Linke: Linnemanns Pflege-Strukturreform wird zum Kürzungsprogramm

Linke: Linnemanns Pflege-Strukturreform wird zum Kürzungsprogramm

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Politik: Reformpläne für die Pflege in Berlin

Berlin () – Die Linke hat die von Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) geplante Strukturkommission zur Reform der Pflege scharf kritisiert.

„Wer sich anschaut, was die Bundesregierung gerade bei der anrichtet, dem muss bei Linnemanns Ankündigung angst und bange werden. Was er hier vorhat, klingt weniger nach Reform als nach der nächsten Kürzungsrunde“, sagte die Parteivorsitzende Ines Schwerdtner der Funke-Mediengruppe. Wenn Linnemann bereits jetzt von nötigen Einsparungen in Höhe von zehn Prozent der Pflegeausgaben spreche, sei klar, wohin die Reise gehe: Pflegebedürftige und ihre Angehörigen müssten mehr , bekämen weniger Leistungen und müssten mehr Verantwortung übernehmen. Das sei keine Pflegereform, sondern ein sozialpolitisches Kürzungsprogramm.

Linnemann hatte zuvor angekündigt, eine mit unabhängigen Fachleuten und Wissenschaftlern besetzte Strukturkommission einzusetzen. Sie solle sich das Pflegesystem grundsätzlich anschauen und Vorschläge für eine strukturelle Reform vorlegen. Ziel sei eine entsprechende Reform im kommenden Jahr.

Nach Ansicht des Ministers ist das Pflegesystem in seiner derzeitigen Form nicht zukunftsfest. Wenn es nicht grundlegend umgebaut werde, werde es in den 2030er-Jahren kollabieren, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Derzeit würden jährlich rund 75 Milliarden Euro für die Pflege ausgegeben. Davon müssten bereits zehn Prozent eingespart werden. Bis 2050 werde die Zahl der Pflegebedürftigen auf rund 7,5 Millionen steigen.

Schwerdtner warf der Bundesregierung vor, die Folgen der Pflege für Betroffene und Angehörige nicht ausreichend zu berücksichtigen. Millionen gingen arbeiten, pflegten zugleich oder Partner und versuchten, diese Belastungen miteinander zu vereinbaren.

Das eigentliche Problem der Pflegeversicherung liegt aus Sicht der Linken nicht in zu hohen Leistungen, sondern in deren Finanzierung. „Eine echte Reform würde Gutverdienende, Privatversicherte und Menschen mit hohen Kapitaleinkommen endlich solidarisch einbeziehen“, erklärte Schwerdtner. Die Bundesregierung müsse sich entscheiden, ob sie weiter für die oberen Zehntausend mache oder die Mehrheit entlaste.

Trotz der angekündigten Strukturreform will Linnemann zunächst das von seiner Vorgängerin Nina Warken (CDU) auf den Weg gebrachte Pflegeneuordnungsgesetz umsetzen. Einen Kabinettsbeschluss dazu plane er noch in diesem Monat. Damit sollten die Beiträge zur Pflegeversicherung im kommenden Jahr stabil gehalten werden. Ohne Einsparungen fehlten 2027 nach Linnemanns Angaben rund acht Milliarden Euro. Der allgemeine Beitragssatz müsse dann stark steigen.

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Text-/Bildquelle:
Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
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Alter Mann in einem Pflegeheim (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Carsten Linnemann, Ines Schwerdtner, Nina Warken

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Die Linke, Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU), Funke-Mediengruppe, Bundesregierung, Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Nina Warken (CDU)

Wann ist das Ereignis passiert?

Nicht erwähnt

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Berlin

Worum geht es in einem Satz?

Die Linke kritisiert die von Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann geplante Strukturkommission zur Pflege-Reform scharf und warnt, dass dabei vor allem ein neuer Kürzungs- und Belastungsansatz für Pflegebedürftige und Angehörige statt einer echten Reform bei der Finanzierung verfolgt werde.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

Einsparungen in Höhe von zehn Prozent der Pflegeausgaben und das daraus abgeleitete Vorhaben einer strukturellen Reform durch eine von unabhängigen Fachleuten und Wissenschaftlern besetzte Strukturkommission

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • Die Linke kritisierte die geplante Strukturkommission zur Pflegereform scharf
  • Ines Schwerdtner warf der Bundesregierung vor, die Ankündigung klinge nach der nächsten Kürzungsrunde statt nach einer Reform
  • Laut Schwerdtner müssten Pflegebedürftige und Angehörige mehr zahlen, weniger Leistungen erhalten und mehr Verantwortung übernehmen
  • Schwerdtner erklärte, die Bundesregierung berücksichtige die Folgen der Pflege für Betroffene und Angehörige nicht ausreichend
  • Die Linke verlangte eine solidarischere Finanzierung, die Gutverdienende, Privatversicherte und Menschen mit hohen Kapitaleinkommen einbezieht
  • Linnemann warb dagegen für die Strukturkommission und verwies auf fehlende Zukunftsfestigkeit des Pflegesystems sowie Einsparnotwendigkeiten, falls keine Reform erfolgt

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Höhere finanzielle Belastung für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen
  • Geringere Leistungen in der Pflege
  • Mehr Verantwortung für Pflegebedürftige und Angehörige
  • Arbeits- und Pflegelasten für viele Menschen steigen durch fehlende Entlastung
  • Beiträge zur Pflegeversicherung könnten im kommenden Jahr stabil bleiben, falls die Einsparungen wie angekündigt umgesetzt werden
  • Wenn keine Einsparungen erfolgen, fehlt im Jahr 2027 ein großer Finanzbetrag und der allgemeine Beitragssatz müsste stark steigen
  • Die Pflegeversicherung könne durch fehlende grundlegende Umgestaltung langfristig nicht ausreichend zukunftsfähig sein

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja – Ines Schwerdtner (Die Linke) wird mit einer scharfen Kritik und einem Zitat zitiert („…scharf kritisiert…“, „…sagte…“).

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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