Eingliederungshilfen für junge Menschen stark gestiegen

Eingliederungshilfen für junge Menschen stark gestiegen

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Gesellschaft: Inklusion & Schulbegleitung in Berlin

Berlin () – Die Zahl der Eingliederungshilfen für Kinder, und junge Volljährige, unter die auch individuelle Schulbegleitungen fallen, ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Im Jahr 2024 haben die Träger der Kinder- und Jugendhilfe gut 174.000 solcher Eingliederungshilfen gewährt, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch mitteilte. Das waren mehr als doppelt so viele (+115 Prozent) wie im Jahr 2014 mit knapp 80.800 Eingliederungshilfen für seelisch behinderte junge Menschen.

Diese Hilfen sollen Kindern, Jugendlichen und jungen Volljährigen, die von einer seelischen Behinderung betroffen oder bedroht sind, die Teilhabe am sozialen Leben erleichtern. Das umfasst beispielsweise Beratungs- und Therapieangebote, aber auch Kita- und Schulbegleitungen und Integrationsassistenzen. Diese haben im Schulalltag an Bedeutung gewonnen und dürften eine Ursache für den Anstieg der gewährten Hilfen sein. Die Hilfen richten sich an junge Menschen, deren seelische Gesundheit von dem für ihr Alter typischen Zustand abweicht und deren Teilhabe am Leben in der deshalb beeinträchtigt oder bedroht ist.

Die Eingliederungshilfen wurden 2024 aus einer Vielzahl an Gründen neu eingeleitet. Mit Abstand am häufigsten waren es seelische Probleme oder Entwicklungsauffälligkeiten (69 Prozent), dazu zählten zum Beispiel Ängste, suizidale Tendenzen oder Entwicklungsverzögerungen. In 53 Prozent der Fälle wurden die Hilfen aufgrund von schulischen oder beruflichen Problemen gewährt, etwa bei ADHS, Hyperaktivität oder schulvermeidendem Verhalten. Auffälligkeiten im Sozialverhalten wie Isolation, Drogenkonsum oder Aggressivität waren in 36 Prozent der Fälle ein Grund. Es konnten auch mehrere Gründe für die Einleitung einer Hilfe genannt werden. Im Schnitt dauerte eine Eingliederungshilfe knapp zwei Jahre (23 Monate).

45 Prozent der Hilfen hatten im Jahr 2024 Kinder von 6 bis 11 Jahren in Anspruch genommen, 42 Prozent Kinder im Alter von 12 bis 17 Jahren. Junge Volljährige ab 18 Jahren (11 Prozent) und Kinder unter 6 Jahren (2 Prozent) waren weniger betroffen. Sieben von zehn Betroffenen waren Jungen (70 Prozent).

Die Ausgaben für Eingliederungshilfen für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche sind in den letzten Jahren stark gestiegen: Binnen zehn Jahren haben sie sich mehr als verdreifacht. Die Ausgaben von Bund, Ländern und Gemeinden in diesem Bereich beliefen sich allein für minderjährige Kinder und Jugendliche im Jahr 2024 auf 3,5 Milliarden . 2014 lagen die Ausgaben noch bei gut 1,1 Milliarden Euro. Auch ihr Anteil an den Ausgaben der Kinder- und Jugendhilfe für die Einzel- und Gruppenhilfen sowie die anderen Aufgaben nach dem SGB VIII ist gestiegen: von 8 Prozent im Jahr 2014 auf 12 Prozent im Jahr 2024.

Zur Einordnung: Insgesamt hatten sich die Ausgaben für die Kinder- und Jugendhilfe von 2014 bis 2024 auf 78,8 Milliarden Euro mehr als verdoppelt (+108 Prozent). Darunter fallen etwa Ausgaben für Kindertagesbetreuung, Hilfen zur , sozialpädagogische Familienhilfe sowie Angebote und Einrichtungen der Jugendarbeit.

Eine zunehmende Anzahl an mit einem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt zeigt sich auch in der Schule. Dort werden Schüler mit sonderpädagogischem Förderschwerpunkt in verschiedenen Bereichen erfasst, die jedoch nicht deckungsgleich mit den Gründen für die genannten Eingliederungshilfen sind. In den letzten zehn Jahren ist beispielsweise die Zahl der Schüler an allgemeinbildenden Schulen mit dem Förderschwerpunkt „emotionale und soziale Entwicklung“ um 44 Prozent gewachsen: Im Schuljahr 2024/2025 betraf dies 111 700 Kinder und Jugendliche. Davon wurden mit 64 400 Schülern mehr als die Hälfte (58 Prozent) inklusiv an regulären Schulen unterrichtet, die übrigen an Förderschulen.

