Politik in Berlin: Rente und Pflegezeiten
Berlin () – In der Debatte um die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren kritisieren Experten einen Vorstoß der Union zu möglichen Einschränkungen oder Nichtberücksichtigung von Erziehungs- und Pflegezeiten, der vor allem Frauen betreffen würde.
Die Rentenexpertin des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln), Ruth Schüler, sagte der Funke-Mediengruppe, schon heute – mit der jetzigen Regelung – profitierten Männer stärker von der Möglichkeit, eine abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren zu beziehen. Werden Pflege- und Erziehungszeiten nicht mehr angerechnet, erreichten vor allem weniger Frauen die Voraussetzungen für eine abschlagsfreie vorzeitige Rente.
Laut Schüler wird die Rentenversicherung durch eine solche Anpassung fiskalisch deutlich weniger entlastet als bei einer kompletten Abschaffung der Rente für besonders langjährig Versicherte. Das Reformpaket der Alterssicherungskommission könne seine Wirkung nur dann voll entfalten, wenn alle Empfehlungen konsequent umgesetzt werden. Einen Kompromiss bei der Rente für besonders langjährig Versicherte zahlten Beitrags- und Steuerzahler.
Medienberichten zufolge wird im Streit um die sogenannte Rente mit 63 in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion über einen neuen Kompromissansatz diskutiert. Demnach soll die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren offiziell beibehalten werden. Allerdings sollen etwa Erziehungs- oder Pflegezeiten künftig nicht mehr beziehungsweise weniger stark berücksichtigt werden.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Ruth Schüler
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Union, CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln), Funke-Mediengruppe, Alterssicherungskommission, Rentenversicherung, Beitragszahler, Steuerzahler
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin
Worum geht es in einem Satz?
Experten kritisieren den Unions-Vorstoß zur „abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren“, weil mögliche Einschränkungen bei Erziehungs- und Pflegezeiten vor allem Frauen benachteiligen, während zugleich Beitrags- und Steuerzahler den Kompromiss finanzieren würden.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
Vorstoß der Union zu möglichen Einschränkungen oder Nichtberücksichtigung von Erziehungs- und Pflegezeiten im Streit um die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren („Rente mit 63“)
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Kritik von Experten an einem Unions-Vorstoß zu möglichen Einschränkungen bzw. Nichtberücksichtigung von Erziehungs- und Pflegezeiten
- Hinweis, dass die Kritik vor allem Frauen betreffe
- Aussage der Rentenexpertin Ruth Schüler, dass Männer mit der bestehenden Regelung stärker von der abschlagsfreien Rente nach 45 Versicherungsjahren profitierten
- Erwartung, dass bei nicht angerechneten Erziehungs- und Pflegezeiten vor allem weniger Frauen die Voraussetzungen für eine abschlagsfreie vorzeitige Rente erreichten
- Einordnung, dass die Rentenversicherung fiskalisch weniger entlastet würde als bei einer kompletten Abschaffung
- Medienberichte bzw. Berichterstattung darüber, dass in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Streit um die „Rente mit 63“ über einen neuen Kompromissansatz diskutiert wird
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Weniger Frauen erreichen die Voraussetzungen für eine abschlagsfreie vorzeitige Rente
- Männer profitieren stärker von der abschlagsfreien Rente nach 45 Versicherungsjahren
- Weniger fiskalische Entlastung für die Rentenversicherung im Vergleich zu einer vollständigen Abschaffung der Rente für besonders langjährig Versicherte
- Reformziele der Alterssicherungskommission können nicht vollständig erreicht werden
- Beitragszahler und Steuerzahler tragen die Kosten eines Kompromisses
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja. Es wird eine Stellungnahme von Ruth Schüler (Rentenexpertin des IW Köln) zitiert.
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