Wirtschaft in Frankfurt: DAX-Entwicklung
Frankfurt/Main () – Am Dienstag hat der Dax geringfügig nachgelassen. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 25.260 Punkten berechnet, ein Minus in Höhe von 0,1 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss. Nach einem freundlichen Start legte der Dax bis zum Mittag zunächst zu, baute dann jedoch die Zugewinne wieder ab und rutschte schließlich ins Minus.
„An der Wall Street wächst die Skepsis gegenüber den hohen Bewertungen vieler Technologie- und Halbleiterunternehmen“, kommentierte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets. „Gleichzeitig werden die attraktiven Renditen am Anleihemarkt zunehmend zu einer ernsthaften Konkurrenz für Aktien. Je höher die Bewertungen und je attraktiver die Anleiherenditen, desto größer wird der Druck auf die Unternehmen, ihre Aktienkurse mit überzeugenden Gewinnen zu rechtfertigen.“
Eine Ausnahme bilde Goldman Sachs. „Die Investmentbank konnte mit Rekorderlösen und einem boomenden Beratungsgeschäft selbst optimistische Prognosen übertreffen. Die Zahlen zeigen, dass die Berichtssaison durchaus positive Überraschungen bereithält“, erklärte Lipkow. Entscheidend werde allerdings sein, ob solche Ergebnisse die Ausnahme bleiben oder sich die Gewinnstärke auf weitere Branchen ausweitet.
„Auffällig im Dax war heute die Nachfrage nach den zuletzt stark abgestraften Aktien“, kommentierte der Analyst. „Mit Symrise, Deutscher Telekom und Vonovia standen vorwiegend defensive Werte auf den Einkaufslisten der Anleger. Nach den deutlichen Kursverlusten ist das Chance-Risiko-Verhältnis scheinbar wieder attraktiver geworden.“ An den grundlegenden Belastungsfaktoren habe sich allerdings wenig geändert, so Lipkow. „Die leichte Erholung ist deshalb weniger Ausdruck neuer Zuversicht als vielmehr eine gezielte Suche nach günstiger bewerteten Aktien. Die Anleger kaufen derzeit nicht den breiten Markt, sondern vor allem die Verlierer der vergangenen Wochen.“
Bis kurz vor Handelsschluss standen die Symrise-Aktien an der Spitze der Dax-40-Liste, gefolgt von den Papieren von Symrise, BMW und Brenntag. Das Schlusslicht bildeten die Aktien von Siemens Energy und Infineon.
Unterdessen stieg der Gaspreis: Eine Megawattstunde (MWh) Gas zur Lieferung im November kostete 87 Euro und damit drei Prozent mehr als am Vortag. Das impliziert einen Verbraucherpreis von mindestens rund 14 bis 16 Cent pro Kilowattstunde (kWh) inklusive Nebenkosten und Steuern, sollte das Preisniveau dauerhaft so bleiben.
Der Ölpreis sank hingegen: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Dienstagnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 105,90 US-Dollar, das waren 78 Cent oder 0,7 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.
Die europäische Gemeinschaftswährung war am Dienstagnachmittag stärker: Ein Euro kostete 1,1194 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8933 Euro zu haben.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Andreas Lipkow
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Deutscher Bundestag, JPMorgan, Citigroup, Goldman Sachs, United Health, Johnson & Johnson, CMC Markets, Xetra, Dax, Wall Street, Frankfurter Börse, Symrise, Deutscher Telekom, Vonovia, BMW, Brenntag, Siemens Energy, Infineon, Wall Street
Wann ist das Ereignis passiert?
Das Ereignis fand am Dienstag statt (genauer Tag des Monats/Jahres nicht genannt).
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Frankfurt/Main (Frankfurter Börse), Wall Street
Worum geht es in einem Satz?
Der Dax ist am Dienstag leicht um 0,1 % gefallen, wobei trotz besserer Quartalszahlen der US-Banken die Anleger wegen hoher Bewertungen und steigender Konkurrenz durch Anleiherenditen weiter skeptisch bleiben und vor allem zuvor stark abgestrafte Dax-Werte gesucht wurden.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
Skepsis gegenüber hohen Bewertungen vieler Technologie- und Halbleiterunternehmen
attraktive Renditen am Anleihemarkt als Konkurrenz zu Aktien
Druck für Unternehmen, ihre Aktienkurse mit überzeugenden Gewinnen zu rechtfertigen
Quartalszahlen trotz besser als erwartet nur teilweise überzeugend, Messlatte inzwischen sehr hoch
günstiger bewertete Aktien wieder stärker nachgefragt als zuvor abgestraften Wertpapiere
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Wall-Street-Skepsis gegenüber hohen Bewertungen vieler Tech- und Halbleiterunternehmen nimmt zu
- Anleiherenditen werden als ernsthafte Konkurrenz für Aktien wahrgenommen, was Bewertungsdruck ausübt
- Quartalszahlen wurden zwar besser als erwartet bewertet, aber viele Anleger nur teilweise überzeugt
- Erwartungshaltung gestiegen, Unternehmen müssten sie deutlich übertreffen, um neue Käufer zu gewinnen
- Goldman Sachs gilt als Ausnahme mit positiven Überraschungen und guter operativer Entwicklung
- Anleger suchen gezielt günstiger bewertete Aktien, kaufen aber nicht den breiten Markt sondern vor allem Verlierer der Vorwochen
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Skepsis gegenüber hohen Bewertungen vieler Technologie- und Halbleiterunternehmen
- Attraktive Renditen am Anleihemarkt erhöhen den Konkurrenzdruck für Aktien
- Unternehmen müssen ihre Aktienkurse durch überzeugende Gewinne weiter rechtfertigen
- Gute Quartalszahlen können Anleger nur teilweise überzeugen
- Erwartungen müssen deutlich übertroffen werden, um neue Kursfantasie auszulösen
- Gewinnstärke könnte sich als Ausnahme erweisen oder muss sich auf weitere Branchen ausweiten
- Nachfrageschwerpunkt liegt verstärkt auf zuletzt stark abgestraften Aktien
- Leichte Erholung beruht eher auf gezielter Suche nach günstigeren Bewertungen als auf neuer Zuversicht
- Anleger kaufen vor allem die Verlierer der vergangenen Wochen statt den breiten Markt
- Gaspreis steigt, was zu höheren Verbraucherpreiserwartungen führen kann
- Ölpreis sinkt
- Eurokurs steigt gegenüber dem US-Dollar
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja — Andreas Lipkow (Chef-Marktanalyst von CMC Markets) wird in mehreren Zitaten mit seiner Einschätzung zum Marktverlauf und zu den Quartalszahlen erwähnt.
- Niedersachsen will Seehäfen sicherer machen - 13. Oktober 2026
- Verbraucherzentralen pochen auf Einführung von Zuckersteuer - 13. Oktober 2026
- UN-Generalversammlung wählt Deutschland in UN-Menschenrechtsrat - 13. Oktober 2026

