Wirtschaft: Hohe Gewerbesteuer in Deutschland
Berlin () – Die Gewerbesteuerlast für Unternehmen in Deutschland ist in diesem Jahr so hoch wie nie zuvor. Das zeigt eine Auswertung der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), über die die „Welt am Sonntag“ berichtet.
Von den 706 untersuchten Städten und Gemeinden mit mehr als 20.000 Einwohnern erhöhten demnach 88 den Hebesatz, nur fünf senkten ihn. Die Entwicklung hat sich gegenüber dem Vorjahr noch einmal beschleunigt.
2025 setzten 64 Kommunen den Satz nach oben, vier nach unten. Der Bundesdurchschnitt stieg der Auswertung zufolge um zwei auf 441 Punkte.
„Damit entwickelt sich die Gewerbesteuer zur stillen Standortbremse“, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov der Zeitung.
Deutschland zähle ohnehin zu den Hochsteuerländern. Weitere Hebesatzerhöhungen verschärften den Wettbewerbsnachteil und würden Betrieben Mittel für dringend benötigte Investitionen entziehen.
Auf jede Kommune, die ihre Gewerbesteuer senkt, kämen in diesem Jahr fast 18, die sie erhöhten. Die Hebesätze reichen in diesem Jahr von 250 Prozent in Monheim am Rhein und in Leverkusen bis zu 580 Prozent in Oberhausen und Mülheim an der Ruhr.
Die Spanne beträgt 330 Hebesatzpunkte.
Melnikov forderte eine bessere Finanzausstattung der Städte und Gemeinden. „Bund und Länder müssen die Kommunen aufgabengerecht und dauerhaft ausstatten. Neue Aufgaben dürfen nur mit gesicherter Finanzierung übertragen werden“, sagte sie.
Zugleich gehörten bestehende Aufgaben auf den Prüfstand.
Die Vereinbarung von Bund, Ländern und Kommunen, bei neuen Aufgaben ab Oktober stärker nach dem Motto „Wer bestellt, bezahlt“ zu verfahren, sei ein Schritt in die richtige Richtung. „Die strukturellen Probleme bei bestehenden Aufgaben und ihrer Finanzierung sind damit aber nicht gelöst“, so die DIHK-Hauptgeschäftsführerin weiter.
Die Top-Ten der Kommunen mit den höchsten Werten setzt sich der Auswertung zufolge ausschließlich aus Kommunen in Nordrhein-Westfalen zusammen.
Das bevölkerungsreichste Bundesland weist mit einem einwohnergewichteten Durchschnitt von 476 Prozent erneut die höchste Gewerbesteuerbelastung auf – ein Plus von zwei Punkten gegenüber dem Vorjahr. Den stärksten Anstieg gab es in Sachsen-Anhalt.
Dort kletterte der Wert laut der DIHK-Auswertung um fünf Punkte von 422 auf 427 Prozent. Es folgen Hessen mit vier Punkten und Baden-Württemberg mit drei Punkten.
Den niedrigsten Hebesatz weist im Durchschnitt Brandenburg mit 387 Prozent aus.
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Text-/Bildquelle: |
Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Helena Melnikov
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK), Welt am Sonntag, Bund, Länder, Kommunen, DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov
Wann ist das Ereignis passiert?
Das Ereignis (Auswertung zur Gewerbesteuerlast und Hebesatz-Entwicklung in diesem Jahr) findet in diesem Jahr statt – jedoch ohne ein konkretes Datum/Jahr im Text genannt.
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin, Monheim am Rhein, Leverkusen, Oberhausen, Mülheim an der Ruhr, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Hessen, Baden-Württemberg, Brandenburg.
Worum geht es in einem Satz?
Laut einer DIHK-Auswertung, die die „Welt am Sonntag“ berichtet, ist die Gewerbesteuerlast für Unternehmen in Deutschland 2026 auf ein noch nie erreichtes Niveau gestiegen, weil in der Mehrheit der untersuchten Kommunen die Hebesätze erhöht wurden und der Bundesdurchschnitt auf 441 Punkte kletterte.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Die Gewerbesteuerlast für Unternehmen in Deutschland ist in diesem Jahr so hoch wie nie zuvor
- Von 706 untersuchten Städten und Gemeinden mit mehr als 20.000 Einwohnern haben 88 den Hebesatz erhöht und nur fünf gesenkt
- Die Entwicklung hat sich gegenüber dem Vorjahr beschleunigt (2025: 64 Kommunen erhöhen, vier senken)
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov kritisierte die Entwicklung und bezeichnete die Gewerbesteuer als „stille Standortbremse“
- DIHK warnte, weitere Hebesatzerhöhungen verschärften den Wettbewerbsnachteil und entziehen Betrieben Mittel für Investitionen
- Melnikov forderte bessere Finanzausstattung für Städte und Gemeinden durch aufgabengerechte und dauerhafte Mittel von Bund und Ländern
- Sie verlangte, neue Aufgaben nur mit gesicherter Finanzierung zu übertragen
- Zugleich sprach sie sich dafür aus, bestehende Aufgaben auf den Prüfstand zu stellen
- Melnikov wertete die Vereinbarung „Wer bestellt, bezahlt“ (ab Oktober) als Schritt in die richtige Richtung, sagte aber, die strukturellen Probleme bei bestehenden Aufgaben und ihrer Finanzierung seien damit nicht gelöst
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Erhöhte Gewerbesteuerlast für Unternehmen durch steigende Hebesätze
- Verschärfter Wettbewerbsnachteil für Unternehmen im Standortvergleich
- Den Unternehmen entziehen sich Mittel, die für dringend benötigte Investitionen benötigt werden
- Kommunale Aufgaben werden stärker zu einer Standortbremse durch steigende Steuerbelastung
- Zunahme der Belastung trifft überwiegend Kommunen mit Hebesatzerhöhungen im Verhältnis zu solchen mit Senkungen
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja. Die DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov wird mit mehreren Zitaten zitiert und kommentiert u. a. die Gewerbesteuerentwicklung.
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