Politik in Jena: AfD-Debatte und historische Einordnung
Jena () – Nach dem Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt hat der Jenaer Politikwissenschaftler und Vorsitzende des Vereins Weimarer Republik, Michael Dreyer, historische Vergleiche der AfD mit der NSDAP sowie Parallelen zum Ende der Weimarer Republik als irreführend zurückgewiesen. Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (noz) sagte Dreyer: Die NSDAP stehe „für das absolut Böse, und jeder Vergleich mit ihr führt in die Irre“. Vielmehr sei der Erfolg der AfD eine „Anpassung an europäische Normalität“, weil es in fast jedem Land eine rechtspopulistische Partei gebe.
Auch Vergleiche der Gegenwart mit der politischen Krise der Weimarer Republik hält Dreyer, der Mitgründer des Hauses der Weimarer Republik in Weimar ist, für falsch. Der noz sagte er: „Die Bundesrepublik im Jahr 2026 steht ganz anders da, unsere Eliten sind samt und sonders Demokraten.“ Die Bundesrepublik und das Grundgesetz seien weitaus resilienter als die Weimarer Republik und ihre Verfassung.
Zugleich widersprach der Experte der pauschalen Einschätzung, die AfD sei eine antidemokratische Partei. Innerparteilich sei die AfD „sogar sehr demokratisch, schließlich hat die Parteibasis viel mehr Mitspracherecht als in anderen Parteien“, sagte Dreyer gegenüber noz. Dreyer stellt zugleich fest, dass die AfD das „Mehrheitsprinzip gegen den Minderheitenschutz“ ausspielen wolle. „Ihre Defizite liegen also im Bereich des Liberalismus, nicht im Bereich der Demokratie.“
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AfD-Wahlparty am 06.09.2026
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Michael Dreyer
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
AfD, NSDAP, Weimarer Republik, Weimar, Jena, Michael Dreyer, Verein Weimarer Republik, Haus der Weimarer Republik, Neue Osnabrücker Zeitung, Bundesrepublik, Bundesverfassung, Grundgesetz, Bundesrepublik Deutschland
Wann ist das Ereignis passiert?
Datum/Zeitzeitraum: 06.09.2026 (AfD-Wahlparty am 06.09.2026)
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Jena, Sachsen-Anhalt, Weimar
Worum geht es in einem Satz?
Der Jenaer Politikwissenschaftler Michael Dreyer weist nach dem Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt sowohl Vergleiche mit der NSDAP als auch Parallelen zur Weimarer Republik als irreführend zurück und betont stattdessen, die Bundesrepublik sei 2026 demokratisch stabiler, während er die AfD zwar als liberal defizitär, aber innerparteilich dennoch als „sehr demokratisch“ einordnet.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt
- Einordnung der AfD durch historische Vergleiche mit der NSDAP und Parallelen zum Ende der Weimarer Republik, die Dreyer als irreführend zurückweist
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- keine Reaktion von Politik oder Öffentlichkeit wird beschrieben
- keine Reaktion der Medien wird beschrieben
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Rückweisung pauschaler Gleichsetzungen der AfD mit der NSDAP
- Korrektur von Vergleichen zur politischen Krise der Weimarer Republik
- Aussage zur besonderen Stabilität der Bundesrepublik und des Grundgesetzes im Vergleich zu früheren Verfassungsbrüchen
- Differenzierung der AfD als demokratisch geprägte Partei bei gleichzeitiger Kritik an liberalen Defiziten
- Betonung, dass die AfD das Mehrheitsprinzip gegen den Minderheitenschutz ausspielen wolle
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja — im Artikel werden Stellungnahmen von Michael Dreyer (u. a. gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“) zitiert.
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