Krise in Jemen: Humanitäre Folgen für Kinder
New York () – Im Jemen sind durch die erneuten Kampfhandlungen allein innerhalb von zwei Wochen mehr als 104.000 Menschen vertrieben worden, darunter über 57.000 Kinder. Das teilte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) am Donnerstag mit.
Seit dem 3. September wurden demnach mindestens neun getötete und zwölf verletzte Kinder gemeldet. Drei weitere Kinder gelten nach einem Angriff auf der Straße von der Westküste des Jemen nach Aden als vermisst.
Die Kämpfe im Westen von Taizz, im Süden von al-Hudaida, in Ma`rib und in weiteren betroffenen Gebieten nehmen Kindern den Zugang zu lebenswichtiger Grundversorgung. Laut Unicef ist in 26 von dem Kinderhilfswerk unterstützten Gesundheitseinrichtungen die Versorgung beeinträchtigt. Zudem seien 243 Schulen geschlossen oder der Unterricht fällt aus, hieß es weiter. Davon seien mehr als 137.000 Schulkinder betroffen.
„Kinder im Jemen erleben bereits eine der schwersten humanitären Krisen weltweit. Viele von ihnen kennen kaum etwas anderes als Konflikte und Vertreibung“, sagte Edouard Beigbeder, Unicef-Regionaldirektor für den Nahen Osten und Nordafrika. „Nun mussten innerhalb von nur zwei Wochen Zehntausende Familien ihre Häuser verlassen – viele mit nichts mehr als dem, was sie tragen konnten. Kinder, die bereits seit Jahren Hunger, Vertreibung und unterbrochenen Schulbesuch erleben, verlieren durch die jüngste Gewalt auch den letzten Rest an Stabilität, der ihnen geblieben war.“
Unicef hat eigenen Angaben zufolge seine bestehenden Nothilfemaßnahmen ausgeweitet, um 231.000 betroffene Menschen zu erreichen. In Taizz unterstützt das UN-Kinderhilfswerk Gesundheitseinrichtungen, verteilt Hygienesets und stellt Wassertanks bereit. In Ma`rib werden zusätzliche Wasser- und Hygieneartikel verteilt. Außerdem sind neun mobile Teams für Gesundheit und Ernährung dort im Einsatz, wo Vertriebene Zuflucht suchen, sowie in betroffenen Gemeinden in Aden, Ma`rib und Taizz.
Im Bereich Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene plant UNICEF, mehr als 200.000 Menschen mit sauberem Wasser und Hygieneartikeln zu versorgen. Zudem führt Unicef dringend erforderliche Reparaturen an beschädigten Wasser- und Sanitärsystemen durch. Kinderschutz-Experten leisten psychosoziale Unterstützung und helfen den Gemeinden, Gefahren durch explosive Kampfmittel zu erkennen und zu verringern.
Bereits vor der jüngsten Eskalation waren schätzungsweise 12,2 Millionen Kinder im Jemen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Mehr als 2,2 Millionen Kinder unter fünf Jahren leiden an akuter Mangelernährung, darunter mehr als 515.000 mit lebensbedrohlicher Mangelernährung. Rund 3,2 Millionen Kinder besuchen keine Schule.
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Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Edouard Beigbeder
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Vereinten Nationen, UNICEF
Wann ist das Ereignis passiert?
Das Ereignis stattfand am Donnerstag (kein konkretes Datum im Text genannt) und bezieht sich auf den Zeitraum „seit dem 3. September“ sowie „innerhalb von zwei Wochen“.
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Jemen, Taizz (Westen), al-Hudaida (Süden), Ma`rib, Aden (Westküste).
Worum geht es in einem Satz?
Laut UNICEF wurden im Jemen durch erneute Kampfhandlungen allein innerhalb von zwei Wochen über 104.000 Menschen – darunter mehr als 57.000 Kinder – vertrieben, wobei zudem zahlreiche getötete/verletzte und vermisste Kinder sowie massive Beeinträchtigungen von Gesundheitsversorgung, Schulen und Hilfsmaßnahmen gemeldet werden.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Erneute Kampfhandlungen im Jemen innerhalb von zwei Wochen
- Angriffe im Westen von Taizz und im Süden von al-Hudaida
- Kämpfe in Ma`rib und in weiteren betroffenen Gebieten
- Angriffe auf der Straße von der Westküste des Jemen nach Aden
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Es wird beschrieben, dass UNICEF die Nothilfemaßnahmen ausgeweitet hat, um betroffene Menschen zu erreichen
- Es wird keine Reaktion von Politik, Öffentlichkeit oder Medien auf die Situation oder die UNICEF-Mitteilung beschrieben
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Vertriebene Kinder und Familien verlieren Zugang zu lebenswichtiger Grundversorgung
- Einschränkungen der medizinischen Versorgung in 26 unterstützten Gesundheitseinrichtungen
- Schließungen von Schulen oder ausgefallener Unterricht
- Mehr als 137.000 Schulkinder sind von Unterrichtsausfällen betroffen
- Erhöhtes Risiko für zusätzliche Gefährdungen durch Hunger und bereits bestehende humanitäre Notlagen
- Bedarf an ausgeweiteter humanitärer Hilfe für betroffene Menschen steigt
- Maßnahmen zur Versorgung mit sauberem Wasser und Hygieneartikeln sowie Reparaturen an Wasser und Sanitärsystemen werden erforderlich
- Psychosoziale Unterstützung für Kinder wird notwendig
- Kinderschutzmaßnahmen und die Verringerung von Gefahren durch explosive Kampfmittel werden wichtiger
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja – im Artikel wird eine Stellungnahme von Edouard Beigbeder (UNICEF-Regionaldirektor) zitiert.
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