Gesellschaft: Heinz Erhardt-Nachlass zieht nach Bonn
Bonn () – Der Nachlass von Heinz Erhardt zieht um, 47 Jahre nach dem Tod des Komikers. Darunter sind Briefe an seine Frau, Fotos und seine Schreibmaschine. Die Objekte gehen als Dauerleihgabe ans Haus der Geschichte Bonn, berichtet der „Spiegel“.
Bislang war der Nachlass in einem Keller in Hamburg eingelagert. In dem Haus lebt bis heute eine Tochter Erhardts. Möglich ist die Überführung, nachdem Erhardts Erben einen jahrelangen Streit beigelegt haben.
Das Herzstück der Sammlung sind 19 Tagebücher, die Erhardt seit den Vierzigerjahren füllte. Die meisten Notizen drehen sich um seinen Beruf. So regte es ihn auf, wenn Journalisten sich nicht merken konnten, dass er „Erhardt“ hieß und nicht etwa „Ehrhardt“: „Warum wird mein Name oft falsch geschrieben oder gedruckt? Bei ausländischen und komplizierten Namen gibt man sich große Mühe – aber mit dem schlichten deutschen nicht! (10.6.70)“. Die Ankündigung eines Kinofilms mit ihm mit dem Arbeitstitel „Onkel Heinz, die Nervensäge“ kommentierte er: „Der Titel ist Scheiße!“.
Erhardt sei ein Workaholic gewesen, sagte seine Enkelin Nicola Tyzskiewicz dem „Spiegel“. Er habe panische Angst gehabt, nach seinem Tod vergessen zu werden. Dagegen habe er angearbeitet, ohne Rücksicht auf seine Gesundheit. Heute sehe sie das als ihre Aufgabe.
Manfred Wichmann, Sammlungsdirektor im Haus der Geschichte, sagte: „Normalerweise nehmen wir keine Nachlässe an.“ Doch Erhardt stehe „wie wenige andere Humoristen für einen übergreifenden Zeitraum in der deutschen Geschichte“. Der Witz in Erhardts Filmen beruhe auf einer genauen Beobachtung der damaligen Sittenbilder. Erhardt helfe, jene Zeit zu verstehen, aber er sei auch „genuin witzig“.
In Bonn werden die Objekte in den kommenden Monaten gelesen, vermessen, fotografiert, digitalisiert, katalogisiert. 2029 könnten sie der Öffentlichkeit präsentiert werden, dann ist Erhardt 50 Jahre tot, und er wird 120 Jahre alt.
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Haus der Geschichte in Bonn (Archiv)
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Heinz Erhardt, Nicola Tyzskiewicz, Manfred Wichmann
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Haus der Geschichte Bonn, Der Spiegel, Heinz Erhardt, Nicola Tyzskiewicz, Manfred Wichmann
Wann ist das Ereignis passiert?
- Datum/Zeitraum des Ereignisses: Nicht erwähnt
- (Es werden allerdings einige zeitliche Referenzen genannt: 47 Jahre nach dem Tod von Heinz Erhardt; seit den Vierzigerjahren angelegte Tagebücher; 10.6.1970 als Beispielzitat; mögliche öffentliche Präsentation ab 2029.)
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Bonn, Hamburg
Worum geht es in einem Satz?
Der Nachlass von Heinz Erhardt wird 47 Jahre nach seinem Tod von einem Lager in Hamburg ins Haus der Geschichte Bonn überführt, wo u. a. Briefe, Fotos, seine Schreibmaschine und 19 Tagebücher dauerhaft ausgestellt und bis 2029 digitalisiert sowie katalogisiert werden sollen.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- jahrelanger Streit zwischen Erhardts Erben wurde beigelegt
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Politik, Öffentlichkeit und Medien reagieren nicht beschrieben
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Der Nachlass wird als Dauerleihgabe an das Haus der Geschichte Bonn überführt
- Die Objekte werden in den kommenden Monaten bearbeitet
- Die Objekte werden gelesen, vermessen, fotografiert und digitalisiert
- Die Objekte werden katalogisiert
- Eine öffentliche Präsentation ist für 2029 vorgesehen
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja. Es wird eine Stellungnahme von Manfred Wichmann (Sammlungsdirektor im Haus der Geschichte) zitiert („Normalerweise nehmen wir keine Nachlässe an.“).
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