Deutschland: KI statt Denkarbeit?
Berlin () – Nach dem neuen Pisa-Schock macht OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher die Nutzung Künstlicher Intelligenz (KI) für die schwachen deutschen Ergebnisse mitverantwortlich. „Wenn KI zum bequemen Weg zur fertigen Antwort wird, wird sie Lernen untergraben“, sagte Schleicher dem „Handelsblatt“ (Freitagausgabe).
Schüler, die KI nutzten, schnitten im Durchschnitt schlechter ab als jene, die darauf verzichteten. Das sei aber kein Argument gegen die Technologie, so Schleicher. „Es ist ein Argument für eine andere Pädagogik: KI darf nicht Denkarbeit ersetzen, sondern muss sie anspruchsvoller machen.“
Technologie sei weder der Feind noch die Lösung, so Schleicher. Wenn Lehrkräfte die Technologie einsetzten, „um Schüler herauszufordern, Erklärungen miteinander zu vergleichen, Denkfehler aufzudecken, Argumente zu schärfen und bessere Fragen zu stellen, dann kann KI zu einem außergewöhnlichen Beschleuniger werden“, sagte Schleicher.
Genau hier setzten erfolgreiche Bildungssysteme an. Lernen brauche geistige Anstrengung, Reibung und oft auch Mühe – das lasse sich nicht auslagern. Zugleich mahnte Schleicher: Wenn Bildung moralische Werte und menschliche Fähigkeiten nicht mit aller Entschlossenheit stärke und schütze, „dann könnte künstliche Intelligenz am Ende die Fundamente unserer Gesellschaften untergraben“.
Deutschland solle bei der Digitalisierung der Schulen ehrgeizig sein, forderte Schleicher. „Es bringt nichts, die Schule von gestern zu digitalisieren, es geht darum, Raum, Zeit, Personal und Technologie neu zu konfigurieren, so dass neue Lernerfahrungen entstehen“, sagte der Bildungsforscher.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Andreas Schleicher
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Andreas Schleicher, OECD, Handesblatt, Deutschland
Wann ist das Ereignis passiert?
Das Ereignis fand in der Freitagausgabe statt (im Text: „… sagte Schleicher dem ‚Handelsblatt‘ (Freitagausgabe)“). Ein konkretes Datum wird nicht genannt.
Zeitraum: Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin
Worum geht es in einem Satz?
OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher warnt nach dem neuen Pisa-Schock davor, dass KI als „bequemer Weg“ zur fertigen Antwort Lernen untergraben kann, betont aber zugleich, dass sie bei richtig eingesetzter Pädagogik Denken herausfordern und Lernprozesse sogar beschleunigen kann, solange sie nicht menschliche Denkarbeit ersetzt und zugleich moralische sowie menschliche Grundlagen der Gesellschaft gestärkt werden.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Nutzung von KI als bequemer Weg zur fertigen Antwort
- Ersetzung oder Untergrabung von Denkarbeit im Lernprozess durch KI
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Im Artikel wird keine konkrete Reaktion von Politik, Öffentlichkeit oder Medien auf diese Aussage beschrieben
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Schüler, die KI nutzten, erzielten im Durchschnitt schlechtere Ergebnisse als jene, die darauf verzichteten
- KI untergräbt Lernen, wenn sie als bequemer Weg zur fertigen Antwort verwendet wird
- Erforderlich ist eine andere Pädagogik, bei der KI Denkarbeit nicht ersetzt, sondern anspruchsvoller macht
- KI kann nur dann als positiver Lernbeschleuniger wirken, wenn sie Lehrkräfte nutzen, um Denken anzuregen und Denkfehler aufzudecken
- Bildung darf nicht nur auf Technologie setzen, sondern muss geistige Anstrengung und Mühe weiterhin ermöglichen
- Wenn Bildung moralische Werte und menschliche Fähigkeiten nicht konsequent stärkt und schützt, kann KI die Grundlagen der Gesellschaften untergraben
- Digitalisierung der Schulen erfordert eine Neugestaltung von Raum, Zeit, Personal und Technologie statt einer bloßen Modernisierung der bisherigen Schule
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja—OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher wird mit mehreren direkten Zitaten zitiert.
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