vor zwanzig Jahren war er noch etwa doppelt so hoch.

Im Gegenzug wurde 2025 hierzulande mehr Elektrizität denn je aus erneuerbaren Energien erzeugt. Erstmals lieferten Solaranlagen mehr als Braunkohlekraftwerke. Die mit Abstand wichtigste Quelle bleibt die Windkraft.

„Die Kohleverstromung lohnt sich ökonomisch oft nicht mehr“, sagte Bruno Burger, Professor am Fraunhofer ISE, dem Nachrichtenmagazin. „Durch die hohen für Emissionsrechte ist der Kohlestrom sehr teuer geworden.“

So kostete ein Zertifikat, das Industriebetriebe und Stromerzeuger in der EU zum Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) berechtigt, zuletzt fast 90 je Tonne CO2. Bei der Gewinnung von einer Megawattstunde Elektrizität aus Braunkohle werden im Schnitt ungefähr 400 Kilogramm CO2 frei.

Dafür waren Erdgaskraftwerke stärker ausgelastet, unter anderem wegen gesunkener Großhandelspreise für den Rohstoff. Zugleich stieg die Nettostromerzeugung aus erneuerbaren Energien um gut zwei Prozent auf den neuen historischen Höchstwert von 282,2 Terawattstunden. Insgesamt stammten 2025 rund 59 Prozent der deutschen Nettostromerzeugung aus erneuerbaren Energien.

Die Nettostromerzeugung errechnet sich aus der gesamten Stromerzeugung eines Kraftwerks minus dessen Eigenverbrauch, etwa für den Betrieb von Kohlemühlen. Für den historischen Vergleich bei der Stromgewinnung aus Braun- und Steinkohle setzte das Institut die Bruttostromerzeugung (also ohne Abzug von Eigenverbrauch) an, da das Statistische Bundesamt bis 1988 nur diese erhob.

Der Abbau von Braunkohle dürfte 2025 nach Einschätzung Burgers sogar auf den niedrigsten Stand seit mehr als einem Jahrhundert gefallen sein. Schon im Jahr zuvor wurde landesweit so wenig Braunkohle wie seit 1916 nicht mehr gefördert. Bundestag und Bundesrat haben den Ausstieg aus der Kohleverstromung bis spätestens 2038 beschlossen.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Tagebau Hambach (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Bruno Burger

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme, Fraunhofer ISE, Spiegel, EU, Bundestag, Bundesrat

Wann ist das Ereignis passiert?

Das beschriebene Ereignis fand im Jahr 2025 statt.

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Die beschriebenen Ereignisse finden hauptsächlich in Deutschland statt, speziell im Zusammenhang mit der Stromerzeugung aus Kohle und erneuerbaren Energien. Der Tagebau Hambach ist ein spezifischer Ort, der in diesem Kontext erwähnt wird. Daher sind die relevanten Orte: Deutschland, Tagebau Hambach.

Worum geht es in einem Satz?

Deutschland erzielte 2025 die niedrigste Kohlenstromproduktion seit 69 Jahren mit nur 106 Terawattstunden, während der Anteil erneuerbarer Energien auf einen Rekord von 59 Prozent stieg, was den Trend hin zu umweltfreundlicherer Energieerzeugung unterstreicht.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Rückgang der Kohleverstromung
  • Hohe Preise für Emissionszertifikate
  • Wirtschaftliche Unrentabilität der Kohleverstromung
  • Anstieg der erneuerbaren Energien
  • Höhere Auslastung von Erdgaskraftwerken
  • Sinkende Großhandelspreise für Erdgas
  • Politische Beschlüsse zum Kohleausstieg

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

Im Artikel wird nicht beschrieben, wie Politik, Öffentlichkeit oder Medien reagiert haben.

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Erheblicher Rückgang der Kohleverstromung
  • Reduzierter Anteil der Kohle am Strommix
  • Höchster Anteil erneuerbarer Energien in der Stromerzeugung
  • Wirtschaftliche Unrentabilität der Kohleverstromung
  • Steigende Preise für Emissionszertifikate
  • Höhere Auslastung von Erdgaskraftwerken
  • Historischer Tiefstand des Braunkohleabbaus
  • Beschluss des Kohleausstiegs bis spätestens 2038

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Bruno Burger, Professor am Fraunhofer ISE, zitiert: "Die Kohleverstromung lohnt sich ökonomisch oft nicht mehr."

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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