EU-Förderung: Saarbrücken & Materialwissenschaft
Saarbrücken () – Die Europäische Union hat den Masterstudiengang „Advanced Materials Science and Engineering“ (AMASE) erneut mit rund 4,6 Millionen Euro gefördert. Das teilte die Universität des Saarlandes am Donnerstag mit.
Damit hat das Programm seit 2005 mehr als 20 Millionen Euro Fördermittel erhalten und zählt zu den erfolgreichsten Studiengängen des europäischen Exzellenzprogramms Erasmus Mundus.
Mit dem Geld können bis zu 70 Vollstipendien und 50 Teilstipendien vergeben werden, um Masterstudenten der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik international und auf hohem Niveau auszubilden. Unter der Koordination der Europäischen Schule für Materialforschung an der Universität des Saarlandes sind Universitäten in Frankreich, Schweden, Spanien, Italien und Österreich beteiligt.
Das AMASE-Masterprogramm wurde 2005 gegründet und wird seitdem von Frank Mücklich geleitet, der an der Universität des Saarlandes im Bereich Funktionswerkstoffe tätig ist.
Der Studiengang vernetzt die Universität des Saarlandes mit Universitäten in Nancy, Luleå, Barcelona, Padua und Leoben. Jeder Student muss an zwei der sechs Partneruniversitäten studieren und dafür eine der vier europäischen Sprachen Englisch, Deutsch, Französisch oder Spanisch beherrschen.
„Das ist ein besonderes Merkmal unseres Studiengangs, der ihn von vielen englischsprachigen Austauschprogrammen unterscheidet. Wir legen großen Wert darauf, dass die Masterstudenten nicht nur fachlich auf einem hohen Niveau ausgebildet werden, sondern auch die Sprache und kulturellen Unterschiede der Gastländer kennenlernen“, sagt der Materialforscher Frank Mücklich.
Die Auswahl der Erasmus-Mundus-Programme durch die Europäische Kommission ist streng: Die Universitäten müssen für jeden Antrag ein aufwändiges Konzept mit immer neuen Ideen erarbeiten.
Kaum ein anderes Masterprogramm erhielt daher eine so lange und kontinuierliche Förderung wie AMASE. „Als neue Elemente haben wir diesmal die Themen Data Science und Künstliche Intelligenz in der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik eingebracht. Zudem wollen wir verstärkt die Herausforderungen der Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft in das Masterprogramm integrieren“, erklärt Frank Mücklich.
Diese interdisziplinären Themen interessieren offenbar auch viele der internationalen Studentinnen, deren Anteil im AMASE-Studiengang bei rund 41 Prozent liegt und damit doppelt so hoch ist wie in den nationalen Studiengängen der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik an der Universität des Saarlandes.
Seit den Anfängen im Jahr 2005 konnten rund 500 Studenten aus 54 Ländern an dem Masterprogramm teilnehmen, etwas mehr als die Hälfte von ihnen hat an der Universität des Saarlandes studiert. In einer „Integration Week“ zu Beginn des Studienprogramms kommen alle Studenten eines Jahrgangs nach Saarbrücken, um sich frühzeitig kennenzulernen und zu vernetzen.
Nach einem Jahr treffen alle auf Europa verteilten Studenten nochmals in einer „Professional Summer School“ im Saarland zusammen. Dort lernen sie, wie man die eigene Karriere national und international plant und was bei einer Bewerbung wichtig ist.
Sie können dabei auch Kontakte zu den regionalen Forschungsinstituten und zahlreichen Industriepartnern knüpfen und diese über Praktika und praxisnahe Forschungsprojekte kennenlernen. „Wir wollen ihnen darüber hinaus mit Weiterbildungsangeboten ein lebenslanges Netzwerk bieten. Damit haben wir diesmal in unserem Erasmus-Mundus-Antrag besonders punkten können, da es langfristig den Austausch zwischen Industrieunternehmen und der Materialforschung in Europa und auch weltweit fördert“, unterstreicht Frank Mücklich.
Das Masterstudium wird von der Europäischen Union unterstützt, um gleichermaßen außereuropäische und europäische Studenten in diesem Exzellenzprogramm zu fördern.
Die Stipendien ersparen ihnen die Studiengebühren, die in diesem Programm normalerweise erhoben werden, die Vollstipendien decken außerdem den Lebensunterhalt und die Reisekosten ab.
