Jenaer Forschungsteam analysiert Verformung der Alpen

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Alpen-Forschung zu Tektonik und Erdbeben in Jena

() – Die Alpen verformen sich auch noch, allerdings langsam und ungleichmäßig. Wie die Universität Jena am Mittwoch mitteilte, belegt das eine Übersichtsstudie eines internationalen Forschungsteams unter ihrer Leitung.

Die Wissenschaftler haben dafür erstmals den aktuellen Kenntnisstand zur aktiven Tektonik in den Ost- und Südalpen umfassend ausgewertet. Die ist im Fachjournal „Tectonics“ erschienen.

Die Alpen entstanden, als die adriatische Platte vor rund 84 Millionen Jahren mit der europäischen Platte kollidierte.

Dieser Prozess dauert bis heute an. Die Bewegungen sind aber so langsam, dass ihre Spuren im Gelände häufig von Erosion und Vergletscherung überprägt werden.

Das Team kombinierte deshalb mehrere Dutzend Studien aus Seismologie, Geodäsie, Datierungen von Störungszonen sowie historischen Erdbebenaufzeichnungen, um die Verformung der vergangenen rund eine Million Jahre zu rekonstruieren.

Die Auswertung zeigt ein differenziertes Bild: Am Rand der Südalpen konzentriert sich ein wesentlicher Teil der Verformung, dort kam es 1976 zu verheerenden Erdbeben in Friaul. Auch im Westen Sloweniens ist die Aktivität erhöht, dort werden Scherbewegungen von rund 1,5 Millimetern pro Jahr gemessen.

Im Inneren der Ostalpen wird Gesteinsmaterial mit 0,5 bis 1,0 Millimetern pro Jahr langsam nach Osten verlagert. Die Dolomiten dagegen verformen sich kaum.

Die Forscher betonen, dass die heutige Verformung nicht direkt aus tiefen geologischen Prozessen abgeleitet werden kann.

Die abgerissenen Reste der europäischen Platte unter den Alpen steuern demnach nicht die gegenwärtige Deformation. Eine wichtige Rolle spielen stattdessen isostatische Ausgleichsbewegungen: Seit dem Ende der letzten Eiszeit haben die schmelzenden Gletscher den Druck auf die Erdkruste verringert, sodass diese sich allmählich hebt.

Die Ergebnisse helfen, Naturgefahren in den Alpen realistischer einzuschätzen und besser zu verstehen, wo und warum es zu Erdbeben kommt.

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Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Im bereitgestellten Artikeltext kommen keine Personen mit vollständigem Namen vor.

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Universität Jena, Tectonics

Wann ist das Ereignis passiert?

Zeitraum:vergangen rund eine Million Jahre“ (rekonstruiert) und außerdem „seit dem Ende der letzten Eiszeit“ (isostatische Hebung).
Datum/Ereignis im Text: Das beschriebene Erdbeben ereignete sich 1976 (in Friaul).
Sonstiges Datum: Die Mitteilung erfolgte am Mittwoch (Jena, dts Nachrichtenagentur) – kein konkretes Datum genannt.

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Jena, Alpen (Ost- und Südalpen), Friaul, Slowenien, Dolomiten

Worum geht es in einem Satz?

Die Universität Jena berichtet, dass eine internationale Studie zeigt, dass sich die Alpen auch heute noch langsam und regional unterschiedlich verformen—mit erhöhter Aktivität vor allem am Rand der Südalpen sowie in Westslowenien—wobei die derzeitige Deformation nicht direkt von tiefen Prozessen, sondern u. a. von isostatischem Ausgleich nach der letzten Eiszeit beeinflusst wird.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Kollision und anhaltender Plattenkonvergenzprozess zwischen adriatischer und europäischer Platte seit rund 84 Millionen Jahren
  • Langsame, noch andauernde aktive Tektonik in den Ost- und Südalpen
  • Isostatische Ausgleichsbewegungen seit dem Ende der letzten Eiszeit durch Druckentlastung infolge schmelzender Gletscher

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • keine Reaktion von Politik Öffentlichkeit oder Medien beschrieben

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Vereinzelte Erdbeben mit verheerenden Auswirkungen möglich, besonders am Rand der Südalpen
  • Höhere tektonische Aktivität im Westen Sloweniens möglich, verbunden mit messbaren Scherbewegungen
  • Langsame Verlagerung von Gesteinsmaterial in den Ostalpen, mit fortgesetzter regional ungleichmäßiger Verformung
  • Nur geringe Verformung in den Dolomiten, daher dort geringeres seismisches Risiko durch die beobachtete Deformation
  • Realistischere Einschätzung von Naturgefahren in den Alpen
  • Besseres Verständnis der Ursachen, wo und warum Erdbeben auftreten

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Nein. In dem Artikel wird keine Stellungnahme oder Reaktion einer konkreten Person oder Organisation zitiert.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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