Wirtschaft und Börse in Frankfurt
Frankfurt/Main () – Zum Wochenausklang hat der Dax deutlich nachgelassen. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 25.818 Punkten berechnet, ein Minus in Höhe von 0,9 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss.
An der Spitze der Kursliste standen bis kurz vor Handelsschluss die Aktien von Bayer mit einem kräftigen Kurssprung von über fünf Prozent, gefolgt von den Papieren von Scout24 und von Beiersdorf. Am Ende der Kursliste standen dagegen bis kurz vor Handelsschluss die Anteilsscheine von Siemens Energy mit einem Kurseinbruch von über sechs Prozent, gefolgt von den Papieren von Infineon und der Deutschen Bank.
„Vor dem Wochenende ziehen sich die Anleger zunehmend an die Seitenlinie zurück, ohne den Aktienmärkten allerdings vollständig den Rücken zu kehren. An den US-Börsen könnte es dennoch turbulent werden, denn die Investoren müssen die jüngsten Quartalszahlen von Amazon und Intel verarbeiten und ihre Positionen entsprechend anpassen. Besonders im Technologiesektor wächst die Nervosität“, sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets.
Ausgerechnet die bislang „wichtigste Stütze der US-Aktienmärkte“ zeige zunehmend Risse. „Nach Meta Platforms und Alphabet hat nun auch Amazon die hohen Erwartungen der Anleger nicht vollständig erfüllen können. Damit geraten gleich drei der großen US-Hyperscaler unter Druck. Die enormen Investitionen in Rechenzentren und KI-Infrastruktur werfen immer drängendere Fragen nach ihrer Rentabilität auf. Die Anleger zweifeln nicht grundsätzlich am Potenzial künstlicher Intelligenz, wohl aber daran, wie schnell sich die milliardenschweren Ausgaben tatsächlich auszahlen werden“, so der Marktanalyst weiter.
Hinzu kämen die anhaltend hohen Energiepreise und ihre Auswirkungen auf die Inflation. „Die Notenbanken stehen dabei vor einem kaum lösbaren Dilemma. Weitere Zinserhöhungen könnten zwar den Konsum und die Investitionstätigkeit bremsen, würden aber nichts an den geopolitischen Ursachen der hohen Energiepreise ändern. Im schlimmsten Fall würde die Geldpolitik die Konjunktur zusätzlich schwächen, ohne den eigentlichen Preisdruck entscheidend zu reduzieren“, so Lipkow.
Immerhin lieferten die jüngsten US-Inflationsdaten etwas Entlastung. „Die Verbraucherpreise sind im Oktober mit 2,8 Prozent weniger stark gestiegen als die erwarteten 3,0 Prozent. Das dürfte den Anlegern zunächst etwas Zuversicht zurückgeben und die Sorgen vor einer unmittelbar bevorstehenden weiteren geldpolitischen Straffung verringern“, so der Marktanalyst.
Die europäische Gemeinschaftswährung war am Freitagnachmittag schwächer: Ein Euro kostete 1,1163 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8958 Euro zu haben.
Der Goldpreis war stark im Rückwärtsgang, am Nachmittag wurden für eine Feinunze 3.900 US-Dollar gezahlt (-3,1 Prozent). Das entspricht einem Preis von 112,31 Euro pro Gramm.
Der Ölpreis stieg unterdessen stark: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Freitagnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 117,60 US-Dollar, das waren 2,4 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.
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Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Andreas Lipkow
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Frankfurter Börse, dts Nachrichtenagentur, Bayer, Scout24, Beiersdorf, Siemens Energy, Infineon, Deutsche Bank, Amazon, Intel, CMC Markets, Meta Platforms, Alphabet
Wann ist das Ereignis passiert?
Freitag, zum Xetra-Handelsschluss.
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Frankfurt am Main
Worum geht es in einem Satz?
Der Dax verlor zum Wochenausklang angesichts wachsender Sorgen um die Rentabilität hoher KI-Investitionen und anhaltend hoher Energiepreise 0,9 Prozent auf 25.818 Punkte, während schwächer als erwartete US-Inflationsdaten etwas Entlastung brachten.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Zurückhaltung der Anleger vor dem Wochenende
- Nervosität im Technologiesektor angesichts der jüngsten Quartalszahlen von Amazon und Intel
- Nicht vollständig erfüllte Anlegererwartungen bei Meta, Alphabet und Amazon
- Zweifel an der schnellen Rentabilität milliardenschwerer Investitionen in Rechenzentren und KI-Infrastruktur
- Anhaltend hohe Energiepreise und damit verbundene Inflationssorgen
- Unsicherheit über den weiteren geldpolitischen Kurs der Notenbanken
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
Nein, der Artikel beschreibt keine Reaktionen von Politik, Öffentlichkeit oder Medien.
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Zunehmender Rückzug der Anleger an die Seitenlinie
- Mögliche Turbulenzen an den US-Börsen und Anpassungen der Anlegerpositionen
- Wachsende Nervosität im Technologiesektor
- Druck auf die Aktien von Meta Platforms, Alphabet und Amazon
- Zunehmende Zweifel daran, wie schnell sich milliardenschwere Investitionen in Rechenzentren und KI-Infrastruktur auszahlen
- Anhaltender Inflationsdruck durch hohe Energiepreise
- Bei weiteren Zinserhöhungen mögliche Bremsung des Konsums und der Investitionstätigkeit sowie zusätzliche Schwächung der Konjunktur, ohne den Preisdruck entscheidend zu reduzieren
- Durch niedriger als erwartet ausgefallene US-Inflationsdaten zunächst mögliche Stärkung der Zuversicht und geringere Sorgen vor einer unmittelbar bevorstehenden weiteren geldpolitischen Straffung
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, wird mit Einschätzungen zur Nervosität an den Aktienmärkten, zur Rentabilität von KI-Investitionen sowie zu Energiepreisen, Inflation und Geldpolitik zitiert.
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