Gesellschaft: Sorgerechtsregelungen in Studienfokus
München () – Wenn Gerichte in strittigen Sorgerechtsfällen gemeinsames statt alleiniges Sorgerecht zusprechen, profitieren Väter wirtschaftlich und gesundheitlich sowie Kinder schulisch. Mütter erleiden dadurch in der Regel keine messbaren Nachteile, wie eine neue Studie des Ifo-Instituts ergab, die auf schwedischen Gerichts- und Registerdaten basiert.
„Öffentliche Debatten über Sorgerechtsregelungen unterstellen häufig ein Spannungsverhältnis: Was einem Elternteil nutzt, gehe zulasten des anderen Elternteils oder des Kindes. Unsere Ergebnisse zeigen aber, dass sich diese Annahme nicht bestätigt: Gemeinsames Sorgerecht stärkt die wirtschaftliche Stabilität von Familien nach einer Trennung und fördert die Entwicklung der Kinder“, sagte Helmut Rainer, Leiter des Ifo-Zentrums für Arbeitsmarkt- und Bevölkerungsökonomik.
Väter mit gemeinsamem Sorgerecht erzielen höhere Einkommen, insbesondere Väter mit niedrigem Einkommensniveau. Zudem sinkt bei ihnen die Wahrscheinlichkeit einer Antidepressiva-Einnahme um 17 Prozentpunkte. Kinder verbessern ihre Testergebnisse und besuchen häufiger bessere Schulen. Für Mütter zeigen sich weder positive noch negative Effekte. Auch Befürchtungen, gemeinsames Sorgerecht erhöhe das Risiko häuslicher Gewalt, bestätigen die Daten nicht. „Die Studie liefert empirische Evidenz für familienpolitische Debatten über Sorgerechtsregelungen, die in vielen Ländern geführt werden“, sagte Rainer.
Für die Studie werteten die Forscher 56.188 Gerichtsurteile aus 45 schwedischen Bezirksgerichten zwischen 1992 und 2021 aus und verknüpften sie mit Registerdaten zu Einkommen, Bildung, Gesundheit und Kriminalität.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Helmut Rainer
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Ifo-Institut, Ifo-Zentrum für Arbeitsmarkt- und Bevölkerungsökonomik, schwedische Bezirksgerichte
Wann ist das Ereignis passiert?
Zeitraum/Datum: 1992 bis 2021 (für die ausgewerteten 56.188 Gerichtsurteile in Schweden).
Wo spielt die Handlung des Artikels?
München, Schweden
Worum geht es in einem Satz?
Die Studie des Ifo-Instituts auf Basis schwedischer Gerichts- und Registerdaten zeigt, dass gemeinsames Sorgerecht in strittigen Fällen Kindern schulisch hilft und Vätern wirtschaftlich sowie gesundheitlich zugutekommt, während für Mütter keine messbaren Vor- oder Nachteile erkennbar sind und auch kein erhöhtes Risiko häuslicher Gewalt nachweisbar ist.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Strittiger Sorgerechtsfall mit Entscheidung der Gerichte auf gemeinsames statt alleiniges Sorgerecht
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Keine konkrete Beschreibung, wie Politik reagiert hat
- Keine konkrete Beschreibung, wie Öffentlichkeit reagiert hat
- Keine konkrete Beschreibung, wie Medien reagiert haben
Welche Konsequenzen werden genannt?
- höhere Einkommen bei Vätern mit gemeinsamem Sorgerecht insbesondere bei Vätern mit niedrigem Einkommensniveau
- geringere Wahrscheinlichkeit der Einnahme von Antidepressiva bei Vätern um 17 Prozentpunkte
- bessere Testergebnisse bei Kindern
- Kinder besuchen häufiger bessere Schulen
- für Mütter keine messbaren positiven oder negativen Effekte
- keine Bestätigung der Befürchtung, dass das gemeinsame Sorgerecht das Risiko häuslicher Gewalt erhöht
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja — es wird eine Stellungnahme von Helmut Rainer (Leiter des Ifo-Zentrums für Arbeitsmarkt- und Bevölkerungsökonomik) zitiert, zudem sagt er noch einmal am Ende der Passage.
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