Diesmal erhielten insgesamt nur 37 Programme aus allen Fachgebieten aus knapp 200 Bewerbungen die begehrte Förderung. „Unseren Absolventen steht eine wissenschaftliche Karriere offen. Sie sind aber auch für die zahlreichen exportstarken Firmen und global agierenden Konzerne interessant, da sie nicht nur Fachkenntnisse erwerben, sondern auch interkulturell und sprachlich qualifiziert sind. Die Karriere vieler bisheriger Absolventen verlief wohl auch deshalb besonders erfolgreich“, betont Frank Mücklich.
In der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik der Universität des Saarlandes forschen und lehren derzeit zwölf Hochschullehrer.
Nur wenige Universitäten in Deutschland weisen einen solchen Schwerpunkt auf. Studenten können in Saarbrücken zwischen dem nationalen Bachelor- und Masterprogramm, dem internationalen Bachelor-Programm Atlantis, an dem auch die USA beteiligt sind, und den beiden europäischen Masterprogrammen AMASE und EEIGM wählen.
Zudem werden weitere Austauschmöglichkeiten mit Universitäten in Marokko und Argentinien angeboten. Alle internationalen Studiengänge werden seit 2008 von der Europäischen Schule für Materialforschung (EUSMAT) an der Universität des Saarlandes koordiniert und vermarktet.
Auf dem Campus befinden sich außerdem das Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren (IZFP), das Institut für Neue Materialien (INM) und das Steinbeis-Forschungszentrum für Werkstofftechnik (MECS), die alle eng mit der universitären Forschung vernetzt und Partner der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik der Universität des Saarlandes sind.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Frank Mücklich, Europäische Union
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Europäische Union, Universität des Saarlandes, Erasmus Mundus, Europäische Kommission, Europäische Schule für Materialforschung, Universitäten in Frankreich, Schweden, Spanien, Italien, Österreich, Europäische Schule für Materialforschung (EUSMAT), Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren (IZFP), Institut für Neue Materialien (INM), Steinbeis-Forschungszentrum für Werkstofftechnik (MECS), Universität des Saarlandes, Europäische Schule für Materialforschung (EUSMAT), Materialforscher Frank Mücklich
Wann ist das Ereignis passiert?
Datum/Zeitraum: Donnerstag (ohne konkretes Datum)
Ereignis: Die EU förderte den Masterstudiengang „Advanced Materials Science and Engineering“ (AMASE) erneut – die Mitteilung erfolgte „am Donnerstag“.
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Saarbrücken, Universität des Saarlandes, Europäische Schule für Materialforschung (EUSMAT), Nancy, Luleå, Barcelona, Padua, Leoben, Frankreich, Schweden, Spanien, Italien, Österreich, Saarland, Marokko, Argentinien, USA, Campus der Universität des Saarlandes (Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP, Institut für Neue Materialien INM, Steinbeis-Forschungszentrum für Werkstofftechnik MECS)
Worum geht es in einem Satz?
Die EU fördert den internationalen Erasmus-Mundus-Master „Advanced Materials Science and Engineering“ (AMASE) erneut mit rund 4,6 Millionen Euro, sodass bis zu 70 Voll- und 50 Teilstipendien für Masterstudierende der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik an Partneruniversitäten in Europa möglich sind.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Die Europäische Kommission wählte das Erasmus-Mundus-Programm AMASE erneut aus und förderte es mit rund 4,6 Millionen Euro.
- Die Universität des Saarlandes stellte dafür erneut einen Förderantrag mit einem aufwändigen Konzept.
- Als neue Elemente wurden Data Science und Künstliche Intelligenz sowie verstärkt Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft in das Masterprogramm integriert.
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Keine Reaktion von Politik, Öffentlichkeit oder Medien beschrieben
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Internationale Vernetzung und Austausch von Masterstudenten mit Partneruniversitäten in mehreren europäischen Ländern
- Zusätzliche Ausbildungskomponente durch Einbindung von Data Science und Künstlicher Intelligenz in der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik
- Verstärkte Integration von Themen zu Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft in das Masterprogramm
- Höhere interkulturelle und sprachliche Qualifizierung der Absolventen durch verpflichtende Sprachkenntnisse und Begegnung mit kulturellen Unterschieden
- Lebenslanges Netzwerk und kontinuierlicher Austausch zwischen Industrieunternehmen und europäischer Materialforschung
- Unterstützung von wissenschaftlichen und industriellen Karrierewegen der Absolventen durch praxisnahe Kontakte, Praktika und Forschungsprojekte
- Reduzierung der finanziellen Hürden durch Förderung, die Studiengebühren sowie Lebensunterhalt und Reisekosten für Vollstipendiaten abdeckt
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja. Es wird eine Stellungnahme von Frank Mücklich zitiert („Das ist ein besonderes Merkmal …“, „Als neue Elemente …“, sowie weitere Aussagen).
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