Wirtschaft: GDL kritisiert Bahn-Neuausrichtung in Berlin
Berlin () – Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hält die strategische Neuausrichtung der Bahn für nicht ausreichend. „Es bräuchte eine komplette Neuaufstellung der Bahn“, sagte GDL-Chef Mario Reiß dem Münchner Merkur von Ippen-Media zu den am Montag vorgestellten Plänen.
„Die Bahn ist kein Dax-Unternehmen, sondern sollte gemeinwohlorientiert geführt werden“, so Reiß. „Das Netz, die Infrastruktur, müsste getrennt vom Bund bereitgestellt werden.“ Das wäre die „Rettung der Bahn“, meinte Reiß. „Zurzeit schießen wir Geld in einen Konzern, der aktienrechtlich geführt wird, aber nur rote Zahlen schreibt. Bei der DB werden Gelder bis zum Gehtnichtmehr versenkt.“ An der Umstrukturierung müssten verschiedene Akteure gemeinsam arbeiten – auch die Politik. „Es wird aber nicht klappen, weil der politische Wille fehlt. Die SPD will, dass der Konzern bleibt, wie er ist“, so Reiß, der CDU-Mitglied ist.
„Solange Ziele bei der Pünktlichkeit nach unten korrigiert werden und die Beschäftigten, die das gesamte System tragen, nur am Rande von den Entscheidungsträgern Beachtung finden, bleibt zumindest Skepsis angebracht“, sagte Reiß weiter. Die Strategie trägt den Namen „Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene“. Doch: „Zufriedene Kunden wird es erst dann geben, wenn die Strategie in der praktischen Umsetzung mit klaren Zeitplänen, konkret nachprüfbaren Maßnahmen sowie besseren Arbeitsbedingungen für das Personal unterlegt ist.“
Optimistisch zeigte sich Reiß mit Blick auf die Ernennung von Evelyn Palla als neue Konzernchefin. „Es ist grundsätzlich ein positives Signal, dass mit Evelyn Palla eine Person an die Spitze der Bahn rückt, die die internen Strukturen kennt und zugleich Erfahrung im hiesigen Regionalverkehr sowie aus Österreich mitbringt“, so der Gewerkschaftschef über die frühere DB-Regio-Chefin. „Ob es schlussendlich besser wird, hängt nun davon ab, ob es ihr möglich sein wird, die richtigen Prioritäten zu setzen: echtes Entlasten des Personals und ehrliches Anpacken der zahlreichen Baustellen.“ Das hänge auch davon ab, „ob sie die nötigen Freiräume vom Ministerium bekommt“.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Dirk Rompf, Evelyn Palla und Patrick Schnieder am 22.09.2025 |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Mario Reiß, Evelyn Palla, Dirk Rompf, Patrick Schnieder
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Die genannten Organisationen, Parteien oder Institutionen sind:
Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), DB (Deutsche Bahn), SPD (Soziale Demokratie Partei), CDU (Christlich Demokratische Union), Ippen-Media.
Wann ist das Ereignis passiert?
Datum: 22.09.2025
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin
Worum geht es in einem Satz?
Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer kritisiert die geplante Neuausrichtung der Bahn als unzureichend und fordert eine grundlegende Umstrukturierung, die auf Gemeinwohlorientierung abzielt, während sie auf die Bedeutung besserer Arbeitsbedingungen und klarer Maßnahmen hinweist.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Unzureichende strategische Neuausrichtung der Bahn
- Forderung nach gemeinwohlorientierter Führung anstelle aktienrechtlicher Sicht
- Finanzierung von Verlusten und ineffizientem Management
- Mangelnder politischer Wille zur Umstrukturierung
- Veränderung der Pünktlichkeitsziele
- Geringe Beachtung der Beschäftigten in Entscheidungsprozessen
- Kritische Bewertung der neuen Strategie "Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene"
- Skepsis über praktische Umsetzung und Arbeitsbedingungen
- Positive Einschätzung der neuen Konzernchefin Evelyn Palla
- Abhängigkeit der Verbesserungen von politischen Freiräumen und Prioritäten
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- GDL hält strategische Neuausrichtung der Bahn für unzureichend
- GDL-Chef fordert komplette Neuaufstellung der Bahn
- Bahn soll gemeinwohlorientiert geführt werden
- Infrastruktur soll getrennt vom Bund bereitgestellt werden
- Reiß kritisiert finanzielle Situation der Bahn
- Umstrukturierung erfordert Zusammenarbeit verschiedener Akteure, inklusive Politik
- Mangelnder politischer Wille wird angemerkt, insbesondere seitens der SPD
- Skepsis gegenüber Pünktlichkeit und Beachtung der Beschäftigten
- Strategie "Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene" als unzureichend erachtet
- Positive Einschätzung zu Evelyn Palla als neue Konzernchefin
- Erfolg hängt von Prioritätensetzung und Unterstützung durch das Ministerium ab
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Unzureichende strategische Neuausrichtung der Bahn
- Notwendigkeit einer kompletten Neuaufstellung
- Forderung nach gemeinwohlorientierter Führung
- Notwendigkeit der Trennung von Netz und Infrastruktur vom Bund
- Versenkung von Geldern in unprofitable Strukturen
- Ungenügender politischer Wille zur Veränderung
- Skepsis bei den Beschäftigten wegen mangelnder Beachtung
- Ungewisse Umsetzung der neuen Strategie für zufriedene Kunden
- Abhängigkeit von klaren Zeitplänen und Maßnahmen
- Notwendigkeit besserer Arbeitsbedingungen für das Personal
- Abhängigkeit des Erfolgs von Prioritätensetzung durch neue Konzernchefin
- Notwendigkeit von Freiräumen vom Ministerium
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Mario Reiß, dem GDL-Chef, zitiert, in der er die strategische Neuausrichtung der Bahn als nicht ausreichend kritisiert.
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