Gesundheitspolitik in Berlin: Kritik an dm-Checks
Berlin () – Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, warnt vor geplanten Herz-Kreislauf-Checks in dm-Drogeriemärkten. „Diagnostik hat in der Drogerie nichts verloren. Ich halte das für ausgemachten Blödsinn und teilweise sogar für gefährlich“, sagte Reinhardt den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Die Drogeriekette will ihr Gesundheitsangebot ausweiten und nach eigenen Angaben noch in diesem Jahr Herz-Kreislauf-Checks in ihren Filialen anbieten. Dabei sollen mithilfe von Sensorik verschiedene Vitaldaten erfasst werden.
Reinhardt kritisiert vor allem, dass Messwerte ohne ärztliches Anamnesegespräch nicht ausreichend eingeordnet werden könnten. Wenn jemand einen Befund erhebe, ohne dass ein richtiges Anamnesegespräch stattfinde, und am Ende einen Befund für 15 oder 20 Euro bekomme, stehe er damit allein da. Wer ordne das Ergebnis ein? Das habe mit guter ärztlicher Versorgung nichts zu tun.
Ein Arzt müsse für eine Risikoeinschätzung die persönliche Vorgeschichte und weitere Faktoren berücksichtigen. Wenn ein 35-Jähriger zu ihm komme und sage, sein Vater und Großvater hätten mit Anfang 50 einen Herzinfarkt gehabt, dann könne er das mit seiner Vorgeschichte, seinen Beschwerden und weiteren Untersuchungen einordnen. Genau diese individuelle Bewertung fehle bei solchen Angeboten. „Das halte ich für eine Entprofessionalisierung.“
Auch wenn ein Check ein mögliches Risiko erkenne und anschließend zu einem Arztbesuch rate, sieht Reinhardt darin keinen Vorteil. „Der Patient kann auch gleich zum Arzt gehen, wenn er ein Risiko abklären möchte. Dafür braucht es keinen Umweg über die Drogerie.“
dm bietet bereits andere Gesundheitsdienstleistungen an, darunter Haut- und Blutanalysen sowie Augenscreenings in ausgewählten Filialen. Gegen das Augenscreening läuft eine Klage der Wettbewerbszentrale.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Klaus Reinhardt
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Bundesärztekammer, dm-Drogeriemärkte, Funke-Mediengruppe, Wettbewerbszentrale
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin
Worum geht es in einem Satz?
Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, kritisiert die geplanten Herz-Kreislauf-Checks in dm-Drogerien scharf, weil Messwerte ohne ärztliches Anamnesegespräch nicht sinnvoll eingeordnet würden und das Angebot aus seiner Sicht sogar gefährlich sei.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Geplante Herz-Kreislauf-Checks in dm-Drogeriemärkten, bei denen mit Sensorik Vitaldaten erfasst und ohne ärztliches Anamnesegespräch ausgewertet werden sollen.
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Klaus Reinhardt kritisiert die geplanten Herz-Kreislauf-Checks in dm-Drogeriemärkten deutlich und hält sie für „ausgemachten Blödsinn“ sowie teilweise für gefährlich
- Hauptkritik ist, dass Messwerte ohne ärztliches Anamnesegespräch nicht ausreichend eingeordnet werden können
- Er warnt davor, dass der Kunde bei Befunden ohne professionelle Risikoeinschätzung allein dastehe
- Reinhardt sieht die Angebote als „Entprofessionalisierung“ ärztlicher Versorgung
- Er betont, dass ein Umweg über die Drogerie keinen Vorteil gegenüber einem direkten Arztbesuch habe
- Er spricht auch an, dass dm bereits andere Gesundheitsangebote hat und dass gegen das Augenscreening eine Klage der Wettbewerbszentrale läuft
Welche Konsequenzen werden genannt?
- fehlende ärztliche Einordnung der Messwerte ohne Anamnesegespräch
- Patient bleibt bei Befunden ohne fachliche Unterstützung allein
- Ergebnisse können zu falschen Schlussfolgerungen führen
- schlechtere Risikoeinschätzung durch fehlende persönliche Vorgeschichte und weitere Faktoren
- fehlende individuelle Bewertung im Vergleich zur ärztlichen Versorgung
- Gefahr der Entprofessionalisierung ärztlicher Diagnostik
- Umweg statt direkter Arztabklärung ohne klaren Zusatznutzen
- mögliche Gefährdung durch unzureichende Kontextualisierung von Vitaldaten
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja. Es wird eine Stellungnahme von Klaus Reinhardt (Präsident der Bundesärztekammer) zitiert.
- Ärztepräsident kritisiert geplante Herz-Checks bei dm - 2. September 2026
- Putin kritisiert deutsche Bundesregierung - 2. September 2026
- Patientenschützer fordert Zusammenlegung der Pflegeversicherungen - 2. September 2026