Insgesamt stieg die Zahl der sonderpädagogisch geförderten Schüler über alle Schularten hinweg binnen zehn Jahren um 28 Prozent auf 610 800 im Schuljahr 2024/2025. Darunter sind beispielsweise Kinder und Jugendliche, die wegen emotionaler und sozialer, körperlicher oder geistiger Entwicklungsverzögerungen gefördert werden, sowie jene mit den Förderschwerpunkten Lernen, Sehen, Hören oder Sprache.

Dabei gibt es nicht nur mehr Angebote für Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf, ihnen wird immer häufiger ermöglicht, an regulären Schulen unterrichtet zu werden. Binnen zehn Jahren ist die Zahl dieser Integrationsschüler um gut drei Viertel (77 Prozent) auf 270.500 im Schuljahr 2024/2025 gestiegen. Im selben Zeitraum stieg die Zahl der Förderschüler leicht um 5 Prozent auf 340.300.

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Text-/Bildquelle:
Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis:
Klassenraum in einer Schule (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Statistisches Bundesamt (Destatis)

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Statistisches Bundesamt (Destatis), dts Nachrichtenagentur

Wann ist das Ereignis passiert?

Das Ereignis fand am Mittwoch, 2024 statt (genauer: „am Mittwoch mitteilte“ durch Destatis) – im Text wird jedoch kein konkretes Datum für den Mittwoch genannt.

Für die im Text beschriebenen Kennzahlen gilt außerdem:

  • Jahr 2024 (174.000 Eingliederungshilfen; 3,5 Mrd. € Ausgaben)
  • Jahr 2014 (knapp 80.800 Eingliederungshilfen; gut 1,1 Mrd. € Ausgaben)
  • Zeitraum „letzte zehn Jahre“ (Vergleiche 2014 → 2024)
  • Schuljahr 2024/2025 (111.700 Schüler mit Förderschwerpunkt „emotionale und soziale Entwicklung“; 610.800 sonderpädagogisch geförderte Schüler; 270.500 Integrationsschüler)

Kurzantwort (Datum/Zeitraum):
Mittwoch (Datum nicht genannt); außerdem: 2014–2024 sowie Schuljahr 2024/2025.

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Berlin

Worum geht es in einem Satz?

Laut Destatis ist die Zahl der Eingliederungshilfen für seelisch behinderte bzw. bedrohte Kinder und Jugendliche (inkl. Schulbegleitungen) von knapp 80.800 im Jahr 2014 auf rund 174.000 im Jahr 2024 gestiegen (+115%), wofür vor allem seelische Probleme/Entwicklungsauffälligkeiten, schulische oder berufliche Probleme sowie Auffälligkeiten im Sozialverhalten ausschlaggebend waren, und die Ausgaben lagen 2024 bei 3,5 Mrd. Euro (mehr als verdreifacht gegenüber 2014).

Was war der Auslöser für den Vorfall?

seelische Probleme oder Entwicklungsauffälligkeiten
Angst oder suizidale Tendenzen
Entwicklungsverzögerungen
schulische oder berufliche Probleme
ADHS und Hyperaktivität
schulvermeidendes Verhalten
Auffälligkeiten im Sozialverhalten wie Isolation
Drogenkonsum
Aggressivität
Abweichung der seelischen Gesundheit vom für das Alter typischen Zustand
beeinträchtigte oder bedrohte Teilhabe am sozialen Leben

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • Im Artikel wird beschrieben, dass diese Entwicklung im Schulalltag an Bedeutung gewonnen hat und vermutlich eine Ursache für den Anstieg der Eingliederungshilfen ist
  • Konkrete Reaktionen von Politik, Öffentlichkeit oder Medien werden im Text nicht dargestellt

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Stark gestiegene Zahl der gewährten Eingliederungshilfen für seelisch behinderte bzw von seelischer Behinderung bedrohte junge Menschen
  • Ausgaben haben sich im Bereich dieser Eingliederungshilfen innerhalb von zehn Jahren mehr als verdreifacht
  • Erhöhte finanzielle Belastung für Bund, Länder und Gemeinden
  • Anteil der Ausgaben an den Kinder- und Jugendhilfe Leistungen ist von 8 Prozent im Jahr 2014 auf 12 Prozent im Jahr 2024 gestiegen
  • Bedeutung schulbezogener Leistungen wie Kita und Schulbegleitungen sowie Integrationsassistenzen im Schulalltag hat zugenommen
  • Zunahme der Anzahl sonderpädagogisch geförderter Schüler insgesamt
  • Besonders starker Anstieg der Schüler mit Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung
  • Größerer Anteil von Schülern mit sonderpädagogischem Förderschwerpunkt wird inklusiv an regulären Schulen unterrichtet
  • Relativ sinkender Anteil an Förderschülern bei gleichzeitig wachsendem Gesamtumfang der Förderung

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Nein, im Artikel wird keine Stellungnahme oder Reaktion einer konkreten Person oder Organisation zitiert.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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