Wirtschaft: DAX-Schulden & Zinsen in Frankfurt
Frankfurt am Main () – Infolge gestiegener Zinsen haben die Dax-Konzerne ihre Nettofinanzschulden seit dem Ende der Nullzinsphase 2022 um 22 Prozent auf 196 Milliarden Euro gesenkt. Ihre Verschuldungsquote ist damit von 30,8 auf 19,8 Prozent gesunken, berichtet das „Handelsblatt“ unter Berufung auf eine Auswertung des HRI auf Basis der Unternehmensbilanzen und Daten des Finanzdienstleisters Bloomberg.
Das Eigenkapital der Dax-Unternehmen stieg demnach im selben Zeitraum um 21 Prozent auf den Rekordwert von 991 Milliarden Euro. Ausgenommen aus der Untersuchung sind Finanzdienstleister, weil ihre Kennzahlen mit denen der übrigen Unternehmen nicht vergleichbar sind.
Am Donnerstag hatte die Europäische Zentralbank ihren Leitzins um 0,25 Punkte auf 2,5 Prozent erhöht. Die Terminmärkte erwarten bis 2027 drei weitere Zinsschritte. Der durchschnittliche Zinssatz für neue Bankkredite liegt nach Angaben der Deutschen Bundesbank inzwischen bei 3,8 Prozent. Vor einem Jahr waren es noch 3,2 Prozent. Die Renditen von Anleihen guter und mittlerer Bonität stiegen im selben Zeitraum von durchschnittlich 3,5 auf 4,0 Prozent.
Die Belastung ist der Auswertung zufolge ungleich verteilt: Bayer, Eon, RWE, BASF und Continental weisen das ungünstigste Verhältnis von Schulden zum operativen Ergebnis auf. Bayer holte sich allerdings über eine Beteiligung des US-Investors Apollo drei Milliarden Euro frisches Kapital, um seine finanzielle Flexibilität zu erhöhen.
Die Deutsche Telekom ist mit 132 Milliarden Euro absolut am höchsten verschuldet und zahlte zuletzt 6,5 Milliarden Euro Zinsen. Sie verkraftet aber die Last dank eines operativen Ergebnisses von 24,8 Milliarden Euro. Elf Dax-Konzerne, darunter BMW, Mercedes-Benz, Volkswagen und Beiersdorf, verfügen über mehr liquide Mittel als Schulden.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
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Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Deutsche Bundesbank, Europäische Zentralbank, Dax, HRI, Bloomberg, „Handelsblatt“, Apollo, Bayer, Eon, RWE, BASF, Continental, Deutsche Telekom, BMW, Mercedes-Benz, Volkswagen, Beiersdorf
Wann ist das Ereignis passiert?
Zeitraum/Datum: Seit dem Ende der Nullzinsphase 2022 (also ab 2022), mit Bezug auf den aktuellen Zustand „am Donnerstag“ (der konkrete Wochentag/Datum ist im Text nicht eindeutig angegeben).
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Frankfurt am Main
Worum geht es in einem Satz?
Durch gestiegene Zinsen haben die DAX-Unternehmen seit dem Ende der Nullzinsphase 2022 ihre Nettofinanzschulden um 22% auf 196 Mrd. Euro und ihre Verschuldungsquote von 30,8 auf 19,8% reduziert, während das Eigenkapital um 21% auf einen Rekord von 991 Mrd. Euro stieg, allerdings mit ungleicher Belastung zwischen einzelnen Konzernen.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
Frankfurter Börse
Erhöhte Zinsen der Europäischen Zentralbank
Gestiegene Renditen von Anleihen
Gestiegene Zinssätze für neue Bankkredite
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Im Artikel wird keine Reaktion von Politik, Öffentlichkeit oder Medien beschrieben.
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Nettofinanzschulden der Dax-Konzerne um 22 Prozent auf 196 Milliarden Euro gesenkt
- Verschuldungsquote von 30,8 auf 19,8 Prozent gesunken
- Eigenkapital der Dax-Unternehmen um 21 Prozent auf einen Rekordwert von 991 Milliarden Euro gestiegen
- Zinsbelastung für Unternehmen nimmt im Vergleich zur Zeit nach der Nullzinsphase ab bzw. wird durch niedrigere Verschuldung besser verkraftbar
- Zinserhöhungen der EZB wirken sich weiter auf die Finanzierungskosten aus
- Durchschnittlicher Zinssatz für neue Bankkredite steigt auf 3,8 Prozent
- Renditen von Anleihen guter und mittlerer Bonität steigen auf 4,0 Prozent
- Belastung zwischen Unternehmen ist ungleich verteilt
- Bayer, Eon, RWE, BASF und Continental haben das ungünstigste Verhältnis von Schulden zum operativen Ergebnis
- Deutsche Telekom hat als höchstverschuldeter Konzern hohe Zinszahlungen von 6,5 Milliarden Euro pro zuletzt zu verkraften, kann die Last aber durch operatives Ergebnis auffangen
- Mehrere Dax-Konzerne verfügen über mehr liquide Mittel als Schulden
- Bayer erhöht finanzielle Flexibilität durch frisches Kapital in Höhe von drei Milliarden Euro
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