Politik: Verbrenner-Aus und E-Mobilität in München
München () – Eine neue Studie der Technischen Universität München (TUM) zur Klimabilanz von EU-Autos entfacht neuen politischen Streit um das geplante weitgehende Aus für den Verbrenner in der EU. Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder fordert von Brüssel ein „echtes Aus vom Verbrenner-Aus der EU“, wie die „Bild“ berichtet.
Söder sagte der Zeitung: „Es braucht dringend das echte Aus vom Verbrenner-Aus der EU. Das belegt jetzt auch die Wissenschaft.“ Die TUM stellt am Dienstag eine Studie mit dem Titel „Defossilisation statt Dekarbonisation“ vor, aus der die Zeitung vorab zitiert. Demnach reduzieren E-Autos im Vergleich zum Verbrenner die CO2-Belastung im Schnitt nur um 41 Prozent.
Der Grund: Für die Klimabilanz müssten Emissionen berücksichtigt werden, die durch Beschaffung von Rohstoffen, die Produktion, im Betrieb und beim Recycling von E-Autos entstünden. TUM-Präsident Professor Thomas Hofmann spricht von einer „Fehlsteuerung“ der europäischen Klimastrategie.
Söder sieht in der Studie einen Fingerzeig für Brüssel: „Die TU München ist die beste Uni Europas und kommt zu einem klaren Ergebnis. Die EU muss diesen Rat annehmen und nach Fakten statt nach Ideologie entscheiden.“ Starre Verbote seien ineffektiv: „Europa braucht das Auto. Natürlich gibt es eine Transformation – aber besser durch Technologieoffenheit statt durch Verbote. Neben der Elektromobilität hat auch der Hightech-Verbrenner Zukunft. Das nützt Ökonomie und Ökologie, anstatt sie gegenseitig auszuspielen.“
Söder verweist auf den harten globalen Konkurrenzkampf: „Wir dürfen unsere wichtigste Industrie nicht immer weiter selbst schwächen. Das Auto muss in einem extrem harten internationalen Wettbewerb bestehen. Diese Realität muss nun endlich auch bei der EU ankommen. Kommission und Parlament müssen ein klares Signal senden: Ja zum Auto.“ Zur „echten“ Verbrenner-Wende zählt aus Söders Sicht auch das Aussetzen von Flottengrenzwerten, Strafzahlungen für Pkw, Lkw und Nutzfahrzeuge sowie von starren E-Auto-Quoten.
Auch VDA-Präsidentin Hildegard Müller appelliert in der „Bild“ an Brüssel, sich auf dem Weg zur Klimaneutralität anderen Technologien zu öffnen. Müller sagte der Zeitung: „Jede Technologie kann ihren Beitrag für klimafreundlichen Verkehr leisten. Unsere Industrie arbeitet an unterschiedlichen Lösungen für unterschiedliche Herausforderungen, wir sind auch im Bereich der Kreislaufwirtschaft weltweit führend.“ Entscheidend sei jetzt, dass „Brüssel anerkennt, dass dieser Mix auf dem Weg zur klimaneutralen Mobilität der zielführende Weg ist – und nicht die Festlegung auf eine Option“.
Jens Gieseke, verkehrspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Gruppe im EU-Parlament, sieht die Studie als Bestätigung der eigenen Linie. Er sagte der „Bild“: „E-Autos als 0-Emissionsfahrzeuge zu werten, war ein ideologischer Irrweg von Kommissionsvize Frans Timmermans und seiner Truppe. Wir waren immer für Lebenszyklusberechnung und gegen die Auspuffmethode.“ Jetzt gebe es die „einmalige Chance, den Fehler zu korrigieren“.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Markus Söder, Thomas Hofmann, Hildegard Müller, Jens Gieseke, Frans Timmermans
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Technische Universität München (TUM), Technische Universität München, Bayerns Ministerpräsident, CSU, Markus Söder, Brüssel, Bild, TUM-Präsident Thomas Hofmann, Europäische Klimastrategie, TU München, Europäische Union (EU), VDA, VDA-Präsidentin Hildegard Müller, Jens Gieseke, CDU/CSU-Gruppe, EU-Parlament, Frans Timmermans, Kommission, Parlament
Wann ist das Ereignis passiert?
Das Ereignis fand am Dienstag statt (genaueres Datum nicht genannt).
Wo spielt die Handlung des Artikels?
München
Worum geht es in einem Satz?
Die CSU fordert nach einer neuen TUM-Studie zur Klimabilanz von EU-Autos ein „echtes Aus“ vom geplanten Verbrenner-Aus bzw. mehr Technologieoffenheit, weil E-Autos im Lebenszyklus im Schnitt nur rund 41% weniger CO₂ verursachen sollen und Söder Brüssel deshalb zu Fakten statt Ideologie rät.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
Studie der Technischen Universität München (TUM) zur Klimabilanz von EU-Autos mit dem Ergebnis, dass E-Autos im Schnitt nur 41 Prozent weniger CO2-belastend seien als Verbrenner, weil Emissionen über Beschaffung, Produktion, Betrieb und Recycling in die Lebenszyklusbetrachtung einzubeziehen seien
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Söder fordert Brüssel ein „echtes Aus vom Verbrenner-Aus der EU“ und beruft sich dabei auf die Studie
- Söder kritisiert Verbote als ineffektiv und fordert Technologieoffenheit statt Ideologie
- Söder verlangt das Aussetzen von Flottengrenzwerten sowie Strafzahlungen und starre E-Auto-Quoten
- VDA-Präsidentin Hildegard Müller fordert von Brüssel eine Anerkennung eines Technologie-Mixes (inklusive anderer Technologien neben Elektromobilität)
- Jens Gieseke (CDU/CSU im EU-Parlament) wertet die Studie als Bestätigung der eigenen Linie und spricht von einem ideologischen Irrweg bei der Bewertung von E-Autos als 0-Emissionsfahrzeuge
- CDU/CSU sieht „Lebenszyklusberechnung“ als richtigen Ansatz und will den „Fehler“ korrigieren
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Verstärkung des politischen Streits über das geplante weitgehende Aus für den Verbrenner in der EU
- Forderungen nach einer Kurskorrektur in der EU-Klimastrategie hin zu technologieoffenen Lösungen statt starrer Verbote
- Diskussion und mögliche Überprüfung der bisherigen Bewertungsgrundlagen für Emissionen bei Fahrzeugen, insbesondere Lebenszyklusberechnung statt Bewertung nach Auspuffemissionen
- Forderungen zum Aussetzen von Flottengrenzwerten und der damit verbundenen Strafzahlungen für Pkw, Lkw und Nutzfahrzeuge
- Forderungen nach dem Stopp starrer E-Auto-Quoten als Teil der EU-Regulierung
- Stärkerer Druck auf Kommission und Parlament, ein öffentliches Signal zugunsten der Autoindustrie zu setzen
- Forderungen nach Anerkennung eines technologieübergreifenden Mixes zur Erreichung der Klimaneutralität im Verkehr
- Erwartung, dass neue wissenschaftliche Ergebnisse die politische Entscheidungspraxis stärker beeinflussen und den Konflikt um die Zielrichtung weiter anheizen
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja. Der Artikel zitiert mehrere Stellungnahmen, u. a. von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sowie von VDA-Präsidentin Hildegard Müller und Jens Gieseke.
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