Schwerin: Bürokratieabbau bei Familienleistungen
Schwerin () – Der Bundesrat hat am Freitag das antragslose Kindergeld ab 2027 abschließend beschlossen und zugleich eine gemeinsame Initiative von Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein für ein einfacheres Elterngeld unterstützt. Das teilte das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport in Schwerin mit.
Mit dem Gesetz soll Kindergeld im Regelfall künftig ohne Antrag ausgezahlt werden, sobald der Familienkasse die erforderlichen Daten vorliegen und keine Zweifel am Anspruch bestehen.
Die Umstellung erfolgt 2027 in zwei Schritten. Zunächst geht es um weitere Kinder von Familien, die bereits Kindergeld beziehen.
In einem zweiten Schritt soll das Verfahren auch auf erstgeborene Kinder ausgeweitet werden. Sozialministerin Stefanie Drese begrüßte den Bürokratieabbau: „Junge Eltern brauchen Unterstützung, keine zusätzlichen Papierberge. Wenn der Staat die notwendigen Informationen bereits hat, sollte er Leistungen möglichst automatisch auszahlen. Und wenn ein Antrag notwendig ist, muss er so einfach wie möglich sein.“
Nach der Geburt müsse niemand mehr einen Antrag stellen, wenn die Verwaltung bereits alle notwendigen Informationen habe, so Drese.
Beim Elterngeld hat der Bundesrat auf Initiative von Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein ebenfalls ein klares Signal für Vereinfachungen gesetzt. Vorgeschlagen wird unter anderem, das Elterngeld künftig nach Kalendermonaten statt nach Lebensmonaten zu berechnen.
Auch die Anrechnung anderer Einnahmen und die Ermittlung des maßgeblichen Einkommens sollen einfacher werden. Die Regelungen beim Partnerschafts- und Geschwisterbonus sollen übersichtlicher gestaltet werden.
„Wir wollen weniger Sonderfälle, weniger komplizierte Einzelfallberechnungen und mehr Klarheit für Eltern darüber, was ihnen zusteht“, sagte Drese. Der Einheitliche Antrag auf Elterngeld soll deutlich reduziert werden; die Bundesregierung soll gemeinsam mit den Ländern ein Konzept für einen schlankeren und verständlicheren Antrag entwickeln.
Auch bei der Digitalisierung gibt es nach Aussage von Drese Fortschritte.
Im August wurde die technische Infrastruktur des Online-Antrags auf Elterngeld erfolgreich umgestellt. Die Rückmeldungen der Elterngeldstellen in Mecklenburg-Vorpommern seien durchweg positiv gewesen; der Wechsel habe nahtlos und ohne Probleme funktioniert.
Das digitale Angebot könne damit weiterentwickelt werden. „Beim Kindergeld gehen wir jetzt den entscheidenden Schritt vom Antrag zur automatischen Leistung. Beim Elterngeld wollen wir die nächsten Schritte hin zu einem deutlich einfacheren Verfahren gehen“, sagte Drese.
Beides folge demselben Prinzip: Familien sollen Leistungen unkompliziert bekommen können, auf die sie Anspruch haben.
Weniger Bürokratie bedeute für junge Eltern vor allem mehr Zeit für das, was nach der Geburt wirklich zählt – ihre Familie.
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Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
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Sitzung des Bundesrates am 25.09.2026
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Stefanie Drese
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Bundesrat, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport, Sozialministerin Stefanie Drese, Familienkasse, Bundesregierung, Elterngeldstellen
Wann ist das Ereignis passiert?
Zeitraum/Datum: Freitag, 25.09.2026 (Bundesrat-Beschluss; im Text außerdem: „Im August“ → August 2026 für die Umstellung der digitalen Infrastruktur).
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Schwerin, Bundesrat
Worum geht es in einem Satz?
Der Bundesrat hat am Freitag beschlossen, dass Kindergeld ab 2027 im Regelfall ohne Antrag ausgezahlt wird, und unterstützt zudem eine Initiative der Länder Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein zur Vereinfachung des Elterngelds (u. a. bei der Berechnung und bei den Antragsunterlagen).
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Antragslose Auszahlung des Kindergelds ab 2027 nach Vorliegen der erforderlichen Daten bei der Familienkasse und ohne Zweifel am Anspruch
- Geplante Umstellung des Verfahrens in zwei Schritten im Jahr 2027
- Initiative von Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein zur Unterstützung von Vereinfachungen beim Elterngeld
- Ziel weniger Bürokratie und vereinfachte Berechnung sowie Handhabung beim Elterngeld und reduzierte Komplexität beim Elterngeldantrag
- Erfolgreiche Umstellung der technischen Infrastruktur für den Online-Antrag auf Elterngeld im August
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Sozialministerin Stefanie Drese begrüßte den Bürokratieabbau und sagte, Eltern bräuchten Unterstützung statt zusätzlicher Papierarbeit
- Es wurde ein klares Signal für Vereinfachungen beim Elterngeld gesetzt und weniger Sonderfälle sowie mehr Klarheit gefordert
- Die Digitalisierung des Online-Antrags auf Elterngeld wurde als erfolgreich beschrieben, mit durchweg positiven Rückmeldungen aus Mecklenburg-Vorpommern
- Beim Kindergeld wurde betont, dass der Schritt zur automatischen Leistung im Vordergrund steht
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Kindergeld wird ab 2027 im Regelfall ohne Antrag ausgezahlt, sobald die Familienkasse die erforderlichen Daten hat und keine Zweifel am Anspruch bestehen
- Die Umstellung auf automatische Auszahlung erfolgt zunächst für weitere Kinder von Familien, die bereits Kindergeld beziehen
- In einem zweiten Schritt wird das Verfahren auf erstgeborene Kinder ausgeweitet
- Vereinfachung des Elterngeldverfahrens durch Berechnung nach Kalendermonaten statt nach Lebensmonaten
- Vereinfachte Anrechnung anderer Einnahmen und einfachere Ermittlung des maßgeblichen Einkommens
- Partnerschafts- und Geschwisterbonus werden übersichtlicher geregelt
- Der Einheitliche Antrag auf Elterngeld wird deutlich reduziert
- Die Bundesregierung soll gemeinsam mit den Ländern ein Konzept für einen schlankeren und verständlicheren Elterngeldantrag entwickeln
- Fortschritte bei der Digitalisierung durch erfolgreiche Umstellung der technischen Infrastruktur des Online-Antrags auf Elterngeld im August
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja. Es wird eine Stellungnahme von Sozialministerin Stefanie Drese zitiert, u. a. mit dem Satz: „Junge Eltern brauchen Unterstützung, keine zusätzlichen Papierberge.“
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